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| 16:40 Uhr

Senftenberg drückt die Daumen
Volltreffer für die kleine Katharina: Lebensretter kommt aus Amerika

Katharina daheim im Garten kurz vor dem Behandlungsstart in einem Berliner Krankenhaus.
Katharina daheim im Garten kurz vor dem Behandlungsstart in einem Berliner Krankenhaus. FOTO: privat
Senftenberg. 900 Senftenberger haben sich typisieren lassen. Stammzellspender in den USA gefunden. Von Andrea Budich und Jan Augustin

Nach endlos langen Monaten des Bangens, Hoffens und Wartens ist er gefunden, der Stammzellspender für die einjährige Katharina mit einem seltenen Immundefekt. Damit kann nach der großen Registrierungsaktion kurz vor Weihnachten aufgeatmet werden. „Für uns ist das die schönste Nachricht und eine Erlösung zugleich“, sagt Nachbarin Birgit Heilemann aus der Senftenberger Radojewskistraße.

Betroffen vom schweren Schicksal der fünfköpfigen Senftenberger Familie, hatte die Nachbarin wie verrückt getrommelt und mit 150 Freiwilligen eine Typisierungsaktion auf die Beine gestellt, die es so in Senftenberg noch nie gegeben hat. Mehr als 900 Senftenberger hatten sich damals für eine mögliche Stammzellspende registrieren lassen.

Zu ihrem ersten Geburtstag im Mai war trotz aufwändiger Suche und großer Typisierungsaktion in Senftenberg noch kein passender genetischwer Zwilling für die damals zehn Monate alte schwerkranke Katharina gefunden.
Zu ihrem ersten Geburtstag im Mai war trotz aufwändiger Suche und großer Typisierungsaktion in Senftenberg noch kein passender genetischwer Zwilling für die damals zehn Monate alte schwerkranke Katharina gefunden. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche

Unter dem Strich sind zusätzlich 27 000 Euro auf das Spendenkonto von Katharina eingezahlt worden. „Senftenberg war regelrecht elektrisiert für das kleine Mädchen mit der Stupsnase, den blauen Augen und den blonden Löckchen“, bestätigt eine überglückliche Chef-Organisatorin. Sie wird auch acht Monate nach der großen Hilfsaktion bei jedem Gang durch die Stadt immer wieder nach der kleinen Katharina befragt.

Dass der wie eine Nadel im Heuhaufen gesuchte Spender letztlich nicht aus Senftenberg, sondern aus Amerika kommt, ist für alle Helfer und Spender die Erlösung schlechthin. „Noch im August wird die Transplantation stattfinden“, teilt Hannah Wischott von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit. Katharina gehe es derzeit gut. „Sie läuft und spricht erste Wörter“, erzählt Birgit Heilemann. Seit Mittwoch wird Katharina in einem Berliner Krankenhaus auf die anstehende Transplantation vorbereitet. Begleitet von ihren Eltern Anastasia und Alexander, werden ihre beiden großen Brüder  Daniel (5) und Andreas (8) in Senftenberg von der Oma betreut.

Der Stamm der Senftenberger Helfergruppe steht der Familie in der angespannten Situation zur Seite „Wir haben Katharina mit einem Stofftier verabschiedet“, erzählt Birgit Heilemann. Die große Anteilnahme ist auch in den Kommentaren auf Katharinas Facebook-Seite zu spüren. Senftenberg drückt fest die Daumen für Katharina!