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| 10:36 Uhr

Komplizierte Liebe beschäftigt Strafrichter
Streit in Ruhland: Aus Eifersucht zugeschlagen

Fäuste fliegen, wenn Eifersucht im Spiel ist. In Ruhlands Kirchgasse ist es zu einer  handfesten Auseinandersetzung  zwischen  zwei jungen Männern gekommen, die jetzt vor dem Senftenberger Amtsgericht landete.
Fäuste fliegen, wenn Eifersucht im Spiel ist. In Ruhlands Kirchgasse ist es zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Männern gekommen, die jetzt vor dem Senftenberger Amtsgericht landete. FOTO: fotolia / Rockafox
Gegen Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 500 Euro wird das Verfahren am Amtsgericht Senftenberg eingestellt. Von Andrea Budich

Eine komplizierte junge Liebe ist der Auslöser für eine Körperverletzung, für die sich ein Schweißer vor dem Amtsgericht Senftenberg verantworten muss. Dabei hat unbändige Eifersucht den 26-jährigen Jungvater aus Senftenberg vor Strafrichter Harald Rehbein gebracht.

Außer Rand und Band und rasend vor Wut hatte der junge Mann in einer lauen Augustnacht im vergangenen Sommer in der Ruhlander Kirchgasse seinen mutmaßlichen Kontrahenten mit mehreren Schlägen in die Bauchgegend und ins Gesicht niedergestreckt.

Zur handfesten Auseinandersetzung auf offener Straße war es gekommen, weil dem Angeklagten der Begleiter seiner Freundin offenbar hochgradig missfiel. Dabei ist die Szenerie im beschaulichen Elsterstädtchen fast filmreif: Die Freundin hat ihr Handy ausgeschalten und ist für den von Eifersucht getriebenen Freund nicht erreichbar. Dann kommt sie samt männlichem Begleiter im Auto vorgefahren. Das lässt den Angeklagten vor Wut schäumen. Er klopft zunächst rasend an die Autoscheibe, bekommt seinen Kontrahtenten schließlich zu packen und versucht ihn aus dem Auto zu zerren. Beim Versuch, den Begleiter aus dem Kleinwagen zu befördern, treffen den 25-jährigen Verwaltungsfachangestellten Keven. S. während des Handgemenges mehrere Schläge - abwechsend ausgeführt mit Faust und Fuß des eifersüchtigen Lovers.

Später werden bei dem Ruhlander im Krankenhaus ein angeschwollenes Auge sowie Schürfwunden im Bauchbereich diagnostiziert. Im Büro muss er sich einen Tag aufgrund der Blessuren krankmelden.

Warum ihm die bloße Anwesenheit des Unbekannten so in Rage versetzt hat, kann der Angeklagte ein Dreiviertel Jahr danach vor dem Strafrichter kaum noch rekonstruieren. Nur soviel: „Ich dachte, das ist ihr Ex oder zumindest ihr Neuer!“ Dass er einen Fehler gemacht hat, sieht er inzwischen ein. Von der Anklagebank aus entschuldigt er sich mehrfach mit Worten, die Strafrichter und Oberamtsanwalt milde stimmen. „Es tut mir leid! Ich wollte dem jungen Mann weder einen Schrecken einjagen, noch ihm Schmerzen zufügen“, sagt er. Heute weiß er auch, dass der 25-Jährige aus Ruhland kein Kontrahent, sondern tatsächlich ein guter Bekannter seiner Freundin war, der sie nicht verführen, sondern lediglich sicher nach Hause bringen wollte.

Das Verfahren wegen körperlicher Misshandlung stellt Strafrichter Harald Rehbein am Ende ein. Dem Angeklagten kommt dabei auch zugute, dass er bisher strafrechtlich gänzlich unauffällig durchs Leben marschiert ist. Verdonnert wurde der eifersüchtige Streithahn indes zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 500 Euro - zu zahlen in zwei Raten binnen dreier Monate. Zahlt er die Hunderter bis zum 16. August pünktlich ein, dann wird das Verfahren gegen ihn endgültig zu den Akten gelegt.

Was danach für den Ruhlander einzig und allein zählt, ist die Liebe zu seiner Freundin und seiner zwei Monate alten Tochter. Seine Eifersucht will er künftig möglichst im Griff behalten.