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| 15:41 Uhr

Vandalismus
Graffiti-Schäden sorgen für viel Ärger

 Die Kapelle auf dem Alten Friedhof in Senftenberg gilt immer wieder als Ziel von Schmierern.
Die Kapelle auf dem Alten Friedhof in Senftenberg gilt immer wieder als Ziel von Schmierern. FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Viel Geld müssen die Kommunen im OSL-Kreis für die Beseitigung von Schmierereien ausgeben. Von Torsten Richter-Zippack

Mehrere Tausend Euro hat die Stadt Senftenberg in das Entfernen von Graffitis im Jahr 2018 investiert. Allein die Kosten für die Fußgängerbrücke am Alten Wehr über die Schwarze Elster schlugen mit über 3000 Euro zu Buche, rechnet Stadtsprecher Andreas Groebe vor. Aufgrund der dortigen Schmierereien hatte sich die Kommune entschieden, eine vollständige Beschichtung der verunreinigten Brückenteile vorzunehmen. Insgesamt, so berichtet Groebe weiter, wurden allein im Jahr 2018 von fünf Brücken Graffitis entfernt. Die entsprechenden Flächen aus Stein, Beton und Plexiglas sind für zusammen 860 Euro gereinigt worden. Stark von den Schmierfinken in Mitleidenschaft gezogen wurde auch das Torhaus am Alten Friedhof. Dort musste die Stadt 2200 Euro aufwenden. Hinzu kamen Reinigungskosten von 480 Euro für öffentliche Einrichtungen, beispielsweise den Busbahnhof, an diversen Bushaltestellen sowie an diversen Bänken und Papierkörben.

„Bei einer zeitnahen Feststellung von Schmierereien werden seitens der Stadt grundsätzlich Anzeigen bei der Polizei gestellt. Das Ergebnis, einen Verursacher dingfest zu machen, ist allerdings eher überschaubar“, sagt Andreas Groebe. Dabei sei auch die Mitwirkung der Bevölkerung gefragt. Sie sollte bei entsprechenden Beobachtungen sofort die Polizei rufen.

Auch die Großräschener Stadtväter haben mit Schmierereien an unterschiedlichsten Stellen zu kämpfen. Allerdings, so erklärt Sprecherin Kati Kiesel, gebe es keine kommunale Statistik für solche Fälle. Immerhin existieren in der IBA-Stadt keine Schwerpunkte für diese Art von Sachbeschädigungen. Ähnlich wie in Senftenberg stellen die Großrä­schener immer gleich Anzeige. „Bisher wurden aber keine Täter gefasst“, sagt Kiesel.

Immerhin: Sowohl in Senftenberg als auch in Großräschen gibt es legale Möglichkeiten für „Graffiti-Künstler“. In der IBA-Stadt gilt die Jugendbegegnungsstätte „Schalom“ in dieser Richtung als sehr aktiv. In diesem Jahr haben zwei Jugendliche zwei Trafokästen mit ihren Sprühflaschen gestaltet. Mehr noch: Während des Dorffestes 2018 ist auch die Wormlager Bushaltestelle bemalt worden. In Senftenberg wurden in der Vergangenheit Wandflächen von Mietgaragen für Graffitis zur Verfügung gestellt.

 In der Gemeinde Schipkau spielen Graffiti-Schmierereien indes keine große Rolle, wie Bauamtsleiter Martin Konzag sagt. „Innerhalb der Ortslagen tritt dieses Problem eher selten auf“, so Konzag weiter. Gelegentlich auftretende Verschmutzungen werden zeitnah vom Bauhof beseitigt. Bei größeren Schäden erstattet die Kommune Anzeige.

Im Amt Ruhland gab es nach Angaben von Sprecherin Margit Kerstan in den Jahren von 2016 bis 2018 keine illegalen Graffiti-Vorfälle. Falls Straftaten bekannt würden, erstattet das Amt immer Anzeige. Legale Sprühflächen gibt es in Ruhland nicht, da, so Kerstan, der Bedarf nicht vorhanden sei.

Auch die Ortrander haben vor den Sprayern weitestgehend Ruhe. Im vergangenen Jahr, sagt Amtsdirektor Kersten Sickert, gab es keine nennenswerten Schäden. Falls es doch mal passiert, seien vor allem die Anlagen der Deutschen Bahn betroffen. Wären kommunale Objekte verschandelt, erstattet das Amt grundsätzlich Anzeige.

Die Stadt Schwarzheide will sich zur Graffiti-Problematik nicht äußern. Von der Nachbarkommune Lauchhammer gibt es keine Zuarbeit.

Für den OSL-Kreis liegen für das Jahr 2018 noch keine Zahlen über Graffiti-Straftaten vor. Anno 2017 gab es nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Wendt im Landkreis 172 zur Anzeige gebrachte Fälle, zwölf Monate zuvor waren es 173. Richtige Sprayer-Schwerpunkte gebe es nicht. Die meisten Schmierereien kämen aber in der Kreis­stadt Senftenberg vor. Insbesondere der Rostige Nagel und der Stadthafen spielen dabei eine Rolle. „Grundsätzlich ermittelt die Polizei bei allen angezeigten Straftaten“, stellt Wendt klar. Er stellt sich damit der verbreiteten Meinung entgegen, dass die Beamten solche Fälle ohnehin gleich zu den Akten legen würden. Viele Sprayer würden durch weitere Straftaten das Interesse der Polizei erwecken, beispielsweise durch Diebstähle von Sprayflaschen und weiterer Utensilien. In den meisten Fällen handele es sich um Jugendliche und junge Erwachsene. Um die illegal agierenden Graffiti-Sprayer schnell schnappen zu können, bittet Wendt um Mithilfe aus der Bevölkerung. „Scheuen Sie sich nicht, uns anzurufen, wenn Sie Straftaten beobachten“, rät der Polizeisprecher.