Im Fachausschuss der Stadtverordnetenversammlung, der sich am Dienstagabend mit dem brisanten Thema befasste, wurde der Beschluss abgelehnt - und der großen Parlamentsrunde damit nicht zur Verabschiedung empfohlen.
„Die Drucksache an sich hat keine Zustimmung erhalten“ , erklärt Reiner Rademann (SPD), der Vorsitzende des Finanzausschusses. „In der Frage, ob der Tierpark Senftenberg erhalten werden soll oder nicht, ist keine klare Tendenz erkennbar geworden“ , ergänzt er. Das heißt: Lässt die Ratsrunde den aktuell eingebrachten Tierpark-Beschluss durchfallen, läuft (vorerst) alles wie bisher weiter.
Eine Entscheidung zur Zukunft der Anlage muss allerdings trotzdem her. Denn langsam aber sicher kommt die Stadt ernsthaft mit dem Gesetz in Konflikt. Mittelfristig kann der Tierpark so wie derzeit nicht weiterbetrieben werden (RUNDSCHAU berichtete bereits).
Die hohen Investitionskosten in die dringend notwendige neue Futterküche und die ordnungsgemäße Abwasserentsorgung sowie Räume für eine „Zoo-Schule“ sind der Mehrheit der Ausschuss-Mitglieder deutlich „zu fett“ . Zudem seien konkrete Fakten zum Engagement des Fördervereins und von Sponsoren nicht greifbar, führt Reiner Rademann einen weiteren Grund für die Ablehnung an. „Persönlich stehe ich dafür, den Tierpark zu erhalten“ , betont der SPD-Mann. „Wir müssen uns was einfallen lassen. Mit Investitionen, die aus dem Vermögenshaushalt finanziert werden, schaffen wir dauerhaft Werte. Ich bin davon überzeugt, dass die Bewirtschaftungskosten entscheidend gesenkt werden können“ , sagt Reiner Rademann. „Aber ich bin mir auch im Klaren darüber, dass es eine Illusion ist, einen Tierpark ganz ohne Stadtzuschüsse aufrecht erhalten zu wollen.“ (KaWe)