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| 17:03 Uhr

Aufklären und beraten beim Gefäßtag des Klinikums Niederlausitz
Sprechstunde am Schaufenster

Chefarzt Tom Hammermüller aus dem Krankenhaus Senftenberg mit einem Modell, das Gefäßveränderungen zeigt. Medizintechnik zum Anfassen und Ausprobieren bringt er am Mittwoch mit zum Gefäßtag in die Sparkasse. Mit seiner gesamten Mannschaft aus dem Gefäßzentrum will er aufklären, informieren und beraten. Im Krankenhaus bleibt nur ein Notfalldienst zurück.
Chefarzt Tom Hammermüller aus dem Krankenhaus Senftenberg mit einem Modell, das Gefäßveränderungen zeigt. Medizintechnik zum Anfassen und Ausprobieren bringt er am Mittwoch mit zum Gefäßtag in die Sparkasse. Mit seiner gesamten Mannschaft aus dem Gefäßzentrum will er aufklären, informieren und beraten. Im Krankenhaus bleibt nur ein Notfalldienst zurück. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
Senftenberg. Die Krankheit mit dem seltsamen Namen steht am Mittwoch im Mittelpunkt des 7. Gefäßtages des Klinikums Niederlausitz. Bis zu 1500 Patienten pro Jahr im Gefäßzentrum Niederlausitz. Von Andrea Budich

Wer an der Schaufensterkrankheit leidet, muss auch am Schaufenster  abgeholt werden. Sprechstunde am Schaufenster sozusagen. Auf diese einfache Formel  bringt Chefarzt Tom Hammermüller den Ansatz des  Gefäßtages.

Also raus aus dem Krankenhaus  mit steriler Atmosphäre und rauf auf Senftenbergs Shoppingmeile. „Bei der Schaufensterkrankheit handelt es sich nicht um Shoppingsucht, sondern um eine ernstzunehmende Durchblutungsstörung, die die Betroffenen - wie bei einem Stadtbummel - immer wieder zum Stehenbleiben zwingt“, erklärt der Chefarzt. Das Gefährliche an der harmlos klingenden Schaufensterkrankeit: Es ist ein schleichender Prozess, den der Körper  lange Zeit kompensieren kann. „Die verstopften Adern sind eine stille Katastrophe. Es dauert  erfahrungsgemäß sehr lange, bis die  Patienten zu  uns kommen“, sagt Hammermüller.  1000 bis 1500 Patienten  werden pro Jahr  im Gefäßzentrum Niederlausitz und der Gefäßambulanz behandelt. Neben den Krampfader-Erkrankungen sind die Durchblutungsstörungen an den Beinen  eine Haupt-Diagnose der Senftenberger Gefäß-Spezialisten. 900 stationäre  Operationen und  200 ambulante gehören zur Jahresstatistik  des  Gefäßzentrums.

„Solche Operationen können aber meist vermieden werden, wenn frühzeitig  eine Behandlung eingeleitet wird“, erklärt Hammermüller. Die Gefäßchirurgie zum Anfassen mit allen Informationen und Beratungen im Paket hat er  eingeführt, seit er 2012 aus Schleswig-Holstein kommend die Senftenberger Krankenhaus-Mannschaft  verstärkt. Die Kliniktüren bei einem Gefäßtag weit zu öffnen - das hat in Senftenberg inzwischen Tradition. Am Mittwoch ist es wieder soweit.

Neu  sind in diesem Jahr  dabei die  Angebote des Herz- und Gefäßsports.  Die Besucher werden zu einfachen Übungen von zwei Gefäßtrainern gleich am Sparkassen-Eingang  animiert. Eine Gefäßsportgruppe trifft sich regelmäßig im Familiencampus Klettwitz.

Wie es im OP-Saal abläuft und wie ein OP-Tisch bestückt ist, auch das ist beim Gefäßtag zu erfahren. Für die gewebten Kunststoffprothesen, die bei Durchblutungsstörungen zum Einsatz kommen, wird zu einem kleinen Nahtkurs eingeladen. Dabei können Interessierte ausprobieren, wie in der Gefäßchirurgie spezielle Prothesen zusammengenäht werden.

Den Gefäßen auf der Spur sind die Besucher auch bei verschiedenen klinischen Untersuchungen, bei Demonstrationen und Fachvorträgen. Dazu gehören  Venendruckmessungen, die neue Lasertherapie bei Krampfadern und der Ultraschall der Hals- und Bauchschlagader. „Das Team aus dem Gefäßzentrum wird mit mehreren  mobilen Ultraschallgeräten anrücken“, ermutigt der Chefarzt die Senftenberger zum Kommen. Er hofft zudem darauf, dass mehr Männer das Angebot nutzen. Denn obwohl Männer von der Schaufensterkrankheit   viermal häufiger als Frauen betroffen sind, kommen  zum Gefäßtag bisher immer mehr Frauen als Männer.