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| 17:53 Uhr

Nach dem Dürresommer in Lindenau
Stroh und Eicheln dämpfen Futter-Not bei Mutterkühen

Mutterkühe mampfen Eicheln. Die magere Futterration auf der Lindenauer Weide kann damit neben Heu und Stroh ergänzt werden.
Mutterkühe mampfen Eicheln. Die magere Futterration auf der Lindenauer Weide kann damit neben Heu und Stroh ergänzt werden. FOTO: Renate Kupfer
Lindenau. Eichel-Rekordernte kommt Lindenauer Bauern zu Hilfe.

Die Sommer-Dürre hat die Agrargenossenschaft Elster-Pulsnitz hart getroffen. Wiesen und Weiden sind bis auf den letzten Halm verdörrt. Es fehlen Gras, Heu und Stroh, um die 500 Mutterkühe über den Winter zu bringen.

Heu -und Silagevorräte, die eigentlich als Wintervorräte gebunkert werden sollten, mussten deshalb in diesem Jahr so früh wie noch nie eingesetzt werden, damit die Tiere satt werden. Sogar Stroh dient gegenwärtig als Sättigungsbeilage. „In den Hungerzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg war der Einsatz von Futterstroh in der Viehwirtschaft gang und gäbe“, erinnert sich Landwirt und Hobbymeteorologe Rudolf Kupfer aus Lindenau. Anders hätten damals die relativ hohen aufzubauenden Rinderbestände nicht versorgt werden können. Auf allen Bauernhöfen standen zu dieser Zeit Häckselmaschinen, die das Stroh zerkleinerten und damit die Aufnahme durch die Nutztiere verbesserte.

Hohe Tierbestände und Futterknappheit in den Siebziger-Jahren des vorigen Jahrhunderts führten im damaligen Kreis Senftenberg zum Bau einer Gemeinschaftsanlage in Meuro für den Aufschluss von Stroh mit Natronlauge. In Peickwitz wurde zu dieser Zeit eine Strohpelletieranlage in Betrieb genommen.

Auch die enormen Eichelmengen in diesem Herbst sind ein seit Jahrhunderten bekanntes Futtermittel. Erfahrungen belegen, dass Eicheln auch in der Fütterung von Rindern und Pferden eingesetzt werden können. Allerdings sind die Mengen begrenzt, da insbesondere Gerbsäure, die in den Früchten enthalten ist, Grenzen setzt.

(ab)