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| 14:44 Uhr

Kolumne Wort zum Sonntag
Spielball eines Mächtigen?

Pfarrer i. R. Manfred Hornich, Spremberg
Pfarrer i. R. Manfred Hornich, Spremberg FOTO: Manfred Hornich
Senftenberg. Jesus Christus hat zu den Seinen gesagt: „Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe“, damit aus Wölfen Lämmer werden, und er hat zu ihnen gesagt: „Gehet hin und machet zu (meinen) Nachfolgern alle Völker.“ Seine Gesandten sind also nicht dazu da, Öl ins Feuer zu gießen, Konflikte zu schüren, der Welt mit Gewalt, sondern mit Liebe und Barmherzigkeit zu begegnen und so Gott zu erfahren.

Das gelingt bei weitem nicht immer. Aber er sendet seine Leute nicht mit dem Schwert, sondern als Friedens- und Heilsboten, den Nächsten liebend.

Solche Menschen haben wir nötig. Sie stoßen aber nicht unbedingt auf Gegenliebe. Was ihnen dabei zustoßen kann, lesen wir in der Apostelgeschichte Kap.12, dem Predigtwort des Sonntags, als das Christentum auf der Weltbühne erschien. Da wird von zwei Nachfolgern Jesu berichtet, Jakobus und Petrus. Beide sind Leiter der noch jungen Christengemeinde zu Jerusalem. Es heißt: „Um diese Zeit legte der König Herodes Hand an einige von der Gemeinde, sie zu misshandeln. Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert.“ Von Menschen, die sich mit Wölfen auskennen, heißt es, dass der Mensch nicht in das Beuteprofil dieser Raubtiere gehört, Schafe schon. Und diese Christen waren wie Schafe, passten darum in das Kalkül dieses auf Selbst- und Machterhaltung, und wenn nötig, auch vor Mord nicht zurückschreckenden Königs. Dabei hatte er scheinbar nichts zu befürchten. So nahm er auch Petrus gefangen, ließ ihn in Ketten legen und streng bewachen. Aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Sie sann nicht auf Umsturz, auf Vergeltung, sondern darauf, dass Gott helfend eingreifen möge. Und es geschah etwas Erstaunliches. In der Nacht, bevor Herodes Petrus in einer Art Schauprozess vorführen wollte, kam der Engel des Herrn in seine Zelle. Die Soldaten schliefen, ebenso Petrus. Er stieß Petrus in die Seite und weckte ihn und sprach: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Unbemerkt verließen sie das Gefängnis. Als sie draußen und in Sicherheit waren, verließ ihn der Engel. Unfassbar, Petrus war aus schier aussichtsloser Lage befreit worden. Gott hatte auf wunderbare Weise eingegriffen.

Wann und wie er dies tut, dürfen Sie ihm getrost überlassen. Herr, gib Zuversicht und Kraft in allen Lebenslagen, den festen Glauben an deine Zusage, dass du ernsthaftes Gebet erhörst!