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| 18:14 Uhr

Fussball
Ortrand ballert sich Richtung Landesklasse

Ortrands Robin Bruntsch jubelt über das 3:0, das er in der einseitigen Partie schon in der 17. Minute erzielte. Aus personeller Not heraus musste Schipkau seinen besten Angreifer John Krüger ins Tor stellen.
Ortrands Robin Bruntsch jubelt über das 3:0, das er in der einseitigen Partie schon in der 17. Minute erzielte. Aus personeller Not heraus musste Schipkau seinen besten Angreifer John Krüger ins Tor stellen. FOTO: FuPa Brandenburg
Kreisoberliga Südbrandenburg. Nach dem 9:0 im Spitzenspiel der Kreisoberliga gegen Verfolger Schipkau braucht die Einracht nur noch einen Punkt zum Aufstieg. Von Sven Bock

Eintracht Ortrand kann den Meistersekt schon kaltstellen: Am Samstag fertigte der Tabellenführer der Südbrandenburger Kreisoberliga im Spitzenspiel Verfolger Askania Schipkau mit 9:0 ab und benötigt nun noch einen Zähler aus den verbleibenden drei Partien zum endgültigen Aufstieg.

So gingen beide Teams ins Spiel: Der Tabellenführer ging mit breiter Brust in die Partie: Ortrand feierte zuletzt inklusive der Nachholpartien sechs Siege in Serie. Die Eintracht übernahm dadurch auch die kurzzeitig abgegebene Tabellenspitze wieder und baute den Vorsprung auf die Verfolger Lok Falkenberg und Askania Schipkau auf sechs Zähler aus. Bei Schipkau lief es dagegen nicht so rund. Wegen personeller Probleme holten die Askanen aus den letzten drei Spielen nur zwei Punkte. Das sollte sich auch in Ortrand fortsetzen, wo Trainer Lars Rossow unter anderem auf die Stammkräfte Toni Bauer, Tommy Groebe, Göran Seemann und Keeper Toni Krettek verzichten und dafür Schipkaus besten Torschützen John Krüger zwischen die Pfosten stellen musste.

So fielen die Tore: Gleich der ersten Angriff der Eintracht war von Erfolg gekrönt: Der schnelle rechte Flügelläufer Florian Kirstein war von der Schipkauer Hintermannschaft nicht zu halten. Von der Grundlinie legte er den Ball zurück ins Zentrum, wo Ortrands Torjäger Michel Müller nur noch einschieben musste. Und da es in der 4. Minute schon so gut mit dem Spielzug geklappt hatte, wiederholte ihn die Eintracht keine 60 Sekunden später. Wieder legte der durchgelaufene Kirstein von der Grundlinie zurück auf Müller und der traf unbedrängt von einem gegnerischen Abwehrspieler zum 2:0.

In der 17. Minute erhöhte Robin Bruntsch auf 3:0. Dieses Mal ging es über die linke Abwehrseite der Askanen zu schnell für die Gäste. Bruntsch behauptete an der Strafraumgrenze im Zweikampf gegen Schipkaus Kapitän Steve Krettek die Kugel und ließ frei durch anschließend auch Krüger keine Chance.

Den vierten Treffer erzielte Kirstein selbst. Wieder überlief er seinen Gegenspieler und versenkte überlegt frei vor Krüger zum 4:0-Halbzeitstand.

Nach der Pause wiederholte sich die Anfangsphase der ersten Hälfte. Sebastian Gorczak legte in der 49. Minute von der rechten Seite quer auf Müller, der am zweiten Pfosten zum 5:0 einschob. Und erneut nur wenige Augenblicke später passte Kirstein von der Grundlinie ins Zentrum. Müller revanchierte sich gleich für den Treffer und ließ die Kugel dieses Mal passieren für den hinter ihm stehenden Sebastian Gorczak, der direkt den sechsten Treffer beisteuerte.

Ortrands Torjäger Michael Müller (l.) klatscht mit Eric Buntzel und Florian Kirstein ab. Müller hat nach seinen vier Treffern jetzt 42 Saisontore auf dem Konto.
Ortrands Torjäger Michael Müller (l.) klatscht mit Eric Buntzel und Florian Kirstein ab. Müller hat nach seinen vier Treffern jetzt 42 Saisontore auf dem Konto. FOTO: FuPa Brandenburg

Das 7:0 war ein Eigentor des kurz vorher eingewechselten Martin Wojtczak, der die Hereingabe von Kirstein beim Rettungsversuch unglücklich ins eigene Netz spitzelte.

Mit dem 8:0 machte Müller seinen Viererpack in diesem Spiel vollständig und erzielte damit seine Saisontreffer 39, 40, 41 und 42. Kirstein wurde im Schipkauser Strafraum von Wojtczak klar gefoult. Der Eintracht-Torjäger trat an und verwandelte den Strafstoß sicher.

Den Schlusspunkt setzte wieder Kirstein, der von Buntzel mit einem perfekten Pass in den Lauf Richtung Askanen-Tor geschickt wurde. Krüger riskierte im Rauslaufen keine Rote Karte und verpasste den Befreiungsschlag. Kirstein musste anschließend nur noch ins leere Tor einschieben.

So lief die Partie: Knackpunkt war der schnelle Doppelschlag der Eintracht in den ersten fünf Spielminuten. Danach verlief das Spiel so eindeutlig wie das Ergebnis. Ortrand kontrollierte jederzeit Ball und Gegner. Die Eintracht spielte sich immer wieder ruhig die Kugel in der Abwehr hin und her, um dann mit dem scharfen Pass auf die schnellen Außen schlagartig das Tempo anzuziehen. Dadurch entstanden große Lücken in der Schipkauer Defensive, die der Tabellenführer eiskalt ausnutzte. Die Askania bekam zu keiner Zeit Zugriff auf das Spiel und konnte am Ende bei noch mehreren ausgelassenen Möglichkeiten der Hausherren froh sein, dass die Partie nicht zweistellig endete. Da gleichzeitig auch der vorher noch mit Schipkau punktgleiche Verfolger ESV Lok Falkenberg gegen Groß Leuthen nur einen Punkt holte, hat Ortrand jetzt acht Zähler Vorsprung an der Tabellenspitze bei noch drei ausstehenden Partien.

Das sagt Trainer Torsten John (Eintracht Ortrand): „Wir wussten im Vorfeld, dass Schipkau personelle Probleme hat und wollten genau auf diesen Positionen immer wieder mit Druck über die Außen kommen. Das hat perfekt geklappt. Gleich die ersten Vorstöße waren drin. Das Schipkau dann so einbricht, hatten wir nicht erwartet. Das Hinspiel haben wir mit einem ähnlichen Spiel schon 6:0 gewonnen, deswegen hatten wir ein positives Gefühl. Aber dass es so läuft, damit hätten wir nicht gerechnet. Wir können uns jetzt nur noch selbst schlagen. Aus Repekt vor unseren nächsten drei Gegnern, die alle noch im Abstiegskampf stehen, möchte ich aber noch nicht sagen, dass wir durch sind. Wenn wir jetzt aber soweit sind, wollen wir auch aufsteigen.“