ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:20 Uhr

Mehr Geld für Schutzeinrichtung
Streit um Förderung für Frauenhaus in Lauchhammer

Lauchhammer. Der Landkreis wird nach einem heiß diskutierten Antrag von Rot-Rot-Grün mehr Geld für die Schutzeinrichtung ausgeben, als geplant. Von Jan Augustin

Das Frauenhaus in Lauchhammer erhält ab kommendem Jahr mehr Geld vom Oberspreewald-Lausitz-Kreis. Statt wie bisher 43 000 Euro gibt es dann 65 000 Euro pro Jahr, und das unbefristet. Das hat der Kreistag nach hitziger Debatte entschieden. Grund für die Diskussion ist ein Antrag der Fraktionen Linke/Grüne, SPD und von Agsus, der die Förderung auf jährlich 65 000 Euro festsetzt und nicht wie vom Kreissozialamt vorgeschlagen auf 50 000 Euro. „Obwohl sie alle die entsprechende Qualifikation besitzen, erreichen derzeit die Bruttogehälter der Sozialarbeiterinnen nicht einmal die Untergrenze von tariflich arbeitenden Kolleginnen in gleichen oder verwandten Arbeitsgebieten“, begründet Kathrin Dannenberg (Linke/Grüne) den Antrag. Da der Kreistag mehrfach den politischen Willen bekundet habe, das Frauenhaus weiterzuführen, sei es auch angemessen, die Gehälter angemessen anzupassen.

OSL-Landrat Siegurd Heinze (parteilos) warnt indes von einem falschen Signal, das nach außen gesendet wird. Er ist gegen die beantragte Erhöhung. Statt den vom Landkreis vorgeschlagenen 7000 Euro kommen am Ende 22 000 Euro raus, kritisiert er. Ohnehin gebe es wegen der Haushaltslage eine Auflage vom Innenministerium, dass der Kreis für freiwillige Leistungen nicht mehr Geld ausgeben darf als jetzt. Doch der rot-rot-grüne Antrag findet eine Mehrheit. Bei einer Enthaltung stimmen 22 Abgeordnete dafür, 15 dagegen.

Wie wichtig die Einrichtung ist, zeigen Zahlen. Nach Auskunft der Polizei OSL sind im Vorjahr 123 Straftaten im Bereich der häuslichen Gewalt an Frauen verübt worden – 20 Prozent mehr als 2016, erläutert die Gleichstellungsbeauftragte Carola Wolschke: „Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt, da nicht alle Delikte zur Anzeige geführt werden.“

Vier Mitarbeiterinnen sind im Frauenhaus beschäftigt. Sie kümmern sich um die Betreuung, sichern einen Bereitschaftsdienst sowie eine mobile Beratung an neun Orten ab. Neben dem Geld vom Kreis erhält die vom Frakima-Verein getragene Einrichtung Zuschüsse vom Land. In den vergangenen drei Jahren waren das je 62 500 Euro. Außerdem gibt es rund 50 000 Euro von Kommunen, aus Spenden, Bußgeldern und Nutzungsentgelten.