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| 13:05 Uhr

Naturschutz-Aktion „Stunde der Wintervögel“
Mehr Meisen, kaum Krähen

 Die Kohlmeise lag bei der Vogelzählung in der „Stunde der Wintervögel“ in OSL hinter dem Haussperling an zweiter Stelle, am dritthäufigsten gesichtet wurde der Feldsperling.
Die Kohlmeise lag bei der Vogelzählung in der „Stunde der Wintervögel“ in OSL hinter dem Haussperling an zweiter Stelle, am dritthäufigsten gesichtet wurde der Feldsperling. FOTO: Uwe Schroeder/Nabu / UWE SCHROEDER
Lindenau. Nachdem bei der „Stunde der Wintervögel“ mehr als 350 Hobby-Ornithologen in Oberspreewald-Lausitz die Vögel in ihren Gärten gezählt haben, wurden nun die Ergebnisse der Aktion veröffentlicht. Während mehrere Meisen-Arten deutlich zulegen, werden um die Hälfte weniger Krähen als im Vorjahr gesichtet. Von Daniel Roßbach

Weniger Rabenkrähen, Eichelhäher und Graugänse, aber mehr Tannenmeisen, Grünspechte und Feldsperlinge: So fällt die Bilanz der diesjährigen Vogel-Zählung der Umweltschutzorganisation Nabu in Oberspreewald-Lausitz (OSL) aus. In der neunten Auflage der Aktion haben am ersten Wochenende im Januar 354 Hobby-Ornithologen für je eine Stunde gezählt, wie viele Vögel welcher Arten in Gärten, auf Terrassen oder an öffentlichen Plätzen zu sehen sind. Damit lag die Zahl der Teilnehmer an der Aktion im Landkreis deutlich höher als im vergangenen Jahr. Damals nahmen etwa 100 Beobachter weniger daran teil.

Die Zahl der beobachteten Vögel konnte mit diesem Zuwachs nicht mithalten. 8600 gefiederte Tiere wurden in OSL gezählt, fast genau 1000 mehr als im letzten Jahr. „Man hat das Gefühl, dass es relativ wenig Vögel waren in diesem Jahr“, sagt Rudolf Kupfer aus Lindenau. Er war einer der Vogelfreunde, die sich an der Zählung beteiligten. „Aber dabei gab es insbesondere große Unterschiede zwischen den einzelnen Beobachtungspunkten: Manche sahen sehr viele Vögel, andere gar keine.“

Die beobachteten Populationen verschiedener Arten schwanken dabei den Erklärungen der Umweltschützer zu Folge aus verschiedenen Gründen. Dass wegen allgemein mildem Wetter in ganz Europa weniger Zugvögel aus Skandinavien nach Mitteleuropa kommen, beeinträchtigt manche Arten. Dagegen führt fehlender Frost in den Wäldern dazu, dass Buntspechte oder Eichelhäher auch dort noch Nahrung finden und deshalb nicht in die Gärten kommen müssen.

In ganz Deutschland wurden an den Beobachtungsstellen weniger Vögel gezählt als im Mittel der bisherigen Beobachtungen. Daraus folgt für den Nabu aber nicht automatisch, dass der Bestand tatsächlich zurück gegangen ist. Um das festzustellen bedürfe es weiterer Untersuchungen. Das gilt gerade, weil zwischen Gesamtvorkommen, Beobachtungen zu einem bestimmten Zeitpunkt und Wanderbewegungen „komplizierte Zusammenhänge bestehen“, wie Rudolf Kupfer sagt.

Am häufigsten kamen bei der Zählung in OSL Haussperlinge, Kohlmeisen und Feldsperlinge vor. Von diesen Arten wurden je mehr als 1000 Exemplare beobachtet. Am verlässlichsten tauchte die Kohlmeise auf. Sie war in fast 95 Prozent der Gärten zu sehen.

Neben der Beobachtung im Winter findet eine ähnliche Aktion unter dem Titel „Stunde der Gartenvögel“ auch im Frühjahr statt. In diesem Jahr ist sie für den 12. bis 15. Mai angesetzt. Rudolf Kupfer wünscht sich, dass sich „dann noch mehr Schulen daran beteiligen. Grade für Kinder ist es wichtig, ihre Umwelt kennen zu lernen. Vor allem darin liegt auch der Wert dieser Aktion.“