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Streik-Demo bei Arbeiterwohlfahrt

Die Kita-Erzieher aus Senftenberg waren bereits vor einem Monat auf der Straße. Eine Einigung mit dem Arbeitgeber wurde noch nicht erzielt.
Die Kita-Erzieher aus Senftenberg waren bereits vor einem Monat auf der Straße. Eine Einigung mit dem Arbeitgeber wurde noch nicht erzielt. FOTO: jag
Senftenberg. Im Tarifstreit hat Verdi für Freitag zum nächsten Warnstreik aufgerufen und eine Demo in Lübbenau angekündigt. Betroffen sind Kitas und Werkstätten von Luckau bis Lauchhammer. Jan Augustin

Im Tarifstreit um ein höheres Entgelt für die mehr als 1300 Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt in Südbrandenburg (Awo) hat die Gewerkschaft Verdi erneut zu einem Protest aufgerufen. Für diesen Freitag, 24. März, kündigt Gewerkschaftssekretär Ralf Franke einen groß angelegten Warnstreik in der Lausitz an. In Lübbenau wollen die Mitarbeiter am Vormittag durch die Stadt demonstrieren. Kern der Forderung: Der Lohn für die Beschäftigten soll sich am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst orientieren. Ein Überblick:

In Calau beteiligen sich die Beschäftigten des Pflegeheimes in der Zeit von 8.30 Uhr bis 13 Uhr an dem Warnstreik. Die Versorgung der Heimbewohner wird mit einem Notdienst abgesichert.

In Lübbenau sind die Kitas "Diesterweg" und "Wichtel" mit insgesamt rund 170 Kindern betroffen. Weiterhin beteiligen sich in Lübbenau auch die Beschäftigten der Wohnverbund-Wohnstätte für Menschen mit Behinderung in der Schulstraße und im "Landhaus Kittlitz". Die Lehrer und Beschäftigten im Bildungszentrum sind ebenfalls zum Warnstreik aufgerufen. Nur für die Wohnstätten wird von Verdi ein Notdienst garantiert.

In Luckau, Lübben und Lübbenau beteiligen sich die rund 60 Beschäftigten der Werkstatt für behinderte Menschen ganztägig am Warnstreik. Ein Notdienst wird nicht angeboten. "Somit entfällt für die rund 220 behinderten Menschen, die ansonsten tagsüber in den Werkstätten betreut werden, die Betreuung", sagt Franke. Die betroffenen Menschen werden so wie an einem Feiertag von den Angehörigen Zuhause oder im betreuten Wohnen betreut. Auch die Mitarbeiter der Zentralküche beteiligen sich laut Verdi am Streik. "Für die Essensversorgung wird ein Notdienst eingerichtet", sagt Franke.

In Altdöbern ist die Awo-Kita mit rund 100 Kindern betroffen. Ein Notdienst wird nicht angeboten. Gleichzeitig werden sich auch Beschäftigte der heilpädagogischen Wohnstätte "Haus am See" beteiligen. Für die Wohnstätte wird ein Notdienst zugesagt.

In Großräschen ist die Kita "Spatzennest" mit rund 110 Kindern betroffen. Die Beschäftigten sind ab 6 Uhr ganztags im Warnstreik. Ein Notdienst wird nicht angeboten.

In Senftenberg sind die Kitas "Horthaus" mit rund 300 Kindern und die Kita "Hörlitzer Straße" mit rund 90 Kindern ganztags betroffen. Ein Notdienst wird nicht angeboten.

In Lauchhammer beteiligen sich die Beschäftigten der Awo-Wohnstätte für behinderte Erwachsene. Es wird ein Notdienst zur Betreuung der Bewohner eingerichtet.

"Die Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt fordern für ihre Arbeit die gleiche Wertschätzung und Entlohnung, die auch die vergleichbaren Beschäftigten im öffentlichen Dienst mit ihrem Tariflohn erhalten", betont Verdi-Verhandlungsführer Ralf Franke. Aber auch nach der sechsten Verhandlungsrunde mit dem Arbeitgeber sei trotz eines Kompromissvorschlages von Verdi noch keine Einigung erzielt worden.

Das bestätigt auch der Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Südbrandenburg Wolfgang Luplow. Die Awo habe auch unabhängig des nun seit Wochen schwelenden Tarifstreits vor, die Entgelte der Mitarbeiter zu erhöhen. "Wir haben ein ordentliches Angebot gemacht und von Anfang an versucht, das Optimale für die Mitarbeiter herauszuholen", betont Luplow. Allerdings werde es keinen Abschluss geben, der die Existenz des Verbands aufs Spiel setzt. "Wir wollen uns so weit wie möglich annähern, aber den Verband nicht in die Insolvenz treiben", sagt Luplow mit Blick auf die nächste Tarifverhandlung am 28. März.