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Stadtarchiv Senftenberg nimmt Schätze auf

Ines Jahn hält eine historische Karte in den Händen. Das wertvolle Stück gehört zu den Neuzugängen, die dem Stadtarchiv neu übergeben wurden.
Ines Jahn hält eine historische Karte in den Händen. Das wertvolle Stück gehört zu den Neuzugängen, die dem Stadtarchiv neu übergeben wurden. FOTO: chk1
Senftenberg. Etwa 600 laufende Meter Archivgut bilden neben dem internen Verwaltungsarchiv das Gedächtnis der Stadt Senftenberg. Die Sammlung wächst kontinuierlich weiter. Christiane Klein / chk1

Stadtarchivarin Ines Jahn konnte in den vergangenen Monaten wieder neue Schätze entgegennehmen. Die Aufarbeitung und Erschließung ist ein mühsames Unterfangen.

Neue, spannende Einblicke in die Vergangenheit Senftenbergs haben sich im Stadtarchiv geöffnet. "Wir sind sehr erfreut darüber, dass wir die Ausgaben der Märkischen Volksstimme von 1946 bis 1952, den Senftenberger Anzeiger von Januar bis März 1933 und die Senftenberger Zeitung von 1962 bis 1967 in digitaler Form erhalten haben", sagt Ines Jahn. Ergänzt wird die historische Zeitungsschau durch Ausgaben der Stralsunder Rundschau (1962 bis 1964) und der Südharz Rundschau (1965 bis 1967). Die digitalisierten Dokumente sind eine wertvolle Basis, um weitere Dinge aus der Senftenberger Vergangenheit in Erfahrung zu bringen oder wichtige historische Ereignisse aus DDR-Zeiten und ihre Berichterstattung in der Presse aufzuarbeiten, erklärt die Stadtarchivarin. Ehrenamtler und ein Bundesfreiwilligendienstler seien damit beschäftigt, die Ausgaben durchzulesen und Berichte herauszufiltern, die für die Senftenberger Heimatgeschichte relevant sind. "Teilweise standen sogar in der Stralsunder oder Südharz Zeitung Nachrichten über Senftenberg", erklärt die Verwaltungsmitarbeiterin. Seit die Neuzugänge im vorigen Jahr dem Archiv übergeben wurden, laufe die Auswertung - "und das wird noch Arbeit über viele Jahre sein", schätzt Ines Jahn.

Die Zeitungsausgaben sind nicht die einzigen neuen Dokumente im Stadtarchiv. Zu den Neuzugängen gehören auch "wertvolle historische Unterlagen zum Tierpark und seiner Entstehung aus den Jahren 1931 bis 1932 über den Ankauf von Tieren, und eine Spendenliste, in der viele Senftenberger Bürger zu finden sind, die damals für den Tierpark gespendet haben", sagt die Archivarin. Die Unterlagen ergänzen den vorhandenen Archivbestand zum Tierpark. "Somit können künftige Archivbenutzer noch etwas mehr zu den Anfangszeiten des Tierparks erfahren", so Jahn.

Im vorigen Jahr ist auch der Nachlass des früheren Stadthistorikers Werner Forkert noch weiter gewachsen. Neben handschriftlichen Aufzeichnungen des langjährigen Ortschronisten zu den beiden Toren der Stadt, der Stadtmauer, historischen Karten und Aufnahmen vom ehemaligen Pionierhaus im Jahr 1952 ist noch unterschiedlichstes Quellenmaterial ins Stadtarchiv gelangt, so die Senftenbergerin. "Hierzu gehören kleine Schriften, Aufsätze anderer Heimatforscher und zahlreiche Broschüren, die für eine Geschichtsforschung dienen können." Einen besonderen Schatz stellen die "Niederlausitzer Heimatblätter 1921 bis 1922" dar, die ebenfalls zum Nachlass gehören. In ihnen seien beispielsweise auch viele heimatkundliche Beiträge von Dr. Rudolf Lehmann zu finden.

Noch seien längst nicht alle Medien in dem Bestand erschlossen, den Frau Forkert dem Stadtarchiv freundlicherweise übereignet habe, sagt Ines Jahn. Sie weiß, dass es viel Zeit brauchen wird, die Senftenberger Vergangenheit für Interessierte greifbar zu machen.