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Sturm Niklas bringt Bäume zu Fall und deckt Dach ab

Die Ortsverbindungsstraße zwischen Grünewalde und Staupitz musste beräumt werden. Ein Autofahrer hatte dort großes Glück.
Die Ortsverbindungsstraße zwischen Grünewalde und Staupitz musste beräumt werden. Ein Autofahrer hatte dort großes Glück. FOTO: Sattler/sam1
Senftenberg. Mit Windböen bis zur einer Stärke von zehn auf der Skala ist der stürmische Niklas auch über den Süden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises hinweggefegt. Die Kameraden der Feuerwehren sind am Dienstag und in der Nacht zum gestrigen Mittwoch zwischen Senftenberg und Ortrand im Dauereinsatz gewesen. Kathleen Weserund Mirko Sattler

So heftig wie Niklas hat über Deutschland schon lange kein Sturm mehr gewütet. Die Polizeidirektion Süd vermeldet 74 Einsätze. "Dabei ist es meist zum Glück nur bei umgestürzten Bäumen und Telefonleitungsmasten sowie runtergefallenen Dachziegeln geblieben", erklärt Sprecher Ralph Meier.

Einzelne Böen haben Orkanstärke erreicht. "Mit Kyrill ist das aber nicht vergleichbar gewesen", erklärt der langjährige Hobby-Meteorologe Rudolf Kupfer aus Lindenau. Vielmehr sei der Frühjahrssturm hierzulande reinigend durch die Natur gefegt. Auf der Landstraße 63, zwischen Grünewalde und Staupitz, ist ein Pkw-Fahrer, dem ein Straßenbaum auf das Auto fiel, mit dem Schrecken davongekommen.

In Lauchhammer hat die Feuerwehr an der Ortrander Straße versucht, einen bedrohlich in Richtung Straße stürzenden Baum kontrolliert zu Fall zu bringen. Der Riese hatte sich in den Nachbarbäumen verfangen. Doch das ist misslungen. Deshalb musste die Verkehrsader aus Gründen der Sicherheit vom Kreisverkehr bis zum Marktkauf gesperrt werden. Denn bei dem starken Wind ist es unmöglich gewesen, den Baum gefahrlos umzulegen.

Von einem Wohnblock an der Jahnstraße hatten sich Kacheln gelöst, die die Kameraden selbst wieder fest angeschraubt haben.

Zwischen Tettau und Lauchhammer haben die Tettauer Kameraden einen umgestürzten Baum beseitigt. In Ortrand ist im Waldweg ein etwa zwölf Meter hoher Nadelbaum auf einen Carport gestürzt. Die Feuerwehr musste den Stamm zersägen. In Frauendorf haben umgestürzte Bäume in den Nachtstunden die Zufahrtsstraße zu den Heidehäusern blockiert. Wehrleiter Sven Wielk versichert: "Der Einsatz war ein sehr ungemütlicher, ist aber reibungslos verlaufen." Auch die Telefonleitung sei von einem gestürzten Baum getroffen und zeitweise lahmgelegt worden. Auch von der Ortsverbindung nach Frauendorf musste Windbruch entfernt werden.

Entwurzelte Bäume haben die Senftenberger Feuerwehr vom Dienstagnachmittag bis kurz vor Mitternacht beschäftigt. Das bestätigt Stadtwehrführer Frank Albin. Niklas hat an der Geschwister-Scholl-Straße das Dach eines Wohnhauses der Kommunalen Wohnungsgesellschaft (KWG) abgedeckt. Die 25 Einsatzkräfte mussten auch umgestürzte Bäume, unter anderem nahe der Tankstelle an der B 169 und an der Hanseatenstraße, beseitigen.

Zum Thema:
Seit Januar hat die Region bereits einige Stürme verzeichnet. Das ist für die Jahreszeit durchaus normal, in der Häufigkeit aber doch ungewöhnlich. Das schätzt Wetterfrosch Rudolf Kupfer aus Lindenau ein. Beobachter Ingo Noack hat in KlettwitzBöen der Stärke 10 gemessen. Das wiederum gab es lange nicht in heimatlichen Gefilden, so Kupfer weiter. Die Beaufortskala, nach der der Wind nach dessen erreichtem Tempo klassifiziert wird, hat einer 13er-Einteilung und misst nach Knoten.