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| 14:18 Uhr

Naturschützer zählen Wintervögel
Auf der Suche nach heimischen Wintervögeln

Stunde der Wintervögel heißt es Sonnabend und Sonntag wieder in Brandenburg. Jung und Alt kann sich daran beteiligen. Foto: Sebastian Hennigs/Nabu
Stunde der Wintervögel heißt es Sonnabend und Sonntag wieder in Brandenburg. Jung und Alt kann sich daran beteiligen. Foto: Sebastian Hennigs/Nabu FOTO: Sebastian Hennigs
Senftenberg/Neschwitz/Weißwasser.. Am ersten Januar-Wochenende zählen Naturschützer die Vögel. In der Lausitz gehen Experten von bis zu 20 Arten aus, die sich zeigen könnten. Das Ergebnis ist stark vom Standort der Beobachter abhängig.

Wer auf dem Dorf wohnt und dazu in einer landschaftlich abwechslungsreichen Gegend, hat dieses Wochenende beste Chancen. Denn bis zu 20 Vogelarten, so schätzt Dr. Winfried Nachtigall von der Sächsischen Vogelschutzwarte Neschwitz, könnten sich aufmerksamen Beobachtern in der Lausitz zeigen. Neben Blau- und bei Kohlmeisen, Feld- und Haussperlingen sowie Amseln seien auch Buntspechte, Erlenzeisige, Weiden- und Haubenmeisen anzutreffen. „Es kommt immer auf den Standort des Beobachters an“, erklärt Nachtigall. „Wer mitten in der Stadt wohnt, sieht weniger Arten als im Garten auf dem Land.“ Darüber hinaus seien Beobachtungen am Vormittag sowie bei möglichst trockenem Wetter am erfolgversprechendsten.

Traditionell am ersten Wochenende des Jahres schlägt die „Stunde der Wintervögel“. Innerhalb dieses von Nabu und Landesbund für Vogelschutz initiierten deutschlandweiten Projektes können Naturfreunde für jeweils eine Stunde vor dem Vogelhäuschen, im Garten oder im Park alle dort aufkreuzenden gefiederten Freunde beobachten, zählen und die Ergebnisse notieren.  Die Beobachtungen werden im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 15. Januar gemeldet. Zudem ist für telefonische Meldungen am 6. und 7. Januar, jeweils von 10 bis 18 Uhr, die kostenlose Rufnummer 0800 1157115 geschaltet.

In Weißwasser wird bereits der Nachwuchs an das Vogelbeobachten und Zählen herangeführt. „Vor allem Kinder nehmen an der Zählung teil, hin und wieder sind auch Eltern oder Großeltern dabei. Die Spezialisten des Nabu unterstützen bei der Bestimmung der Vogelart. Es werden die Zähllisten ausgefüllt und die Zahlen nachher im Internet an den Nabu gemeldet“, erklärt Bernd Frommelt von der Station Junger Naturforscher und Techniker Weißwasser.

Bei der „Stunde der Wintervögel“ im Januar 2017 gab es in Sachsen eine Rekordbeteiligung. Fast 6800 Vogelfreunde sichtetet im Freistaat insgesamt 107 Arten und zählten über 170 000 Vögel. Häufigstes Tier war der Haussperling.

In Brandenburg flog vor zwölf Monaten ebenfalls der Haussperling auf den ersten Platz. Damals hatten sich zwischen Prignitz und Lausitz rund 5100 Menschen an der Zählung beteiligt.

In diesem Jahr gesellt sich im Lausitzer Seenland ein besonderes Phänomen hinzu. „Seit Herbst halten sich hier außergewöhnlich viele Fichtenkreuzschnäbel auf“, hat der Sedlitzer Ornithologe Heiko Michaelis festgestellt. Die rot gefärbten Männchen und grünen Weibchen kämen vor allem an den Zapfen von Nadelbäumen vor. Laut Michaelis handelt es sich um einen starken Einflug der Vögel aus Skandinavien. Ein anderer, ebenfalls hin und wieder im Winter in der Lausitz vorkommender Gast, der Seidenschwanz, fehle.

Die Naturschützer sind darüber hinaus auf die Anzahl der Finken gespannt. Seit dem Jahr 2013 gebe es einen kontinuierlichen Rückgang der Grünfinken. Das Problem geht nach Angaben des Nabu Brandenburg auf das seit 2009 immer wieder regional auftretende Grünfinken-Sterben zurück. Auf ein anderes Phänomen weist Christian Hoffmann vom Nabu Weißwasser hin: „Eine Besonderheit ist, dass in diesem Winter viele Vögel noch gar nicht weg geflogen sind.“ Das sei unter anderem im bislang milden Winter und das noch ausreichende Futterangebot begründet.

Einen Extratipp hat Beate Erler, Geschäftsführerin des Nabu-Regionalverbandes Senftenberg, parat: „Wer sich beim Bestimmen der Arten unsicher ist, sollte die Tiere fotografieren und die Bilder zu uns schicken (nabu-senftenberg@web.de). Wir helfen dann.“

Blaumeise
Blaumeise FOTO: Frank Derer / Frank derer