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Spreewald will europäische Millionen

Lutz Habermann, Geschäftsführer des Spreewaldvereins, wirbt im Saal der Lübbenauer Rathauses um Ideen. Ziel ist es, mit einem guten Konzept möglichst viel Geld aus Brüssel für zahlreiche Projekte im Spreewald zu bekommen. Projektideen können mit einem Antragsformular, das unter der Internetseite des Vereins abrufbar ist, bis zum 21. März an die Geschäftsstelle des Spreewaldvereins geschickt werden.
Lutz Habermann, Geschäftsführer des Spreewaldvereins, wirbt im Saal der Lübbenauer Rathauses um Ideen. Ziel ist es, mit einem guten Konzept möglichst viel Geld aus Brüssel für zahlreiche Projekte im Spreewald zu bekommen. Projektideen können mit einem Antragsformular, das unter der Internetseite des Vereins abrufbar ist, bis zum 21. März an die Geschäftsstelle des Spreewaldvereins geschickt werden. FOTO: Michael Petschick
Lübbenau. Der Spreewaldverein ist im Kampf um Millionen von Fördergeldern in den Wettbewerb gestartet. Um auch in der Periode von 2014 bis 2020 wieder Geld aus Brüssel zu bekommen, müssen gute Ideen her. Der Verein muss daraus ein überzeugendes Konzept stricken. Jan Augustin

Bis zum 31. Mai läuft der Wettbewerb um Brüssels Millionen noch. Dann muss der Spreewaldverein ein möglichst überzeugendes "Regionales Entwicklungskonzept" (REK) zusammengestrickt haben. Der Startschuss dafür fiel dieser Tage im Lübbenauer Rathaus. Vertreter aus Kommunen der gesamten Spreewaldregion, aus Verbänden und Vereinen sammelten in der Auftaktveranstaltung erste Gedanken. Dass sich auch die "nichtstaatlichen" Akteure an der Diskussion beteiligen, ist ein Kriterium der Europäischen Union.

Das REK muss in diesem Jahr besonders überzeugen. 300 bis 360 Millionen Euro stehen dem Land Brandenburg im Förderprogramm für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zur Verfügung. Das sind 15 Prozent weniger als in der Förderperiode 2007 bis 2013. "Es steht und fällt damit, wie innovativ der Ansatz ist", sagt deshalb der Geschäftsführer des Spreewaldvereins, Lutz Habermann. Klasse statt Masse also. Innovation und Kreativität sind gewünscht. "Der Spreewald setzt auf Qualität", sagt Habermann.

Erste Ideen stellt Michael Petschick von der Verwaltung des Biosphärenreservates Spreewald vor. Ein Handlungsfeld, das aus Sicht des Biosphärenreservates aufgenommen werden sollte, dreht sich um die Spreewälder Baukultur. "Zum Erhalt der einmaligen Bausubstanz in den Streusiedlungsbereichen wie in Burg oder Neu Lübbenau muss es eine Förderung der fachgerechten Sanierung von der Planung bis zur Ausführung geben", sagt Petschick. Modernes Wohnen in alten Gebäuden sei eine besondere Herausforderung für die Region und der Bestand an historischen Gebäuden in den Dörfern ein Alleinstellungsmerkmal. Petschick: "Deshalb sollte bei knappen Mitteln dem selbst genutzten Wohnraum in solchen Gebäuden ein Vorzug bei der Förderung eingeräumt werden."

Weitere Themenschwerpunkte, die sich aus Sicht des Biosphärenreservates und dem Auftrag einer modellhaften nachhaltigen Entwicklung ergeben, zählt Petschick auf: die Einbindung der aktiven Elternschaft in den Schul- und Elternkonferenzen, die Bündelung von Landschaftspflege und Naturschutz, die Stärkung der regionalen Vermarktung von Lebensmitteln und die Fachkräftesicherung auf dem Land.

Die abgelaufene Förderperiode war eine erfolgreiche für Brandenburg. 331 kommunale und private Projekte seien in dieser Zeit gefördert worden, weiß Habermann. Insgesamt seien 70 Millionen Euro an Investitionen ausgelöst, 71 Arbeitsplätze geschaffen, sieben Kinderbetreuungseinrichtungen saniert beziehungsweise neu gebaut und 358 Gästebetten errichtet worden. Knapp 45 Millionen Euro an Fördergeldern flossen in Projekte wie die "Darre" in Lieberose. In dem sanierten historischen Gebäude befinden sich heute ein Museum, Gastronomie, die Tourist-Info und ein Veranstaltungssaal. Es ist ein ELER-Vorzeigeprojekt. Hübsche Beispiele sind auch die Gutskapelle Reuden, die längste Holzbrücke des Spreewalds in Lübben oder der Bau des Dahme-Radweges.

Die Darre in Lieberose
Die Darre in Lieberose FOTO: Andreas Traube