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Tag der Berufe gibt Überblick über Ausbildungsmöglichkeiten

Ausbilder Heiko Maser von der Takraf GmbH berät Leon Müller aus Schwarzheide.
Ausbilder Heiko Maser von der Takraf GmbH berät Leon Müller aus Schwarzheide. FOTO: M. Sattler/sam1
Lauchhammer. Mit 35 Unternehmen, die sich beim 9. Tag der Berufe in der Oberschule "Am Wehlenteich" präsentiert haben, ist die Anzahl der Firmen gegenüber dem letzten Jahr nahezu gleich geblieben. sam1

Die rund 1250 Quadratmeter große Ausstellungsfläche in der Zweifeldhalle sieht etwas verlassen aus. "Für uns ist es immer schwierig, Firmen heran zu bekommen", sagt Schulleiterin Elke Zahr. Sie verweist auf die "enorme ehrenamtliche Arbeit", die für diese Veranstaltung geleistet werde. "Ich hatte kurz vor dem heutigen Termin Bauchschmerzen, ob es überhaupt etwas wird. Im benachbarten Finsterwalde ist ebenfalls eine Ausbildungsmesse und das zieht natürlich Leute und Firmen weg."

Ein Großteil der Aussteller kommt schon seit Jahren. So wie die Takraf GmbH aus Lauchhammer-Ost. "Wir sind hier beim Tag der Berufe schon von Anfang an dabei", weiß Ausbilder Heiko Maser. Immer wieder beantwortet er Fragen, die interessierte Schüler stellen. "Viele Fragen kommen zu Gehalt, Arbeitszeit und Urlaub. Aber auch zu Lehrberufen", so der 39-Jährige. Derzeit bildet die Takraf GmbH im ersten und zweiten Lehrjahr jeweils zwei Zerspanungsmechaniker und Mechatroniker aus, im dritten Lehrjahr zwei Zerspanungsmechaniker. "Hinzu kommen", so Maser, "noch einige Lehrlinge von Fremdfirmen, die die bei uns auf die Prüfungen vorbereitet werden".

Eigens dafür mussten in der letzten Zeit die Räumlichkeiten der Lehrwerkstatt vergrößert und Maschinen angeschafft werden. "Der Bedarf ist da, dass die Firmen ihre Lehrlinge zu uns zur Grundausbildung schicken. Neben unseren eigenen beiden Lehrberufen des Zerspanungsmechanikers und des Mechatronikers bilden wir noch den Konstruktionsmechaniker - der frühere Stahlbauschlosser - aus", weiß Ausbilder Maser. Mit der stetigen Ausbildung eigener Lehrlinge stelle sich bei der Takraf GmbH nicht das Problem des Fachkräftemangels. Möglichkeiten, in die Betriebsabläufe "zu schnuppern", sind Schülertage und Praktika.

Am Stand der Takraf GmbH informierte sich auch Leon Müller. "Ich weiß noch nicht, was ich machen werde. Vielleicht mache ich auch erst einmal Abi, damit ich noch etwas Zeit habe. Aber es ist gut zu wissen, dass man sich auch weiterqualifizieren kann", so der 14-Jährige, der derzeit einen 2,0er-Durchschnitt hat.

"Die Veranstaltung finde ich sehr gut", lobte Kevin Köckritz aus Schipkau. "Hier kann man sich einen kleinen Überblick verschaffen, wer und was alles ausgebildet wird in der Region. Meine Wunschfirmen wären BASF, Takraf, Fränkische Rohrwerke oder Vestas." Zusammen mit seinem Vater sucht der 16-Jährige nun nach einem Ausbildungsbetrieb im handwerklichen Sektor.