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Stadt-Norden nicht aus dem Blick verlieren

Mit 90 Teilnehmern, darunter zehn Radlern, die die Stadtrundfahrt temporär begleiteten, zählte der 3. Tag der Städtebauförderung in Großräschen einen neuen Besucherrekord. Zu Beginn gab es eine Begrüßung durch Bürgermeister Thomas Zenker (r.).
Mit 90 Teilnehmern, darunter zehn Radlern, die die Stadtrundfahrt temporär begleiteten, zählte der 3. Tag der Städtebauförderung in Großräschen einen neuen Besucherrekord. Zu Beginn gab es eine Begrüßung durch Bürgermeister Thomas Zenker (r.). FOTO: Hegewald/uhd1
Großräschen/Senftenberg. Beim 3. Tag der Städtebauförderung ging es in Großräschen mit dem Schulbus auf Entdeckertour durch die Stadt. In Senftenberg gab es "Gespräche am Bauzaun". Uwe Hegewald / uhd1

. Während es am Großrä schener See bautechnisch brummt, hat sich das Neubaugebiet Nord zunehmend gelichtet. Doch der Rückbau von Wohnblöcken ist dort vorerst gestoppt, erfahren die Teilnehmer des 3. Tages der Städtebauförderung am Sonnabend in Großräschen. "Um die Entwicklungen an See und Hafen zu erläutern, aber ebenso die Vorhaben im Wohngebiet Nord darzustellen, verwandeln wir den sonst üblichen Stadtspaziergang in eine Stadtrundfahrt", lädt Bürgermeister Thomas Zenker die zahlreichen Interessenten zum Einsteigen in Bus und Bahn (Seeschlange) ein.

Immerhin gilt es am Samstagnachmittag 80 Fahrgäste zu chauffieren. Während sich das Stadtoberhaupt als Assistent-Lokführer bei Tschu-Tschu-Bahnführer Rudi Zurek bewährt, steuert René Wolf den legendären gelben US-Schoolbus durch die Stadt. An einzelnen Zwischenstopps erklärt Max Heide vom Amt für Stadtentwicklung bereits abgeschlossene wie auch kommende Vorhaben. Vom "Herzschrittmacher" Kurmärker - mit 70 Veranstaltungen im Jahr das kulturelle Zentrum der Stadt - geht es zu einem ehemaligen Kulturzentrum: die frühere Gaststätte Lausitz. "Was haben wir hier für Karnevals-Veranstaltungen durchgeführt. Mit Keller, Erd- und Obergeschoss wurden von uns gleich alle drei Etagen in Beschlag genommen", erinnert sich Ex-Elferrat Bernd Kossarek. 300 Karten durften wir verkaufen, manchmal waren es aber bis zu 400 Gäste, die in die "Lausitz" strömten. "Wir konnten gar nicht alle Kartenanfragen bedienen", ergänzt Peter Weiser. Großrä schens Karnevals-Ehrenpräsident und heutiger Stadtführer begrüßt es, dass der alte Kulturtempel reanimiert wird. Für 1,7 Millionen Euro soll dort ein Caritas-Integrationszentrum entstehen. "Die Caritas wird sich langfristig einmieten und unsere Stadtkasse nicht belasten", kündigt Thomas Zenker an. Dankbar ist das Stadtoberhaupt für die Markt-Entwicklung in der Nord-Stadt. Durch die werde letztendlich die Nahversorgung gesichert. Auf dem Penny-Parkplatz errichtet Netto eine neue Filiale. Der verwaiste Penny-Markt wird abgerissen und die gewonnene Fläche in einen Parkplatz verwandelt. Und noch eine frohe Botschaft versetzt die Teilnehmer ins Staunen. So beabsichtigt das DRK eine Erweiterung des Seniorenparks. "Neun Millionen beträgt die Investitionssumme, die momentan im Raum steht", so Zenker. "Schön, dass in unserer Stadt so viele private Investitionen anspringen."

Zunehmend erweise sich Großräschen als willkommene Adresse für Zuzugswillige. Über die Hälfte der Neubürger kommen von außerhalb. "Bezüglich der Bevölkerungsstatistik konnten wir zuletzt leichte Zugewinne verzeichnen", informiert Max Heide. Für das nach Flächenrecycling des Ex-Wohngebietes Hugo-Schacht geschaffene Areal stünden von 13 Eigenheimparzellen nur noch vier Baugrundstücke zur Verfügung, erklärt der Stadtentwickler an einem Beispiel.

Bevor es mit Bus und Bahn vom Norden in den Süden der Stadt mit Stopps in der Friedrich-Hoffmann-Oberschule und Hafenbaustelle geht, steht eine Enthüllung an. Thomas Zenker und Sascha Donath, Präsident des SV Großräschen, eröffnen das Baustellenschild für die Vorhaben im Komplex Feuerwehrdepot und SV-Gebäude. Dort hat seit zwei Monaten auch Quartier-Managerin Karin Krüger ihr Büro. Ihr Job: Ideen und Kräfte bündeln, um das Quartier zwischen Malerviertel und Nordstadt lebenswerter und liebenswerter zu machen. "Ich bin dankbar für Anregungen und irgendwie auch angewiesen auf die Unterstützung der Bürger", appelliert sie. Empfehlungen sollten nicht lange auf sich warten lassen, was das Interesse der Großräschener an Stadtentwicklungen belegt. So will Doris Posenau wissen, wie es um Einkaufsmöglichkeiten und Busverbindungen in See-Nähe bestellt ist. Peter Ahlberg erhält eine Antwort, wann etwa der Rückbau der störenden Fernwärmeleitung erfolgt.

In Senftenberg gab es im Rahmen des Tages der Städtebauförderung die "Gespräche am Bauzaun". Zwei Gebäude standen diesmal im Mittelunkt: das Wohn- und Geschäftshaus Markt 15 sowie die ehemalige Realschule.

Das Interesse war überwältigend, freut sich Stadt-Pressesprecher Andreas Groebe. Viel Lob gab es für die Idee, dass vor weiteren Sanierungsarbeiten nun noch einmal ein Blick hinter die Fassade beider Gebäude möglich war. Während am Markt 15 bereits seit einigen Wochen die ersten Bauarbeiten laufen, befinden sich die Schweizer Investoren der Realschule noch in der Planungsphase. Viele Senftenberger nutzten die Möglichkeit, in ihrer ehemaligen Schule noch mal einen Blick in die wunderschöne Turnhalle zu werfen. In dem Gebäude sollen im Juli die Entkernungsarbeiten beginnen. Ziel ist es, so die Genehmigungsbehörden mitspielen, das gesamte Ensemble 2019 seiner Bestimmung zu übergeben. Das gilt sowohl für das Apartmenthotel mit Konferenzräumen als auch für das Café mit integriertem Kino.

Bevor im Juli in der ehemaligen Realschule in Senftenberg die Entkernungsarbeiten beginnen, konnten interessierte Bürger noch einmal die schöne Turnhalle besichtigen und erfuhren zugleich, was die Schweizer Investoren hier vorhaben.
Bevor im Juli in der ehemaligen Realschule in Senftenberg die Entkernungsarbeiten beginnen, konnten interessierte Bürger noch einmal die schöne Turnhalle besichtigen und erfuhren zugleich, was die Schweizer Investoren hier vorhaben. FOTO: Andreas Groebe/Stadt Senftenberg