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Spektakelmacher sichern Festung

Die Potsdamer Riesengarde mit den Langen Kerls patrouilliert wieder beim Festungsspektakel am kommenden Wochenende.
Die Potsdamer Riesengarde mit den Langen Kerls patrouilliert wieder beim Festungsspektakel am kommenden Wochenende. FOTO: Museum OSL
Senftenberg. Nach dem Kanonenschuss-Unfall beim letztjährigen Festungsspektakel in Senftenberg haben die Veranstalter ihre Sicherheitsvorkehrungen für das Event am Wochenende deutlich erhöht. Jan Augustin

Gewehre und Kanonen donnern am Wochenende wieder beim Senftenberger Festungsspektakel. Sächsische Soldaten kämpfen gegen preußische Truppen und lassen die kriegerische Zeit des 18. Jahrhunderts wieder auferstehen. Sechs Traditionsvereine mit mehr als 50 Soldaten und deren Familienmitglieder als Historiendarsteller zeigen originalgetreue Uniformen und Waffen und geben einen Einblick in das Leben im Feldlager. Außerdem soll dieses Jahr zum ersten Mal die barocke Festkultur am Dresdner Hofe erlebbar gemacht werden. Musik, Tanz, Modenschauen, Fechtkünstler und vieles mehr erwarten die Besucher. Das haben die Veranstalter des Kreismuseums jetzt angekündigt.

Neben dieser bunten Programmvorschau ist Museumsdirektor Stefan Heinz aber noch eine besondere Botschaft wichtig: Die Sicherheitsstandards für dieses Spektakel sind so hoch wie nie. Anlass ist der Unfall aus dem Vorjahr. Ein Zuschauer hatte sich verletzt, weil ein Schütze den Ladestock im Waffenlauf der Kanone vergessen hatte und dieser mit großer Wucht den Kopf des Besuchers streifte. Der Mann wurde zunächst vor Ort von Zuschauern versorgt - er musste aber ins Krankenhaus, wo die Wunde genäht wurde.

Dieses Szenario soll sich in diesem Jahr auf keinen Fall wiederholen. Das Organisationsteam um Stefan Heinz hat daher Konsequenzen gezogen und die Vorkehrungen verschärft. So soll die Spielfläche noch intensiver abgesperrt werden, sodass niemand das Areal betreten kann. Die Zuschauer, die das Schaugefecht vom Wall aus beobachten, müssen während der Kanonenschüsse deutlich zurücktreten. Die Kasse an der Poterne, also am Eingangstunnel, wird während des Gefechts gesperrt. Zuschauer können aber den Einlass an der Tierparktreppe nutzen, sagt Stefan Heinz.

Zudem werden am Wochenende erstmalig auch zwei engagierte Sanitäter am Samstag und Sonntag vor Ort sein. Zwar ist die Anwesenheit für ein Fest dieser Größe nicht zwingend notwendig. Etwa 3000 Besucher kamen im Vorjahr insgesamt an beiden Tagen. Doch sei der Rettungswagen, der aus Großräschen und nicht aus Senftenberg kam, damals zu lang unterwegs gewesen, stellt Heinz klar.

Einen dritten Schwerpunkt haben die Spektakelmacher auf die Akustik gelegt. Besucher werden extra darauf hingewiesen, dass es laut werden kann. Sechs mal mit je zwei Schüssen donnern die Kanonen an den beiden Tagen. Auch gibt es Absprachen mit dem Tierpark. Und für die Kleinsten gibt es an den Kassen kostenlose Ohrstöpsel.

Zum Thema:
Die 1800 Kilogramm schwere Kanone "Alter Stollberg" wird an diesem Samstag um 11.35 Uhr, 14.05 Uhr und 16.05 Uhr sowie am Sonntag um 11.35 Uhr, 13.35 Uhr und 15.35 Uhr mit je zwei Schüssen abgefeuert. Darauf weist Museumssprecherin Jenny Linke ausdrücklich hin. "Wenn's knallt, ist es das Festungsspektakel", betont sie. Die Tore der Festung öffnen sich an beiden Tagen jeweils um 10 Uhr. Höhepunkte sind die sechs Schaugefechte mit davor stattfindendem Exerzitium und Zeremoniell mit Militärmusik der Schlosswache 1757. Das komplette Programm unter: www.museum-osl.de