Die Briesker Elsterkampfbahn ist die Heimstätte eines der größten Sportvereine der Seestadt. Mehrere hundert Mitglieder, davon zahlreiche Kinder und Jugendliche, des FSV Glückauf Brieske/Senftenberg erlernen und trainieren dort das Fußballspielen. Die Bedingungen sind allerdings alles andere als optimal. Beengte Platzverhältnisse und unzureichende Sanitäranlagen sorgen für Verdruss.

Perspektivisch soll sich die Elsterkampfbahn zu einer modernen Sportstätte wandeln. Darüber hinaus zu einem Heim für mehrere Vereine. Dafür will die Stadt jetzt 200 000 Euro für die Vor- und Entwurfsplanung in die Hand nehmen. Das sieht zumindest ein Beschlussvorschlag für die Stadtverordneten vor. Demzufolge könnte mit der bereits vorhandenen Infrastruktur ein zentrales Sportzentrum entstehen. Das Hauptaugenmerk soll auf dem Bau eines weiteren wettkampffähigen Spielfeldes liegen.

SPD-Antrag mit umfangreichen Investitionsmaßnahmen

Ein kurzfristig ergänzend eingebrachter Antrag der Senftenberger SPD-Fraktion sieht darüber hinaus die Schaffung eines Hauses der Vereine mit Umkleide-, Sanitär- und Versammlungsräumen, die Modernisierung des vorhandenen A-Rasenplatzes, Parkplätze und Wege sowie einen Rahmen als Gesamtsportstätte vor. Damit, so erklärt Stadtverordnetenvorsteher Peter Rössiger (SPD), könne die Anlage auch durch weitere Vereine und Sportarten genutzt werden.

Die Elsterkampfbahn befindet sich im Eigentum der Stadt Senftenberg. Bislang alleiniger Nutzer ist der FSV Glückauf Brieske/Senftenberg. Allerdings verfügt der Verein derzeit über keinen Betreibervertrag mit der Kommune. Warum, erklärt Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) so: „Weil klar ist, dass dort gebaut werden muss. Nach Abschluss der Arbeiten wird es wieder ein Vertragsverhältnis geben.“

Vorschlag: Fanfaren, Senioren und Keramiker auf die Elsterkampfbahn

Nach Angaben der Briesker Stadtverordneten Christina Nicklisch (Freie Wähler) könnten künftig unter anderem auch die Marga-Fanfaren, die Briesker Senioren und der Keramik-Zirkel ins geplante Vereinsheim auf der Elsterkampfbahn einziehen. Gerade für die Rentner würde sich die Situation erheblich verbessern. Derzeit treffen sie sich bei den Harlekids, gelangen dort aber nur über Treppen in ihre Räume. Die Marga-Fanfaren trainieren aktuell in der Niederlausitzhalle.

Eigentlich hätte in Brieske schon längst geplant und möglicherweise bereits gebaut werden können. Schließlich sind bereits in der städtischen Sportstättenkonzeption entsprechende Maßnahmen vorgesehen. „Aber dabei drehen wir uns seit zwei Jahren im Kreis“, bemängelt Bürgermeister Fredrich. „Bislang wussten wir nicht, was wir eigentlich konkret wollen und was das kosten würde. Und solange wir kein richtiges Projekt haben, können wir auch keine Fördermittel beantragen. Dabei sieht es damit gar nicht so schlecht aus.“

Aus den jetzt beabsichtigten 200 000 Euro Planungsgeldern solle das Optimale für die Elsterkampfbahn herausgeholt werden. Der Bildungs- und Sozialausschuss müsse sich zeitnah festlegen, in was nun genau investiert werden müsse. Fredrich stellt klar, dass die Stadt nicht für einen Verein baue, sondern für alle Senftenberger.

Mancher Stadtverordneter befürchtet aber, dass bei einer möglichen Millionen-Investition in Brieske weitere Sportanlagen finanziell hintenan stünden. So fragt Norbert Philipp (Wir für Senftenberg/Grüne), wo dann Geld für den Sportplatz an der Briesker Straße herkommen solle. Und in der Niederlausitzhalle habe die Stadt nicht mal Finanzen für die dortige Erneuerung des Fußbodens aufgetrieben.

Was die Niederlausitzhalle angeht, kontert Andreas Fredrich, dass das Geld durchaus zur Verfügung gestanden hatte, man sich politisch aber nicht einigen konnte, welche Funktion der Halle künftig zukommen solle. Gleichzeitig stellt er klar, dass die Stadt selbstverständlich an der Sportstätte Briesker Straße festhalte, dort allerdings nie in gleicher Höhe investieren könne wie in Brieske. Der dort heimische SV Senftenberg als größter Sportverein der Seestadt mahnt an, dass die dortigen Gebäude dringend gesichert werden müssen, wie SV-Vorsitzender Heinz Trasper sagt.

Das letzte Wort über die Genehmigung der Planungskosten für die Elsterkampfbahn haben indes die Stadtverordneten. Sie werden am 6. Mai darüber entscheiden. Im jüngsten Hauptausschuss wurde über die Vorlage nicht abgestimmt. Stattdessen erging der Auftrag an das Rathaus, diese zu überarbeiten. Einig seien sich die Abgeordneten darüber, dass der dritte Fußballplatz kommen muss. Ansonsten, so sagt Ältestenvorsitzende des Hauptausschusses, Norbert Philipp, müsse die ganze Angelegenheit nochmals beraten werden.

Langfristiges Aus für Sportplatz Harbigstraße?


Auf der Sportanlage in der Senftenberger Rudolf-Harbig-Straße muss nach Angaben der Stadt der Kunstrasenplatz erneuert werden. Dafür sind 250 000 Euro vorgesehen. Dabei bescheinigt Bürgermeister Andreas Fredrich dem dortigen Sportplatz das langfristige Aus. „Die Universität sucht am Standort Senftenberg Flächen zur Erweiterung“, begründet das Stadtoberhaupt. Bis allerdings etwas Konkretes passiert, gingen noch viele Jahre ins Land, so Fredrich weiter. Daher sei die jetzt geplante Investition gerechtfertigt.