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| 21:22 Uhr

Naturschutz
Die Weißstörche werden immer rarer in Südbrandenburg

 In Brandenburg gibt es laut Naturschutzbund mehr als 1300 Storchenpaare.
In Brandenburg gibt es laut Naturschutzbund mehr als 1300 Storchenpaare. FOTO: ZB / Patrick Pleul
Grünewalde/Lindenau. Der Weißstorch-Betreuer für den Raum Senftenberg, Werner Blaschke aus Lauchhammer, rechnet in diesem Jahr mit nur elf Brutpaaren. Die Gründe für die magere Prognose schildert er hier. Von Torsten Richter-Zippack

Seit Ende März sind die ersten Störche dieses Jahres da im Raum Senftenberg. Mit maximal elf Brutpaaren rechnet der ehrenamtliche Weißstorchbetreuer Werner Blaschke im Altkreis Senftenberg. Mitte der 1990er-Jahre gab es zwischen Großräschen und Ortrand über 20 Paare.

Bislang sind laut Blaschke noch nicht alle Brutpaare vollständig. Beispielsweise in Lindenau: Zwar hat ein beringter Vogel den Horst besetzt, aber bislang noch keinen Brutpartner gefunden. „Der Storch wurde vor 13 Jahren im sächsischen Gröditz geboren und als Nestling beringt. Er ist bereits seit dem Jahr 2011 in der Gemeinde zu Hause“, erklärt Werner Blaschke. Im benachbarten Tettau sei die Situation bislang ungewiss, ob sich dort ein Brutpaar einfinden werde.

Den Rückgang der Brutpaare bei den Weißstörchen erklärt Blaschke so: „Adebar ist ein Abbild der sich ständig verschlechternden Lage in der Vogelwelt. Zwar stehen in viele Orten Nistmöglichkeiten bereit. Aber große Monokulturen, zu Feldern umgebrochene Wiesen und Weiden und fehlende Feldraine erschweren den Vögeln die Nahrungsbeschaffung.“

 Die Wartungsarbeiten am Grünewalder Storchenhorst sind pünktlich vor dem Eintreffen der Störche erfolgt. Der Horst auf dem Stahlgittermast wurde um die Hälfte abgetragen.
Die Wartungsarbeiten am Grünewalder Storchenhorst sind pünktlich vor dem Eintreffen der Störche erfolgt. Der Horst auf dem Stahlgittermast wurde um die Hälfte abgetragen. FOTO: Torsten Arlt

In Grünewalde wurde bereits Anfang März der stattliche Storchenhorst auf dem Stahlgittermast an der Straße zum Lauch um die Hälfte abgetragen. „Anschließend wurde der Mast entrostet und gestrichen“, informiert Protagonist Helmut Arlt. Die dafür erforderliche ausziehbare Leiter haben die Grünewalder Technikfreunde mit dem Namen „LPG Krumme Furche“ bereitgestellt. Die Farbe bezahlte die Arbeitsgemeinschaft Umwelt Lauchhammer. „Alles in allem war das eine sehr gelungene Gemeinschaftsaktion der Grünewalder Natur- und Heimatfreunde“, konsdtatiert Helmut Arlt erfreut.

Der Erfolg sollte nicht lange auf sich warten lassen, informiert er. Bereits am Vormittag des 27. März landete der erste Storch auf dem verjüngten Horst. Seine Partnerin traf vier Tage später ein.

Die Storchenpaare von Grünewalde haben eine Jahrzehnte lange Tradition. Bereits seit 1975 notiert Familie Bock lückenlos alles über den Storch in dem Ort.

Helmut Arlt regt an, unterhalb des Storchenhorstes einen Rastplatz anzulegen. Von dieser rund zwölf Quadratmeter großen Fläche mit Bank und mehreren Fahrradständern könnten die Adebare günstig beobachtet werden. Der Horst befindet sich direkt am Radwanderweg zum Naherholungsgebiet Grünewalder Lauch.

Im vergangenen Jahr sind im Altkreis Senftenberg nur 20 Jungstörche ausgeflogen, davon drei aus dem Grünewalder Horst. Werner Blasche spricht von einem durchschnittlichen Jahr. Es gab elf Horstpaare, von denen drei ohne Bruterfolg blieben. Im Jahr 2017 waren es noch 34 flügge gewordene Jungstörche aus 13 Horsten. Die 2018er-Dürre hatte die Rotstrümpfe indes weniger belastet, als von manchen Naturfreunden befürchtet. Zwar gab es weniger Kröten und Frösche als Nahrung. Dafür waren die Störche auf Mäuse geflogen..