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Leichtathletik
Rekordflut unterm Hallendach

Der Hallenmarathon in Senftenberg beeindruckt in jedem Jahr durch sein besonderes Flair und lockt auch deswegen viele Athleten an.
Der Hallenmarathon in Senftenberg beeindruckt in jedem Jahr durch sein besonderes Flair und lockt auch deswegen viele Athleten an. FOTO: Steffen Rasche / Rasche FOTOGRAFIE
Senftenberg. Beim Senftenberger Hallenmarathon gab es zahlreiche neue Bestmarken und beeindruckende Leistungen. Von Roland Strahl

Läufer und Radsportler gaben sich am letzten Januarwochenende ein Stelldichein in der seit 1959 existierenden legendären Niederlausitzhalle in Senftenberg, einst die größte freitragende Halle Europas. Erinnert sei nur, dass sich dort regelmäßig die Spitzenleichtathletik der DDR traf, dort Länderkämpfe gegen Großbritannien, Frankreich und die UdSSR stattfanden und der immer noch existierende Halleneuroparekord im Männerkugelstoßen dort 1989 aufgestellt wurde und auch der noch bestehende deutsche Rekord über 60 Meter der Frauen aus dem Jahre 1985.

Viele der 751 Teilnehmer an den drei Tagen, unter ihnen Sportler aus Slowenien, Bulgarien, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Schweden und Deutschland, staunen immer wieder, wenn sie diese Historie hören und sind begeistert von der Einmaligkeit und dem Fluidum dieser Halle.

Bei 12 Laufveranstaltungen auf dem 250 Meter langen Tartanoval von 100 km, 50 km über den Marathon, Halbmarathon, 3000, 10 000, 5000 Meter und 3000 Meter Walken bis hin zu den Kinderläufen sowie ein Radsport Wettbewerb pulsierte dort an drei Tagen der Breitensport.

Insgesamt wurden zehn neue Veranstaltungsrekorde aufgestellt, außerdem ein neuer deutscher Rekord über die 50 km der Frauen von Julia Jezek aus Berlin (04:10:21 h). Beachtlich dabei, dass die Berlinerin im Feld der 33 Läufer als zweite nach dem Sieger, dem über 50-jährigen Dirk Karl aus Rheinland Pfalz, der in 3:48:30 h auch neuen deutschen Altersklassenrekord lief, ins Ziel kam. Den deutschen Rekord, zugleich auch Weltrekord, lief hier 2016 der Berliner Gerrit Wegener in 3:48:30 h.

Auch die Siegerehrungen der Lausitz-Laufserie 2017 (30 Läufe), der Walking-Serie 2017 (23 Wettkämpfe) und des Rad-Zeitfahr-Cups 2017 (17 Rennen) wurden dort durchgeführt

Los ging es schon am Freitag mit dem 100 km Ultra Marathon Lauf, wo sich 30 Frauen und Männer der 400 Runden Tortur stellten. Nach 8:29 Stunden überquerte Stefan Otto aus Sachsen Anhalt die Ziellinie. Nach 13:29 Stunden beendete auch Thomas Porstner aus Sachsen als Letzter überglücklich den langen Kanten. Der im vorigen Jahr vom Berliner Benjamin Brade an gleicher Stelle aufgestellte deutschen Rekord und auch Weltrekord von 7:56:24 h war ungefährdet.

Nicht wenige der Läufer aus nah und fern hatten auch Mehrfachstarts und liefen die 100 km, den 50 km Ultramarathon und die Marathondistanz. Unfassbar ist immer noch die Leistung des 44-jährigen Österreichers Dietmar Korntner im vergangenem Jahr, der alle angebotenen Laufdistanzen an den drei Tagen bewältigte und zwar in dieser Reihenfolge: 100 km, 10 km, 1 km, 3 km, 3 km Walken, 5 km, 10 km Paarlauf, 42,195 km, 21,1 km, 50 km, und 5 km. das waren in Summe 240,42 km und fast 1000 Runden. Unfassbar, was ein menschlicher Körper zu leisten vermag. Er hatte sich übrigens in diesem Jahr auch angemeldet, sagte aber schließlich noch kurzfristig beim Veranstalter ab.

Weitere Ergebnisse gibt es unter: www.lausitzer-sportevents.de