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| 02:48 Uhr

Statnik will Vorsitzender bleiben

David Statnik ist seit sechs Jahren Vorsitzender der Domowina.
David Statnik ist seit sechs Jahren Vorsitzender der Domowina. FOTO: Klein
Bautzen. David Statnik kandidiert erneut für den Vorsitz des Domowina – Bund Lausitzer Sorben e.V. Uwe Menschner

Wie der seit 2011 im Amt befindliche Vorsitzende der sorbischen Dachorganisation am Donnerstag erklärte, sei er von bislang sechs Vereinen und Verbänden vorgeschlagen worden. Weitere Vorschläge würden bislang nicht vorliegen. Die Wahl erfolgt auf der 18. Hauptversammlung der Domowina am 25. März in Hoyerswerda.

Wenn sich am 25. März mehr als 200 Delegierte aus sorbischen Vereinen und Verbänden zur Hauptversammlung des Domowina - Bund Lausitzer Sorben e.V. im Hoyerswerdaer Sparkassensaal treffen, dann geht es um nicht weniger als einen Generationswechsel. Denn neben dem Vorsitzenden - der bislang einzige Kandidat ist schon seit sechs Jahren im Amt und mit 33 Jahren noch recht jung - wird auch der gesamte Bundesvorstand neu gewählt. Dieser als höchstes Gremium der Domowina zwischen den Hauptversammlungen besteht aus bis zu 30 Mitgliedern. Die Hälfte der bisherigen Vorstandsmitglieder hat bislang eine erneute Kandidatur angekündigt. David Statnik erwartet aus dieser Konstellation heraus eine "inhaltliche Neuausrichtung durch neue Mitglieder, die über andere Kompetenzen verfügen und andere Erwartungen an ihr ehrenamtliches Wirken stellen."

Keinen Hehl macht David Statnik daraus, dass er im Zuge der Wahlen eine deutliche Verjüngung des Domowina-Vorstandes erwartet: "Wir haben in den vergangenen Jahren sehr intensiv mit den Jugendvereinen und -verbänden gearbeitet und spüren dort ein großes Interesse an der Mitarbeit für die Zukunft des sorbischen Volkes." Dazu beigetragen habe auch die verstärkte Nutzung digitaler Medien.

Programmatisch wird die bevorstehende Hauptversammlung keine richtungsweisenden Entscheidungen mit sich bringen: "Diese Diskussion hat ja vor zwei Jahren in Dreikretscham stattgefunden, wo auch ein neues Programm beschlossen wurde. In Hoyerswerda wird es darum gehen, Rechenschaft darüber abzulegen, wie wir das Programm bis jetzt umgesetzt haben." Und da, so Statnik, könne er - ohne dem Rechenschaftsbericht vorzugreifen - eine durchaus positive Bilanz ziehen.

Den Schwerpunkt der gegenwärtigen politischen Arbeit bildet das neue sächsische Schulgesetz, in dessen Rahmen die Domowina größere Einflussmöglichkeiten für sich und für den Sorbischen Schulverein auf die Belange der sorbischen Schulen erhofft. Dies soll in Form eines Anhörungsrechtes verwirklicht werden. Bei Schuleingangsuntersuchungen sollen für sorbische Muttersprachler künftig die sorbischen Sprachkenntnisse maßgeblich für die Beurteilung sein. Ein großes Problem sieht David Statnik weiterhin in der Gewinnung von Lehrernachwuchs für den sorbischsprachigen Unterricht, wofür die Bemühungen intensiviert werden müssten. Sorbische Sprachkenntnisse sollten durch Zertifikate besser überprüfbar gemacht werden.

Gegenüber der Initiative "Serbski Sejm" für ein sorbisches Parlament ist die Domowina laut David Statnik weiterhin zur inhaltlichen Auseinandersetzung bereit, sieht sich aber von deren Seite einem "Dogma" gegenüber, an dem "nicht gerüttelt wird." Die jüngsten Schritte der Initiative, insbesondere die Benennung eines Ältestenrates als Vorstufe für ein künftiges Parlament der Sorben, schätzt Statnik als "nicht demokratisch und untransparent" ein. Letztmalig habe man sich mit dem Programm der Initiative 2015 beschäftigt und dabei festgestellt, "dass es für uns keine brauchbaren Neuerungen enthält", so der Domowina-Vorsitzende.