| 02:44 Uhr

Ständiger Ärger über wilde Sperrmüllhaufen in Senftenberg

Der Unmut über illegal abgeladenen Sperrmüll hat in Senftenberg neue Nahrung bekommen.
Der Unmut über illegal abgeladenen Sperrmüll hat in Senftenberg neue Nahrung bekommen. FOTO: Stadt Senftenberg
Senftenberg. Nach dem jüngsten Einsatz des Bauhofes an der Greifswalder Straße appelliert die Stadt an die Bürger, Courage für mehr Ordnung zu zeigen. Kathleen Weser

Ein wilder Sperrmüllhaufen an der Ecke Greifswalder und Ahlbecker Straße hat in Senftenberg berechtigt für Frust gesorgt. "Wieder hat ein Bürger einfach Sperrmüll illegal auf der städtischen Fläche entsorgt", sagt Rathaus-Sprecher Andreas Groebe. Solche Haufen entwickeln dann eine Eigendynamik. Denn jeder legt etwas dazu, ohne nachzufragen, wer es entsorgt. Und irgendwann ist der Berg so groß, dass sich Anwohner beschweren und bei der Stadt anrufen mit dem Satz "Kümmert euch mal". Das hat die Stadtverwaltung dann auch getan. "Außerplanmäßig musste der Bauhof mit drei Mitarbeitern und weiteren vier Aushilfen ausrücken, um den Sperrmüll zu beseitigen", erklärt Groebe weiter. Die Arbeit, für die die Mitarbeiter eigentlich verantwortlich sind, mussten warten. Zusätzlich mussten Fahrzeuge und Container beschafft werden, um unvernünftigen Mitbürgern den Dreck nachzuräumen. Grob gerechnet hat dieser Einsatz rund 720 Euro gekostet. Steuergeld, das letztendlich alle Senftenberger bezahlen und für wichtigere Vorhaben nicht zur Verfügung steht. "Leider ist das kein Einzelfall", bestätigt der Sprecher der Stadt.

Allein im vergangenen Jahr seien 8600 Euro außerplanmäßig für die Müllbeseitigung auf städtischen Flächen angefallen. "Die Stadt Senftenberg appelliert deshalb an dieser Stelle zum wiederholten Mal an die Bürger, sich einfach gegenseitig zu erziehen und etwas mehr auf das Gemeinwohl zu achten. Denn es ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit, seinen Müll illegal zu entsorgen", erläutert Andreas Groebe aus diesem aktuellen und höchst unerfreulichen Anlass.

Dabei gibt es keinerlei Grund, herrenlosen Müll im Stadtgebiet zu hinterlassen. Denn das Entsorgen ist im Gebiet des heimischen Abfallverbandes "Schwarze Elster" über die Sperrmüllkarte einmal im Jahr in der Grundgebühr enthalten und damit nicht zusätzlich kostenpflichtig.

"Wir setzen auf aufmerksame Bürger, die auch den Mut haben, Verursacher anzusprechen oder beim Ordnungsamt zu melden", so der Appell des Stadt-Sprechers an die Senftenberger.

Etwa hundert widerrechtliche Müllablagerungen sind in den vergangenen Jahren in Senftenberg pro Haushaltsjahr festgestellt worden. Der Aufwand, die Stadt sauber zu halten, ist hoch und kostet Geld. Drei Mitarbeiter sind täglich auf verschiedenen Routen in Senftenberg unterwegs und sammeln den Abfall von den Straßen ein.

Zum Thema:
Illegal entsorgter Müll reißt Löcher in die kommunalen Haushalte. Jährlich müssen in Brandenburg etwa 1,5 Millionen Euro für das Beseitigen von Müll, Unrat und Autowracks aufgewendet werden. Eine Vielzahl von Tätern wird nie ermittelt. Das Bußgeld, das Erwischte zahlen müssen, kann bis 10 000 Euro betragen. Bei Schäden an der Umwelt, greift sogar das Strafrecht.