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| 16:55 Uhr

Sport in Senftenberg
Länderspiele und Breitensport – eine für alle

Ulrich Bergholz (links), stellvertretender Vorsitzender des SV Senftenberg schneidet gemeinsam mit Sven Schaale (rechts), Vorsitzender des Senftenberger FC 08 das Wildschwein zum 90. Geburtstag der Sportanlagen an der Briesker Straße an. Geliefert wurde das leckere Geburtstagsgeschenk vom Markus Busch (Mitte).
Ulrich Bergholz (links), stellvertretender Vorsitzender des SV Senftenberg schneidet gemeinsam mit Sven Schaale (rechts), Vorsitzender des Senftenberger FC 08 das Wildschwein zum 90. Geburtstag der Sportanlagen an der Briesker Straße an. Geliefert wurde das leckere Geburtstagsgeschenk vom Markus Busch (Mitte). FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Senftenberg. 90 Jahre Sportanlagen an der Briesker Straße. Der Sanierungsbedarf ist groß. Von Peter Aswendt

Er gehört zu den ältesten noch intakten Sportanlagen in Senftenberg – der Sportplatz an der Briesker Straße. Mit Aschenbahn, Rasenplatz, Kegelbahn und Nebenanlagen bietet er den sportbegeisterten Senftenbergern viele Möglichkeiten. In diesem Jahr feiert die Sportanlage ihren 90. Geburtstag. Dazu wurde am Sonntag kräftig gefeiert und natürlich auch Sport getrieben.

Senftenberg war schon vor dem Ersten Weltkrieg eine sportlich ambitionierte Stadt. Nach Krieg und Inflation nahm die Arbeiterturn- und sportbewegung einen gewaltigen Aufschwung und es machte sich der Bau eines Sportplatzes erforderlich. Mit der im Jahr 1927 gegründeten Freien Spielvereinigung (FSV) Senftenberg, die unter anderem ihren Ursprung in der 1907 gegründeten Freien Turnerschaft Einigkeit hatte, gab es einen gut funktionierenden Verein.

Von der Planung des neuen Sportareals im Jahr 1924 bis zur Fertigstellung vergingen vier Jahre. Erstes Großereignis war das Bezirkssportfest im Jahr 1928. Sportarten wie Fußball, Feldhandball und Leichtathletik gediehen prächtig. Zahlreiche Sportler dieser Zeit schrieben Geschichte, wie Willi Noatnick, der Mitglied der Fußball-Olympiamannschaft von 1936 war. Wieder war es ein Krieg, der den Gedanken des Sports zerstörte. In der Nachkriegszeit musste nicht nur in Köpfen der Menschen einiges wieder gerade gerückt werden, auch die Sportstätte an der Briesker Straße brauchten fleißige Hände, um im neuen Glanz zu entstehen.

Nach 1945 war eine der wenigen Vorteile des damaligen sozialistischen Regimes die Förderung des Sports auf Basis einer Betriebszugehörigkeit. Für den Senftenberger Sportplatz bedeutet das, dass er im September des Jahres 1952 in die Rechtsträgerschaft des Braunkohlenwerkes (BKW) Senftenberg übergeben wurde. Einige Monate vorher ist der dazugehörige Verein, die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Aktivist Senftenberg gegründet worden.

Nicht unbedingt gewollt, aber doch vollzogen – durch den Zusammenschluss der Vereine Aktivist Brieske-Ost und Aktivist Senftenberg wurde im Jahr 1972 die BSG Aktivist Brieske/Senftenberg der Betreiberverein des Sportplatzes an der Briesker Straße. Immerhin trieben dadurch Ende der 1970er-Jahre knapp 2100 Sportler in 20 Sektionen Sport in Senftenberg. Zum Zugpferd der BSG entwickelte sich mehr und mehr der Fußball. So wurden unter anderem auf dem Sportplatz Fußball-Länderspiele gegen Kuba (1981) oder Länderspiele der deutschen Nachwuchsmannschaften gegen Finnland (1986) und der Tschechischen Republik (1984) ausgetragen.

Mit der politischen Wende übernahm die Sportvereinigung (SV) Senftenberg, mit der Vereinsregisternummer 1, das Ruder auf dem Gelände der Briesker Straße. „Zur Gründung hatten wir knapp 2000 Mitglieder“, berichtet Heinz Trasper, seit 2013 Vereinsvorsitzender des SV Senftenberg. Mit der Entscheidung die Sportanlage gemeinsam mit dem Senftenberger Fussballclub 08 zu betreiben, wurde auch eine Gesellschaft gegründet, die die Bewirtschaftung des Sportplatzes organisiert.

Für die Betreiber stehen aktuell die Sanierung der Toiletten im Haupthaus und des sogenannten Sprecherhauses, übrigens das Gebäude, was noch aus den 1920ern stammt, an. „Wir müssen immer Fördertöpfe anzapfen, um die Finanzen zu regeln“, lächelt Heinz Trasper etwas schwermütig. Sein Traum, die Aschenbahn zu sanieren, ginge seitens der Investtionen gleich in die Hunderttausende. „Wir könnten, mit den entsprechenden Materialien, Radsport und Leichtathletik auf dieser Bahn betreiben“, gibt er zu bedenken. Aber am Sonntag wurde erst mal sportlich mit einem Schwein am Spieß gefeiert und dem einen oder anderem Getränk auf die nächsten Jahre Sportplatz an der Briesker Straße angestoßen.