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| 17:12 Uhr

Radball
Großkoschens Torjäger auf zwei Rädern

Für die Großkoschener Radballer Eric (l.) und Tim Lehmann (beide 15) war das Jahr 2018 bislang besonders erfolgreich: Die Brüder gewannen nicht nur ihre fünfte Deutsche Meisterschaft sondern wurden im Mai auch Europameister im Radball.
Für die Großkoschener Radballer Eric (l.) und Tim Lehmann (beide 15) war das Jahr 2018 bislang besonders erfolgreich: Die Brüder gewannen nicht nur ihre fünfte Deutsche Meisterschaft sondern wurden im Mai auch Europameister im Radball. FOTO: LR / Daniel Friedrich
Großkoschen. Die LAUSITZER WOCHE stellt drei erfolgreiche Radball-Teams aus Großkoschen vor. Von Daniel Friedrich

Ballsport ist dieser Tage in aller Munde, der Fußball-WM sei Dank. In Großkoschen können sie auch ziemlich gut mit dem Ball umgehen. Allerdings befördern die Sportler des RSV das Runde nicht per Fuß ins Eckige – sondern mit dem Zweirad.

Unter Radballern hat sich der Ort am Rande des Senftenberger Sees deshalb schon lange einen Namen gemacht. Mehrere Weltcups wurden in den vergangenen Jahren in der Seesporthalle ausgetragen, in diesem Jahr sogar eine EM-Qualifikation der Junioren. Und wo die Großkoschener antreten, läuft es zurzeit besonders erfolgreich für sie, wie der Vereinsvorsitzende Hans-Joachim Loboda erzählt: „Unser Nachwuchs  ist  derzeit  europaweit Spitze: Wir haben mehrere Titel auf nationaler und europäischer Ebene bekommen. Das hat es so in der Vereinsgeschichte noch nicht gegeben.“

Insbesondere stechen dabei Tim und Eric Lehmann (beide 15) hervor. Die Zwillingsbrüder sind im April dieses Jahres zum fünften Mal Deutscher Meister geworden. Nur zwei Wochen später traten die beiden bei den Europameisterschaften im schweizerischen Bazenheid an. Hier holten sie die Goldmedaille für Deutschland. Dabei waren sie in ihrer Altersklasse U19 die Jüngsten – und dennoch ihren Kontrahenten überlegen. „Die beiden haben alle Spiele in den Vorrunden gewonnen. Schließlich haben sie auch das Endspiel gegen Österreich 5:1 klar für sich entschieden“, berichtet die stolze Mutter Andrea Lehmann.

Schon seit ihrem vierten Lebensjahr stehen die Brüder auf dem Rad. Vater und Großvater waren bereits aktive Radballer, eine sportliche Laufbahn somit quasi vorprogrammiert. Dass ein Radball-Team nur aus zwei Personen besteht, kommt den Geschwistern zu gute. Da die beiden stets gleich alt sind, müssen sie beim Überspringen einer Altersgrenze auch nie aufeinander verzichten. Tim ist in der Regel Außenspieler, Eric steht im Tor.

Ihre sportlichen Leistungen haben den beiden bereits einen Platz im Radball-Nationalkader verschafft. Einmal monatlich trainieren sie deshalb an einer Sportschule in Frankfurt/Main. Der Absprung zur Profikarriere also? „Mit Radball kann man kein Geld verdienen. Es ist noch nicht mal olympische Disziplin“, erzählt Tim Lehmann, der später einmal Bankkaufmann und sein Bruder Polizist werden will. Größter Ansporn bleiben deshalb für die Zwillinge ihre Erfolge und die Unterstützung der Fans.

Torben Noatnick (l.) und Luca Hönicke (beide 14) treten in der Altersklasse U15 an. In diesem Jahr haben beide Sportler neben der Landesmeisterschaft auch die Deutsche Meisterschaft gewonnen.
Torben Noatnick (l.) und Luca Hönicke (beide 14) treten in der Altersklasse U15 an. In diesem Jahr haben beide Sportler neben der Landesmeisterschaft auch die Deutsche Meisterschaft gewonnen. FOTO: LR / Daniel Friedrich

Auf Erfolgskurs sind derzeit auch Torben Noatnick und Luca Hönicke. Die 14-Jährigen dürfen sich in diesem Jahr nicht nur Landesmeister nennen. Bei ihren dritten Deutschen Meisterschaften haben die beiden nach erfolgreichen Vorrunden nun erstmals den Meisterpokal in der U13-Klasse geholt. „Wir sind seit vielen Jahren ein eingespieltes Team und es reizt uns, bei den großen Wettkämpfen das Adrenalin im Körper zu spüren“, sagen die Nachwuchs-Radballer. Zwei Mal pro Woche trainieren die beiden, Luca ist außerdem in der Leichtathletik aktiv. Pro Saison kommen die jungen Radballer auf gut ein Dutzend Turniere.

Für die Altersklasse U13 sind Oscar Müller und Paul Pätzold Ende Mai zu den Deutschen Meisterschaften nach Worms gefahren. Auch ihr Abschneiden kann sich sehen lassen: Nach einem durchwachsenen Turnierwochenende  mit starkem Starterfeld sind die 11-Jährigen immerhin Vizemeister geworden. Es waren ihre ersten Deutschen Meisterschaften. Zuvor haben die Großkoschener bereits die Landesmeisterschaft für sich entscheiden können.

Auch Oscar Müller (l.) und Paul Pätzold (beide 11) können stolz sein: Bei der Deutschen Meisterschaft der U13 Ende Mai sind die beiden Vizemeister geworden.
Auch Oscar Müller (l.) und Paul Pätzold (beide 11) können stolz sein: Bei der Deutschen Meisterschaft der U13 Ende Mai sind die beiden Vizemeister geworden. FOTO: LR / Daniel Friedrich

Nach den Erfolgen in dieser Saison bereitet sich der Radsportverein Großkoschen schon auf die nächsten Höhepunkte vor. Fest steht bereits, dass der Radball-Weltcup der Männer Ende August 2019 in Großkoschen ausgetragen wird.

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