Knapp 700 000 Badegäste aus 25 Ländern tauchen pro Jahr im Senftenberger See ab. "Was sie besonders bei uns schätzen, ist die super Badewasserqualität und die sauberen Strände", weiß Norbert Noack, stellvertretender Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland. Bei Gästebefragungen stehen Wasserqualität und Strände nach seinen Erfahrungen immer an erster Stelle.

Damit im Senftenberger See gut baden ist, werden die Badestellen im Sommer 14-tägig von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes untersucht. Die Ergebnisse erfüllen mühelos ein wichtiges Kriterium für die Verleihung der Blauen Flagge. Im Wasser tummeln sich weder Keime noch Bakterien, die biologische Zusammensetzung stimmt, die Sichttiefe ist in Ordnung. Auch der pH-Wert von 7,8 liegt im sehr guten Bereich.

Damit auch außerhalb des Wassers alles bestens in Schuss ist und die Badegäste immer wieder gern ihre Strandmuscheln aufbauen, darum kümmert sich Manuela Vales mit ihren 16 Mitarbeitern aus dem Bereich Infrastruktur des Zweckverbandes. Zu ihrem Revier gehören fast acht Kilometer Badestrände rund um den Senftenberger See, fünf Parkplätze, 12 Toiletten und 18 Kilometer Rad- und Wanderwege um den See. "Wir sind im Hochsommer täglich in der Spur, damit sich die Urlauber bei uns wohl fühlen", erklärt die Verantwortliche fürs Grünwesen.

Ihre Müll-Runde startet morgens um 6 Uhr, wenn die Gäste noch schlafen. Ausgerüstet sind ihre Mitarbeiter wie Strandläufer mit einem Rucksack, blauen und gelben Säcken, Abfallgreifer, Handfeger und Schaufel. Aufgeteilt auf die verschiedenen Strandabschnitte, ziehen sie vom Bauhof aus los. Der Dreck, der eingesammelt wird, verschwindet auf einem Multicar, der die Trupps begleitet. "Wir sammeln Strandgut, lesen Scherben ein, harken die Liegewiesen nach Verunreinigungen ab, mähen und befreien Badebereiche von störenden Ästen und Grünzeug. Geleert werden zudem bei jeder morgendlichen Runde die Mülltrennsysteme. Nach einem heißen Badetag sind die Behälter für Glas, Restmüll und Kunststoffe übervoll. "Das Verständnis der Gäste für das duale System hat aber deutlich zugenommen", schätzt Manuela Vales ein. Sie muss es wissen. Im nächsten Jahr feiert sie schließlich ihr 20-jähriges Betriebsjubiläum am See.

Zur Höchstform läuft die Grünabteilung des Zweckverbandes immer dann auf, wenn ein Hitze-Wochenende für Besucherrekorde sorgt. Zu Pfingsten war das der Fall. "Da sind wir morgens sogar mit Anhänger gefahren, um allen Müll wegzubekommen." An die 80 Kubikmeter Abfälle wurden rund um den See eingesammelt und zur Müllpresse auf den Bauhof bugsiert. "Das ist dann schon Schwerstarbeit", sagt die Frau, die nach so vielen Arbeitsjahren am See jeden Stein und jeden Baum kennt. Getrieben werden Mitarbeiter aus dem Grünwesen immer von der Zeit. "Wir müssen schneller sein als die ersten Urlauber", erklärt Manuela Vales. Für einen Strandabschnitt wie den in Großkoschen braucht man aber wenigstens zwei Stunden, bis alles picobello ist.

Damit neben der Sauberkeit auch die Sicherheit im und am Wasser des Senftenberger Sees stimmt, dafür sorgt Gerhard Kaergel mit seinem Team der DRK-Wasserwacht. Von 10 bis 18 Uhr ist der Rettungswachdienst auf der Station in Großkoschen im Sommer täglich in Bereitschaft. 250 Einsätze kommen in jedem Sommer zusammen, dazu 50 Hilfeleistungen im Strandbereich. Um die Anfahrtszeit im Notfall zu verkürzen, will die Wasserwacht in diesem Sommer erstmals auch einen Liegeplatz im Stadthafen Senftenberg beanspruchen. "Dann sind wir schneller auf dem Wasser, wenn in Niemtsch oder vor dem Gaumensegel etwas passiert", erklärt Kaergel, der seit 40 Jahren den Senftenberger See bewacht. Zum Aufgabenbereich der Rettungsschwimmer gehört auch das Abschnorcheln der Strandabschnitte. "Wir halten nach allem Ausschau, was Badenden gefährlich sein könnte", erklärt Kaergel.

Dass die Blaue Flagge jetzt zum wiederholten Male am See weht, ist für solche "guten Geister" wie Manuela Vales und Gerhard Kaergel eine Bestätigung ihrer Arbeit. Wenn andere Urlaub machen, müssen sie am meisten ran. "Das Umfeld, die Infrastruktur rund um den Senftenberger See passt zu unserem Qualitätsversprechen", bringt es Norbert Noack auf den Punkt. Für Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) ist die Blaue Fahne ein wichtiges Aushängeschild auch im Wettbewerb mit anderen Badeseen.

Zum Thema:
Die Blaue Flagge ist das erste gemeinsame Umweltsymbol, das seit 28 Jahren für jeweils ein Jahr an vorbildliche Sportboothäfen und Badestellen in weltweit 48 Staaten von der Stiftung für Umwelterziehung Kopenhagen (FEE) vergeben wird. Im Jahr 2014 werden 3883 blaue Flaggen weltweit wehen. In ganz Deutschland werden in diesem Jahr 144 Blaue Flaggen gehisst. Alle mit der Blauen Flagge ausgezeichneten Badestellen müssen jeweils einen umfangreichen Kriterienkatalog erfüllen und ihre vorbildliche Umweltarbeit jährlich erneut nachweisen. Zu den Kriterien gehören die Badewasserqualität, Sicherheit und Reinlichkeit der Strände sowie hohe Standards im Umweltmanagement.Im Land Brandenburg wurden 2014 drei Badestellen mit der Blauen Flagge ausgezeichnet: Strandbad Kallinchen in Zossen; Strandbad Wolletzsee Angermünde sowie Seestrand Großkoschen Senftenberg. Informationen: www.umwelterziehung.de