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| 15:44 Uhr

Feuer am Senftenberger See
Strandhotel bleibt nach Brand zu

Die Ursache des Kellerbrandes im Strandhotel am Senftenberger See ist noch nicht geklärt.
Die Ursache des Kellerbrandes im Strandhotel am Senftenberger See ist noch nicht geklärt. FOTO: LR / Jan Augustin
Senftenberg . Im Keller des Hauses am Senftenberger See ist Mittwochabend ein Feuer ausgebrochen. Gäste mussten evakuiert werden. Die Ursache ist noch unklar, das Quartier derzeit nicht nutzbar. Von Jan Augustin

Margot (56) und Ralf Rücker (57) essen im Lido-Hotel gerade gemütlich zu Abend, als draußen eine Feuerwehr nach der anderen vorbeisaust. Sie scherzen, dass jetzt bestimmt ihr Hotel brennt. Das Ehepaar aus Ostritz bei Görlitz macht im knapp einen Kilometer entfernten Strandhotel am Senftenberger See einen Kurzurlaub. Es ist der letzte Abend. Und er wird den beiden in Erinnerung bleiben. Denn ihr Spaß ist Realität. Im Keller des Hotels ist gegen 18.20 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Diese Wahrheit wird den Rückers schnell klar, als sie nach dem Rückweg die vielen Feuerwehrautos vor dem Strandhotel stehen sehen.

Insgesamt zwölf Rettungsfahrzeuge sind vor Ort, etwa 50 Feuerwehrleute im Einsatz. Das bestätigt Senftenbergs Stadtwehrführer Frank Albin. Das Feuer sei vermutlich in einem Hauswirtschaftsraum ausgebrochen, wird aber schnell gebändigt. Der Strom ist im ganzen Haus ausgefallen. Suchtrupps kontrollieren alle Zimmer. Vermisste und Verletzte gibt es nicht, bestätigt Albin. Die letzten Einsatzkräfte verlassen kurz vor Mitternacht die vom Zweckverband Lausitzer Seenland betriebene Urlaubsanlage direkt am See. Etwa 35 von 45 Hotelgästen können jedoch nicht zurück in ihre Zimmer und müssen auf benachbarte Quartiere verteilt werden. Das bestätigt Norbert Noack, Leiter des Großkoschener Familienparkes, in dem ein Großteil der Urlauber unterkommt. Einige Touristen schlafen aber auch im Lido-Hotel.

So, wie die Rückers aus Ostritz. Am Donnerstagvormittag sitzt das Ehepaar entspannt im Foyer des Strandhotels und unterhält sich mit anderen Gästen über den aufregenden Vorabend. Ein leichter Brandgeruch liegt noch in der Luft. Der unfreiwillige Bettenwechsel werde die erlebten Eindrücke aber nicht schmälern. Hotel und See können die Rückers weiterempfehlen. „Wir nehmen es gelassen, wir haben ja Urlaub“, sagt Margot Rücker. Draußen suchen Kriminaltechniker derweil nach Spuren, um die Ursache für das Feuer aufzuklären. „Die weiteren Ermittlungen dauern an“, teilt Polizeisprecherin Ines Gnerlich mit. Zur Höhe des Schadens gibt es noch keine Informationen.

Für den Zweckverband Lausitzer Seenland ist der Brand jetzt mit viel Arbeit verbunden. Touristen, die das Strandhotel für dieses Wochenende gebucht haben, müssen kontaktiert, informiert und gegebenenfalls in Ausweichunterkünften untergebracht werden, schildert Norbert Noack vom Zweckverband. Das Hotel sei wegen des Brandgeruchs derzeit nicht nutzbar und müsse mindestens für eine Woche geschlossen bleiben. Trotz der herausfordernden Umstände kurz vor Saisonschluss ist Noack heilfroh, dass er keine Personenschäden zu vermelden braucht und lobt: Feuerwehr, Polizei, Hotelangestellte, Gäste und auch Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) haben schnell reagiert, sich gegenseitig geholfen und vorbildlich verhalten. „So konnte Schlimmeres verhindert werden“, schätzt Noack ein.

Kriminaltechniker suchen am Donnerstagvormittag nach Spuren.
Kriminaltechniker suchen am Donnerstagvormittag nach Spuren. FOTO: LR / Jan Augustin