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Halloween
Flatternd von Haus zu Haus

Leuchtende Zauberstäbe, wehende Umhänge und ein grusliger Totenschädel,der alles bewacht – die Ruhlander Flattermäuse sind für den Halloweenumzug am 31. Oktober bereits bestens gerüstet.
Leuchtende Zauberstäbe, wehende Umhänge und ein grusliger Totenschädel,der alles bewacht – die Ruhlander Flattermäuse sind für den Halloweenumzug am 31. Oktober bereits bestens gerüstet. FOTO: Rasche Steffen
Ruhland. Für die große Halloween-Sause gruseln auch die Ruhlander Sportfrauen mit. Hunderte Gäste werden erwartet. Von Anja Brautschek

Wenn der Wind in die gezackten Umhänge weht, wirkt es fast so, als könnten sie abheben. Zum Abendgrauen wirken die Kostüme der Ruhlander Flattermäuse mystisch. Die Frauen sind ganz in schwarz gekleidet. Fledermausähnliche Masken bedecken ihre Gesichter. Und der Wagen ist eingehüllt in dicke Spinnweben. Ein paar leuchtende Zauberstäbe hellen den Weg aus. Für die große Halloween-Party sind die Frauen bereits bestens gerüstet. Jetzt wird an den Feinheiten gefeilt.

„Ein paar Lichterketten fehlen noch. Das wirkt zum Umzug besonders toll“, sagt Carola Fach. Um das traditionelle Halloween-Spektakel kommt in Ruhland kaum jemand vorbei. Aus der ganzen Lausitz strömen die Grusel-Fans dort hin. „Warum also nicht selbst mitmachen beim großen Umzug?“, dachten sich die Sport-Frauen. Die Idee dazu kam ganz spontan nur wenige Tage vor dem 31. Oktober. Im vergangenen Jahr zogen sie zum ersten Mal los.

Eigentlich treffen sich die Ruhlander Frauen jeden Montag zum Sport. Doch bei der wöchentlichen Gymnastik und Bewegung bleibt es oftmals nicht. Die Sport-Frauen sind eine gesellige Gruppe. Sie treffen sich regelmäßig zu Radtouren, Ausflüge oder Tanzabende. „Wir wollten eine neue Tradition begründen. Denn Halloween ist in Ruhland sehr groß.“, so Carola Fach.

Vorbild für die Flattermäuse ist die Hexengruppe. Seit vielen Jahren bereits beteiligen sich Frauen einer anderen Gymnastik-Gruppe am Halloween-Spektakel. Als Hexen verkleidet, spuken die Rentnerinnen am 31. Oktober durch die Ruhlander Straßen. Auch Carola Fach und andere Frauen der Montags-Gruppe haben sich zur Geisterstunde bereits in die Hexen verwandelt – und Spaß am Spuk gefunden. Acht Ruhlanderinnen haben sich deshalb zusammengetan und möchten den Umzug mit einer weiteren Gruppe bereichern.

Doch welche Verkleidung ist dafür am besten? Die Hexen sind eine eingespielte Gruppe. Daher sollte eine andere Idee her. „Erst waren Kürbisse im Gespräch. Aber wir wollten auch unseren Sport mit den Kostümen widerspiegeln“, sind sich alle einig. Also entstand die Idee der Flattermäuse. Denn Fledermäuse sind agil und schnell – wenn auch nur nachts.

Aus Zeitnot heraus wurden Kostüme im Internet und im Einzelhandel zusammengestellt. Ein Fledermauscape, Masken, Haarreifen und die Leuchtstäbe vervollständigen die Kostüme. Der Bollerwagen mit notwendigen Utensilien darf zu so einem Umzug natürlich nicht fehlen. Auch er ist liebevoll und thematisch passend dekoriert. Die beleuchteten Lampions sehen aus wie kleine, aufgeblähte Fledermäuse. Spinnen krabbeln das Netz entlang. Und auf allem thront ein finsterer Totenschädel, dessen Augen im Dunkeln gespenstisch leuchten. „Der war im vergangenen Jahr ein richtiger Hingucker“, sagt Carola Fach. Fast schon wie echt drehte sich der Schädel durch die Erschütterungen während des Marsches.

Für die Besucher der vergangenen Halloween-Party war das ein beliebtes Foto-Motiv. „Wir haben uns ein bisschen wie Promis gefühlt. Viele wollten Fotos mit uns machen“, erinnern sich die Flattermäuse. Auf dem Marktplatz und während des Umzuges zogen sie die Blicke auf sich. Die neuen Kostüme und das Auftreten der lebenslustigen Frauen kamen gut an.

Aus diesem Grund wollen sie auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit Hexen, Gespenstern und anderen Gruselgestalten die Nacht der Geister feiern. So manche Ideen schlummern noch in den Köpfen der Flattermäuse. Bei Apfelsaft und Kaffee werden die Einfälle ausgewertet. So haben sie beispielsweise für dieses Halloween ein Schild zusammengestellt. Damit sind die Flattermäuse auch von Weitem bestens zu erkennen. Ein Vollmond ziert das nachtblaue Plakat – wie sonst sollen die Flattermäuse auch zum Leben erwachen? Eine Lichterkette rückt alles ins rechte Licht.

Licht und Schatten – mit diesen Gegensätzen spielen die Ruhlander Flattermäuse. Was noch fehlt, ist die richtige Musik für die perfekte Grusel-Stimmung. Doch auch das haben die Flattermäuse bereits fest im Blick. „Ein eigenes Lied, damit uns die Leute auch von Weitem erkennen – das wäre doch toll“, träumen sie. So werden die Flattermäuse auch in den kommenden Jahren für so einige Überraschungen sorgen.