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| 17:14 Uhr

Abfallentsorgung
Streit um Anreize zur Müllvermeidung

 Die Zentrale des Abfallentsorgungsverbands Schwarze Elster in Lauchhammer.
Die Zentrale des Abfallentsorgungsverbands Schwarze Elster in Lauchhammer. FOTO: LR / Daniel Roßbach
Lauchhammer. Ein Bürgermeister kritisiert die Mindestmengen zur Restmüll-Entsorgung des Abfallverbandes „Schwarze Elster“. Der Verband dagegen rechtfertigt die Regelung. Von Daniel Roßbach

Die Ausgestaltung der Regeln – und vor allem der Preise – für die kommunale Abfallentsorgung ist immer wieder ein Streitthema. Kritik an dem sogenannten „Mindestentleerungsvolumen“ kommt nun von Mirko Friedrich, dem Bürgermeister der Gemeinde Frauendorf im Amt Ortrand. Er kritisiert, dass Bürgerinnen für Restmüll im Gebiet des Abfallverbandes „Schwarze Elster“ eine Mindest-Entsorgungsmenge von 156 Litern pro Person und Jahr berechnet wird. „Damit motiviert man sicher nicht die Müllvermeidung“, so Friedrich.

Abfallverband rechtfertigt Regelung

Der Abfallverband dagegen rechtfertigt die Regelung. Diese sei notwendig, um zu verhindern, dass Restmüll gemeinsam mit Verpackungsmüll entsorgt werde. „Wir hatten in den Behältern für Verpackungsmüll teilweise Fehlwurfquoten bis zu 40 Prozent“, so Verbandsvorsteher Bernd Dutschmann. Dieser Anteil sei seitdem deutlich zurück gegangen, liege aber immer noch bei etwa 30 Prozent.

Unter der Annahme, dass in jedem Haushalt Restmüll anfällt, habe man deshalb die Mindestmengen eingeführt, um keinen Anreiz zu schaffen, diesen Müll in den falschen Behältern zu entsorgen. Diese Volumen sei aber relativ gering angesetzt, so Dutschmann: „Wir gehen dabei von der Hälfte dessen aus, was im Durchschnitt anfällt.“

Eine Sprecherin des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU), in dem auch der Verband „Schwarze Elster“ Mitglied ist, sieht die Mindestmenge von drei Litern wöchentlich pro Einwohner als „einen sehr geringen Wert“ an. Üblich seien für solche Mindestwerte demnach „eher 10-20 Liter pro Einwohner und Woche.“

Umweltschützer sehen wenig Anlass zu Kritik

Von dieser Einschätzungen weichen auch die Umweltschützer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kaum ab. „Das ist wenig für eine Mindestmenge“, sagt Gudrun Pinn, die dem „Arbeitskreis Abfall“ der Naturschutzorganisation angehört. Auch die Regelung, keine festgelegten Leerungs-Intervalle vorzugeben, komme Verbrauchern entgegen, bei denen wenig Abfall anfällt. Pinn betont aber auch, dass Müll zu vermeiden ein wichtiges Unterfangen auch für den Klimaschutz sei: „Dazu sollten auch Abfallentsorger Anreize schaffen.“