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| 13:18 Uhr

Breitensport-Wettbewerb Stundenschwimmen
Zum Geburtstag durchs Wasser gekrault

 Stundenschwimmen 2019 im Freibad Großräschen..Roick im Wasser
Stundenschwimmen 2019 im Freibad Großräschen..Roick im Wasser FOTO: Uwe Hegewald
LAUSITZ. Das Stundenschwimmen endet für Großräschen mit einem 6. Platz. Terminkollision mit Fußball-Jubiläum dezimiert Teilnehmeranzahl. Von Uwe Hegewald

In Vetschau dürften am Samstagabend so manche Sektkorken geknallt haben. Was kaum einer für möglich gehalten hat, ist eingetreten: Die Spreewaldstadt hat das Stundenschwimmen 2019 für sich entschieden. Zur Halbzeit der zehn Stunden dauernden Breitensportveranstaltung übernahmen die Vetschauer die Führung, um diese bis 18 Uhr nicht mehr abzugeben. Selbst Bürgermeister Bengt Kanzler erwartete von seinen Mitbürgern keine Wunderdinge. „Ein guter Mittelfeldplatz wäre okay. Nur nicht die rote Laterne. Aber die will wohl keiner haben“, konstatierte er nach seinem Schwimmbeitrag mit Startsprung und abschließender Grillwurst.

Auch in der südlichsten Teilnehmergemeinde, Großräschen, ließ es sich das Stadtoberhaupt, Thomas Zenker, nicht nehmen, um 8 Uhr den Start zu vollziehen. Respekt, hätte er zu dieser morgendlichen Stunde doch sehr gut mit seiner Familie am Frühstückstisch sitzen können, um seinen Geburtstag zu feiern. Gratulanten gab es im Großräschener FEZ zur Genüge, so etwa der Landtagsabgeordnete Wolfgang Roick (beide SPD), der sich beim Start zu den Großräschener Schülern und Bürgermeister Zenker gesellte. Mit einem Podestplatz zum Geburtstag konnte ihm „sein“ Bürgervolk aufgrund einer Terminkollision nicht dienen. „Der SV Großrä schen feiert 100 Jahre Fußball in der Stadt. Viele Sportinteressierte wird es dorthin ziehen“, prognostizierte Schwimmmeister Uwe Schwingeweitzen bereits am frühen Vormittag.

Zu dieser Zeit lagen die Altdöberner um einige Bahnlängen in Führung. „Selbstverständlich wollen wir gewinnen“, schwor Kerstin Fuchs ihre Mitbürger ein, um kurze Zeit später den Wettbewerb mit einem perfekten Kopfsprung zu eröffnen. Bürgermeister Peter Winzer gab seiner frisch gewählten Stellvertreterin den Vorrang, um sich Zeit zum Beißen zu gönnen. Nicht in die bereitgestellten kulinarischen Gaben, die in Größenordnungen ins 140-jährige Freibad getragen wurden, sondern verbal gegen Mitbewerber. „Wir waren die einzige Kommune, die am vorherigen Format festhalten wollte, das um Null Uhr begann. In den Nachtstunden konnten wir immer Spitzenwerte erzielen und von diesen zehren“, begründete er. Wenig Freunde dürfte er sich mit seiner abschließenden Bemerkung gemacht haben: „Bei uns wird der Wettbewerb über einen Verein organisiert. In den Städten durch Mitarbeiter der Verwaltung, die sich gegen den neuen Modus ausgesprochen haben, weil sie nicht nur im Büro, sondern auch nachts schlafen“, keilte Peter Winzer.

 Mit einem perfekten Kopfsprung eröffnete Kerstin Fuchs den Wettbewerb in Altdöbern. Die frisch gewählte stellvertretende Bürgermeisterin hat bisher an allen Wettbewerben für ihre Gemeinde teilgenommen.
Mit einem perfekten Kopfsprung eröffnete Kerstin Fuchs den Wettbewerb in Altdöbern. Die frisch gewählte stellvertretende Bürgermeisterin hat bisher an allen Wettbewerben für ihre Gemeinde teilgenommen. FOTO: Uwe Hegewald
 Mit einem perfekten Kopfsprung eröffnete Kerstin Fuchs den Wettbewerb in Altdöbern. Die frisch gewählte stellvertretende Bürgermeisterin hat bisher an allen Wettbewerben für ihre Gemeinde teilgenommen.
Mit einem perfekten Kopfsprung eröffnete Kerstin Fuchs den Wettbewerb in Altdöbern. Die frisch gewählte stellvertretende Bürgermeisterin hat bisher an allen Wettbewerben für ihre Gemeinde teilgenommen. FOTO: Uwe Hegewald
 Bei 20 Grad Wassertemperatur und Sonnenschein waren am vergangenem Samstag jung und alt zum Stundenschwimmen im Luckauer Stadtbad aktiv.  Zur älteste aktiven Schwimmerin gehört seit Jahren die Luckauerin Edith Plaschnick.Trotz ihres hohen Alters von 84 Jahren absolvierte sie 400 Meter. Zu den Jüngsten im Teilnehmerfeld zählten  Hanna Wildau (5) und Marit Zierenberg (7).
Bei 20 Grad Wassertemperatur und Sonnenschein waren am vergangenem Samstag jung und alt zum Stundenschwimmen im Luckauer Stadtbad aktiv. Zur älteste aktiven Schwimmerin gehört seit Jahren die Luckauerin Edith Plaschnick.Trotz ihres hohen Alters von 84 Jahren absolvierte sie 400 Meter. Zu den Jüngsten im Teilnehmerfeld zählten  Hanna Wildau (5) und Marit Zierenberg (7). FOTO: Frank Ratajczak

Enrico Kullick hätte kein Problem damit gehabt, am alten Format festzuhalten. „Es ist eine Breitensportveranstaltung aber auch ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, Grenzen auszuloten“, erklärte der Calauer. Das Rahmenprogramm sei nahezu komplett weggebrochen. Im Grunde gehe es nur darum, den Calauer Durchschnittsschwimmer einmal mehr ins Erlebnisbad zu locken. Dass die rote Laterne in der „Erfinderstadt“ des Stundenschwimmens verbleibt, zeichnete sich von Beginn an ab. „Obwohl wir auch dieses Mal Familien hatten, die komplett an den Start gegangen sind“, hob Kullick der Volkssportcharakter hervor.

Ein Calauer hat dennoch alles richtig gemacht: René Stefanski, der im Ort wohnt, aber in Vetschau arbeitet. „Seit diesem Jahr als Fachangestellter für Bäderbetriebe im Sommerbad“, erklärte er gegenüber der RUNDSCHAU.

Mit dem Stundenschwimmen sei er jedoch vertraut, hatte er die vorangegangenen vier Jahre im Luckauer Freibad gearbeitet. Dass die Berstestädter den Sprung auf den Bronzeplatz schafften, dürfte beim Titelträger zu doppelter Freude beigetragen haben.

 Klare Kante: Bürgermeister Thomas Zenker und Landtagsabgeordneter Wolfgang Roick geben auch im Wasser für ihre Stadt alles. Am Ende reichte es für die Seestadt diesmal nur zum vorletzten Platz.
Klare Kante: Bürgermeister Thomas Zenker und Landtagsabgeordneter Wolfgang Roick geben auch im Wasser für ihre Stadt alles. Am Ende reichte es für die Seestadt diesmal nur zum vorletzten Platz. FOTO: Uwe Hegewald