ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:30 Uhr

Stolperstein wird neu verlegt

Der erste Stolperstein für Notar Reyersbach in Senftenberg.
Der erste Stolperstein für Notar Reyersbach in Senftenberg. FOTO: Stadt Senftenberg
Senftenberg. Zum Gedenken an das erschreckende Schicksal des Senftenberger Rechtsanwalts und Notars Dr. Rudolf Reyersbach, der in der Reichspogromnacht vor 75 Jahren in Senftenberg ermordet wurde, lädt die Stadt Senftenberg gemeinsam mit der Arbeitsgruppe "Stolpersteine für Senftenberg" zu einer Nachverlegung des Stolpersteines für ihn ein. red/br

Der ursprünglich vom Künstler Gunter Demnig in Anwesenheit der Familie Reyersbach im Juli 2007 am Steindamm 17 verlegte Stolperstein war Anfang dieses Jahres entwendet worden. Nun wird er am morgigen 9. November um 15.30 Uhr vor dem ehemaligen Wohnhaus am Steindamm 17, in dem sich auch die Kanzlei befand, nachverlegt.

Ab 14 Uhr findet im Rathaus eine besondere Veranstaltung statt. Die Historikerin Dr. Susanne Bennewitz wird gemeinsam mit Eva Klein von der Arbeitsgruppe "Stolpersteine für Senftenberg" aus den Briefen von Marianne Reyersbach lesen, die diese aus dem Exil in Guatemala an ihren Freund Werner Besch, der aus einer Pfarrersfamilie in Altdöbern stammte, geschrieben hat.

Die im Mai im Berliner Verlag Hentrich & Hentrich erstmals publizierten Briefe aus den Jahren 1937 bis 1940 sind für Senftenberg besonders interessant, weil sie von der Schwester des Rechtsanwalts Dr. Rudolf Reyersbach stammen. Er war in Senftenberg tätig und kam am 10. November 1938 brutal zu Tode. Marianne Reyersbach hatte als Sekretärin in der Kanzlei ihres Bruders gearbeitet und in dieser Zeit auch den Richter Besch, Sohn des Altdöberner Pfarrers Besch, kennengelernt. Sie konnte rechtzeitig mit ihrer Mutter und einer Schwester von Cottbus nach Lateinamerika auswandern. Ausführliche Berichte schrieb sie an den befreundeten Werner Besch, der in Deutschland geblieben war. In der Korrespondenz steht die Abkürzung "S." für Senftenberg und meist für die schönere gemeinsame Vergangenheit. "Nicht nur Du denkst oft an S.", schrieb sie ihrem Freund.