Trotz dieser Extreme befindet sich das “Südkap„ in einer eher unspektakulären Lage.

Wer wissen möchte, wo sich Brandenburgs südlichster Punkt befindet, muss fast zwangsläufig ein Stückchen durch Sachsen fahren. Zumindest, wenn er mit dem Auto unterwegs ist. Immerhin ist die Stelle recht leicht in der Landschaft zu finden. Von der Ortrrander Eisenhütte geht es zunächst über die Landesgrenze nach Kraußnitz bis zur Kreuzung mit der von West nach Ost verlaufenden Straße, die von Kraußnitz nach Böhla führt. Dort fährt der Interessierte geradeaus weiter, bis die Straße nach rund 200 Metern sich leicht nach links windet. Rechterhand zweigt an der Wald-Feld-Kante ein Weg in südliche Richtung ab.

Etwa dort, wo der recht lichte Wald endet, befindet sich der südlichste Punkt des Landes Brandenburg. Ob der dortige Grenzstein am Wegesrand genau die Stelle markiert, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Aber laut topographischer Karte befindet sich der “Südkap„ in unmittelbarer Nähe.

Nördlicher Gegenpunkt

Von dieser Stelle sind es nach Angaben der Statistik des Landes Brandenburg genau 244 Kilometer Luftlinie bis zum nördlichen Pendant. Dieses liegt nahe des Dörfchens Wismar in der Gemeinde Uckerland im Landkreis Uckermark. Von dort sind es keine 35 Kilometer mehr bis zum Stettiner Haff, das bereits zur Ostsee gehört. So ist es von Ortrand bis zum Brandenburger Nordrand wesentlich weiter als bis zur tschechischen Grenze. Denn diese ist per Luftlinie lediglich 70 Kilometer entfernt.

Der westlichste Punkt Brandenburgs befindet sich dagegen beim Örtchen Besantden in der Gemeinde Lenzerwische an der Elbe im Landkreis Prignitz. Die östlichste Stelle liegt heute im OSL-Nachbarkreis Spree-Neiße, und zwar bei Jerischke an der Lausitzer Neiße. Bis zum Jahr 1945 reichte Brandenburg noch ein ganzes Stück ins Land östlich von Oder und Lausitzer Neiße.

Vom “Südkap„ aus genießen genießen Wanderer nach Norden einen reizvollen Blick zu den imposanten Gebäuden der Ortrander Eisenhütte. Der Rest der Stadt bleibt jedoch weitgehend hinter Bäumen verborgen. Nach Süden zu, also bereits in Sachsen, wird das Land kleinteiliger und abwechslungsreicher. Nur einen Steinwurf entfernt beginnt ein Naturschutzgebiet. In Fortführung des Grenzweges gelangen Wanderer ins Tal des Linzer Wassers. Links und rechts des schmalen Baches befindet sich ein herrlicher Laubmischwald. Nur einen knappen Kilometer von der brandenburgischen Grenze entfernt steht die altehrwürdige Finkenmühle, die sich als Ausgangspunkt für Touren zum benachbarten Mühlteich sowie zum Wüsten Teich anbietet.

Auch höchste Erhebung

Neben dem südlichsten Punkt Brandenburgs kann das Amt Ortrand auch mit dem höchsten Punkt des Bundeslandes aufwarten. Der 201 Meter hohe Kutschenberg südlich von Großkmehlen ist lediglich zweieinhalb Kilometer entfernt. Von seinem Gipfel hat man aufgrund hoher Bäume jedoch keine Aussicht. Diese kann aber von der benachbarten Wald-Feld-Grenze genossen werden. Dort reicht die Sicht an klaren Tagen bis zum Elbtal bei Meißen.

Torsten Richter/trt1