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Staatsschutz ermittelt gegen Großräschener Bauchtreter

Großräschen. Der Mann, der in Großräschen einer schwangeren Frau aus der Türkei in den Bauch getreten hat, muss sich wahrscheinlich vor Gericht verantworten. Wie die Cottbuser Oberstaatsanwältin Petra Hertwig bestätigt, ermittelt der Staatsschutz in dem offenbar politisch motivierten Fall. Jan Augustin

Ein Streit zwischen mehreren ausländischen Personen und dem Deutschen, der sie mit "Scheiß Ausländer" beschimpft haben soll, war vor gut zwei Wochen an der Rosa-Luxemburg-Straße eskaliert. Die Gruppe hatte zwar versucht, der Auseinandersetzung auszuweichen und flüchtete. Der mit 2,42 Promille stark alkoholisierte 18-Jährige trat der 24-jährigen Türkin trotzdem in dem Bauch. Auf ihre Hilferufe hatte ein deutscher Mann reagiert, den Täter zu Boden geschlagen und ihn von weiteren Handgreiflichkeiten abgehalten. Vor dem Eintreffen der Polizei ist er aber verschwunden. Der Bauchtreter wurde festgenommen, später aber wieder entlassen. Die Frau musste ins Krankenhaus gebracht worden. "Ob das ungeborene Kind Schäden davon getragen hat, wissen wir noch nicht genau", erklärt Petra Hertwig. Die Staatsanwaltschaft werde vermutlich Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung erheben. Das Strafmaß hierfür liegt bei sechs Monaten bis zehn Jahren. Weil es sich bei dem vermeintlichen Täter um einen Heranwachsenden handelt, kann auch das Jugendstrafrecht angewendet werden.