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Stramm gestrampelt für den Kreisstadt-Status

Über die Straße "Am Birkenhain" quält sich der Konvoi den Berg in Richtung Freienhufen hinauf.
Über die Straße "Am Birkenhain" quält sich der Konvoi den Berg in Richtung Freienhufen hinauf. FOTO: Hegewald/uhd1
Senftenberg/Großräschen/Meuro. Das hat die Tour de OSL noch nicht erlebt: 264 Hobbyradler schieben zum Jubiläum ihre Räder an den Start. "Hinzu kommen noch sechs radelnde Mitarbeiter aus der Kreisverwaltung", zählt Sachgebietsleiterin Bärbel Weihmann beim ersten Zwischenstopp in Großräschen auf. Uwe Hegewald / uhd1

Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) empfängt die Radlergruppe auf dem "Balkon zum Seenland", dem Mitbewohner den Beinahmen "Brasilianischer Platz" gegeben haben. "Aufgrund der gelb-grünen Pflasterung des Platzes in den brasilianischen Nationalfarben", begründet das Stadtoberhaupt. Während seiner Ausführungen können sich Tour-Teilnehmer im Schatten von 40 Jahre alten Palmen erholen. Der örtliche Gartenbau Luka-Lebus hat es möglich gemacht.

"Die regelmäßigen Erläuterungen und Informationen machen die Tour de OSL so interessant. Im Gegensatz zu Reisen in Eigenregie erfahren wir bei diesen Ausflügen deutlich mehr", schwärmen Elke und Bernd Schulze. Am Samstag zählt das Paar aus Lübbenau mit zu den ersten Tour-Teilnehmern, die per Pkw und mit Rädern im Gepäck anreisen. Zum sechsten Mal sind sie dabei und sie würden sich auch einreihen, wenn der Streifzug aufgrund der Gemeindegebietsreform nicht mehr so heißen würde. Marita und Uwe Kunze teilen diese Meinung. Die passionierten Hobbyradler hoffen auf eine Fortsetzung der beliebten Breitensportveranstaltung. "Sicher gibt es auch im Elbe-Elster-Land interessante Strecken, die es sich lohnt anzuschauen", so das Paar aus der Kreismitte Werchow (Stadt Calau).

Dass kreisübergreifendes Radeln gar nicht weh tut, bestätigt Werner Thiemig aus dem Töpferdorf Crinitz (Elbe-Elster). Im "Dreiländereck" EE, LDS und OSL gelegen, gesteht der 81-Jährige regelmäßige Grenzübertritte. "Wenn wir von Crinitz bis ins Lausitzer Seenland und wieder zurückradeln, kommen schon mal schlappe 120 Kilometer zusammen" so der Senior mit den Stahlwaden. Die 43 Kilometer der 20. Tour für Jedermann und (-frau) ficht ihn nicht an. Über Sedlitz, Großräschen, Freienhufen, Drochow, Annahütte, Klettwitz, Meuro und Hörlitz endet die Tour dort, wo sie auch begonnen hat: in Senftenberg. Mit 15-minütiger Verspätung - aufgrund der Schlange vor der Anmeldung und dem Empfang der Lotterielose - greift Landrat Siegurd Heinze (parteilos) zum Megafon und beglückwünscht die 270 Pedaleure. "Sie haben alles richtig gemacht. Die Tour ist heute nicht nur die Top-Veranstaltung im Landkreis, sondern in ganz Südbrandenburg", stellt er klar. Seine Info, dass die Zahl der Teilnehmer nicht nur eingestellt, sondern ein neuer Rekord aufgestellt worden sei, quittieren viele Radler mit einem intensiven Betätigen ihrer Klingeln. Und noch einmal klingt es Dutzendfach aus den Glocken an den Fahrradlenkern, als Siegurd Heinze eine Lanze für "seinen" Kreissitz bricht: "Wir machen mit dieser Tour deutlich, dass uns die Kreisstadt am Herzen liegt und wir wünschen uns, dass es so bleibt", betont der Landrat, bevor er sich an die Spitze des Konvois setzt. Rudolf Kupfer, der im Landkreissüden fürs Wetter zuständig ist, lobt die "radlerfreundliche Witterung". Angenehme Temperaturen und ein gelegentlich erfrischendes Lüftchen begleiten die Ausflügler.

Jens Bergmann, Drehbuchautor, Produzent und Regisseur der Tour bilanziert "Zufriedenheit". Für den Tourismus-Beauftragten des Landkreises OSL wird die Jubiläumstour als "rundum gelungen" in Erinnerung bleiben.

Zum Thema:
Am Zielort Senftenberger Hafen werden die Teilnehmer gleich mehrfach überrascht. Der Ankündigung, dass es auch im kommenden Jahr eine Tour de OSL geben wird, folgt ein musikalisches Schmankerl. "I sing a Liad für euch", schmettert das Andreas-Gabalier-Double Kevin Muschinski ins Publikum. Die Hauptpreise der Radler-Tombola, zwei E-Bikes von Hauptsponsor Sparkasse Niederlausitz, gehen an Heike Kuka aus Großkoschen und Angela Lehnert aus Calau.