Kriemhilde Steinbrücks Mann ist im Juni 2000 im Alter von 68 Jahren gestorben. Doch Karl-Heinz Steinbrück hat in Hoyerswerda ähnlich viele künstlerische Spuren hinterlassen wie der weitaus bekanntere Bildhauer Jürgen von Woyski. Genau wie dieser war auch Karl-Heinz-Steinbrück 1956 der Einladung des Stadtarchitekten Ferdinand Rupp gefolgt, der junge Künstler aufgefordert hatte, die Neustadt mitzugestalten. Zwei Jahre später gründete Steinbrück mit Herbert Morys, Peter Bathke und Wolfgang Nötzold in Seidewinkel die Künstlerische Produktionsgenossenschaft (KPG) "neue form", die bis zum Ende der DDR ein ziemliches Novum im Land blieb. Schiffbauer wird Künstler In Halberstadt geboren, lernte Karl-Heinz Steinbrück zunächst in Wismar Schiffbauer und arbeitete dort auf der Mathias-Thesen-Werft als Konstrukteur. An der Fachschule für angewandte Kunst in Heiligendamm wurde er schließlich Kunstschmied. Er ist Schöpfer vieler Fenstergitter und Brüstungen der Wohnhäuser am Bahnhofsvorplatz sowie am Elsterbogen. Reiher und Kraniche des Geländers der Spremberger Brücke sind ebenso von ihm entworfen worden wie die beiden Sonnenuhren im WK I und in Seidewinkel, der Altar des King-Hauses, das Eingangs-Gitter vor der Katholischen Kirche, das Geländer der Bogenbrücke am Mühlweg oder auch der obere Teil des Kronenbrunnens im Zoo. Doch die KPG "neue form" lieferte DDR-weit, zum Beispiel Brunnen, Stühle oder Leuchter. Und so finden sich Arbeiten von Karl-Heinz Steinbrück auch in Leipzig, Rostock, Cottbus und Eisenhüttenstadt. In Berlin waren Steinbrück und seine Kollegen im Ephraims-Palais oder im Dom beschäftigt und sogar Bundesfinanzminister Peer Steinbrück kann ein Werk seines Hoyerswerdaer Namensvetters bewundern. Dieser schuf nämlich 1984 Stahltore für das damalige Haus der Ministerien an der Leipziger Straße in Berlin. Heute ist das Detlev-Rohwedder-Haus der Dienstsitz des Finanzministeriums. Sohn in den Fußstapfen "Er hat viel für Hoyerswerda getan und sich nie in den Vordergrund gedrängt", sagt Kriemhilde Steinbrück über ihren Mann. Einige seiner Arbeiten finden sich in und vor ihrem Haus in Seidewinkel. Unweit davon plätschert der Brunnen, den Karl-Heinz Steinbrück 1970 aus Stahl und Kupfer für den Dorfplatz gebaut hat. Sohn Lars lebt heute übrigens in den USA. Er arbeitet in Kalifornien - als Kunstschmied, wie sein Vater einer gewesen ist. no