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| 18:07 Uhr

Extremsport
Extremsportler plant Rekord in Senftenberg

Der sehbehinderte Harald Lange läuft hier beim Extremlauf „Braveheart-Battle“ in Münnerstadt (Bayern). Auf 28 Kilometern mussten 50 herausfordernde Hindernisse bewältigt werden.
Der sehbehinderte Harald Lange läuft hier beim Extremlauf „Braveheart-Battle“ in Münnerstadt (Bayern). Auf 28 Kilometern mussten 50 herausfordernde Hindernisse bewältigt werden. FOTO: Daniel Karmann / dpa
Senftenberg. Harald Lange will am Freitag in der Halle 100 Kilometer in einer Zeit unter zehn Stunden laufen. Dafür sucht er noch Helfer. Von Sven Hering

Wahnsinn, Leidenschaft und Vernunft liegen bei ihm extrem nah beieinander. Das sagt Harald Lange über sich selbst. Der 37-Jährige aus Bad Homburg ist mit einer starken Sehnervathrophie beidseits geboren. Auf seinem rechten Auge ist er komplett blind. Am linken Auge hat er noch fünf Prozent Sehrest mit einem Sichtfeld von 12 Grad. „Oft ausgestoßen und als anders betrachtet, habe ich schnell meine Leidenschaft zum Sport und der Musik entdeckt“, verrät Lange. Seinen ersten Frankfurt-Marathon absolvierte er im Jahr 2011 in einer Zeit von 3h33min. Doch das war ihm irgendwann nicht mehr genug. Es folgten 50km Rodgau, Braveheartbattle, Vienna Citymarathon, Weiltalmarathon, 72km Rennsteiglauf, Großglockner Berglauf, 24h Lauf – „ich bin kein Sprinter, sondern definitiv Langstreckler“, stellt Lange fest.

Und das nächste Ziel hat er schon fest eingeplant. Lange möchte am Spartathlon teilnehmen. Bei dem Ultramarathon muss eine Strecke von 246 Kilometern in einem Zeitlimit von 36 Stunden zurückgelegt werden. Dabei wird die historische Strecke von Athen nach Sparta absolviert.

Wer allerdings dort mitlaufen möchte, der muss sich qualifizieren. Indem er zum Beispiel einen 100-Kilometer-Lauf in einer Zeit unter zehn Stunden bewältigt. Der erste Versuch Langes im vergangenen Jahr beim Taubertal 100 schlug fehl. Den Berlin-Marathon in den Beinen, fehlten dem Extremläufer am Ende 18 Minuten.

In Senftenberg plant Lange jetzt einen neuen Anlauf. Im Rahmen des Hallenmarathons am Freitag ab 11 Uhr möchte er die Zehn-Stunden-Marke knacken. „Eine 9:20 h sollte es schon werden“, gibt er sich zuversichtlich.

Dabei hofft Lange auf die Unterstützung der Lausitzer Laufszene. „Ich brauche jemanden, der mir die Durchgangszeiten vielleicht alle 40 Runden ansagt, damit ich das Rennen besser planen kann. Ich kann die Zeiten selbst nicht ablesen, weil ich dazu zu wenig sehe.“ 400 Runden muss er insgesamt laufen. Als Gegenleistung bietet Lange einen neuen Rekord an. Denn 100 Kilometer in der Halle hat ein sehbehinderter Läufer bislang noch nicht absolviert. Harald Lange: „Wir haben im Internet lange recherchiert, aber nichts dazu gefunden.“