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| 02:59 Uhr

Stromkasten wird zum Zeitfenster

Blick in die Vergangenheit: Die Berliner Straße anno 1930 auf einem Stromkasten in Ruhland. Foto: Torsten Richter/trt1
Blick in die Vergangenheit: Die Berliner Straße anno 1930 auf einem Stromkasten in Ruhland. Foto: Torsten Richter/trt1 FOTO: Torsten Richter/trt1
Ruhland. Wer über die neue Binnengrabenbrücke in Richtung des Ruhlander Marktes unterwegs ist, kann neuerdings zwischen zwei Ansichten wählen: Die Berliner Straße im Jahr 2012 oder die Berliner Straße anno 1930. An der Trafostation unmittelbar südlich der Brücke werden die Zuschauer zu einer Zeitreise entführt. Torsten Richter/trt1

Denn der Berliner Künstler Jan Schumann hat auf dem grauen Stromkasten die Straße von vor acht Jahrzehnten aufleben lassen.

Dort, wo sich heute der Lidl-Parkplatz befindet, standen früher kleine Wohnhäuser. Und vielleicht der eine oder andere Baum mehr als jetzt. Ansonsten erkennen selbst Fremde, dass es sich um dieselbe Straße handelt. Auf der Parkplatzseite sind die frühere Elsterbrücke und das Zollhaus zu sehen.

Die Idee für dieses Kunstwerk ging von der Stadt Ruhland aus. Die Kommune trat an den Eigentümer des Stromkastens, das Energieunternehmen EnviaM, heran. "Unser Mitarbeiter Thomas Zinke besitzt alte Ansichtskarten, die die Berliner Straße zeigen. Er regte an, eines dieser Motive als Gestaltungsgrundlage zu verwenden", erklärt Claudia Anke von der EnviaM. Dafür konnte der aus Altdöbern stammende Künstler Jan Schumann gewonnen werden. Er hat während der vergangenen drei Jahre verschiedene Trafostationen in Brandenburg gestaltet. Der gelernte Dachdecker sagt, dass er bereits als Kind eine besondere Affinität zu Farben besaß. Später habe der junge Mann durch diverse Werke sein Taschengeld aufgebessert. Schumann ist auch gelernter Gestalter, mit der Airbrush-Technik kam er erstmals im Jahr 2001 in Berührung.

Anfang des Jahres begann der 34-Jährige, die Vergangenheit der Berliner Straße aufleben zu lassen. "Dazu habe ich Fassaden- und spezielle Airbrushfarben genutzt", erklärt Schumann. Für den Stromkasten brauchte er ein Wochenende. Ob sein Kunstwerk ewig hält, dafür kann der Berliner keine Garantie geben. "Ich hoffe aber, dass die Ruhlander lange Freude an meiner Arbeit haben werden."