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| 17:55 Uhr

Sorge vor Weltkriegsmunition
Spaziergänger findet Granate im Arnsdorfer Wald

 Auch Sprengmeister Enrico Schnick vermutet in dem Wald bei Arnsdorf noch viel Munition und warnt eindringlich vor der Gefahr.
Auch Sprengmeister Enrico Schnick vermutet in dem Wald bei Arnsdorf noch viel Munition und warnt eindringlich vor der Gefahr. FOTO: LR / Jan Augustin
Ruhland. Zum Schutz der Spaziergänger: Mann aus Lauchhammer schlägt gemeinsame Suche nach Weltkriegsmunition vor. Von Jan Augustin

Ein Waldstück bei Arnsdorf ist noch tonnenweise mit Weltkriegsmunition verseucht. Diese Einschätzung von Sprengmeister Enrico Schnick ist von Peter Eichhorn aus Lauchhammer bestätigt worden. Als Reaktion auf den Artikel „Explosives Erbe belastet Ruhland“ hat er am Dienstag der RUNDSCHAU geschrieben.

Bei einem Spaziergang mit seinem Hund im vergangenen Jahr sei er dort auf eine Panzergranate gestoßen. „Diesen besonderen Fund meldeten wir umgehend der Polizei“, schildert Peter Eichhorn. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) habe die Bergung des Gefahrgutes übernommen. „Dieser besagte Wald könnte durchaus ein Waffenlager der Wehrmacht beherbergt haben, bei meinen Recherchen stieß ich jedoch immer wieder auf Aussagen und mündliche Überlieferungen, die sowjetischen Streitkräfte hätten in dem Wald Fundmunition und erbeutete Waffen sprengen wollen“, so Eichhorn. Die Vermutung habe sich bei weiteren Spaziergängen bestätigt: „Fundmunition, weitere Panzergranaten und sogar scharfe Minen liegen einfach so an der Oberfläche.“ Luftaufnahmen der Allierten, die im Internet leicht zu finden seien, bestätigen die starken Bombenangriffe rund um das ehemalige Brabag-Werk in Schwarzheide.

Peter Eichhorn will gern mehr mit der Bevölkerung, dem KMBD und allen betroffenen Stellen zusammenarbeiten, „besonders damit wir als Bürger die Wälder ohne Gefahr betreten können“. Ihm sei klar, dass die Zahl der Gefahrstoffe allein in diesem kleinen Waldstück so hoch sei, dass eine komplette Bergung viel Zeit und Geld in Anspruch nehmen würde. Peter Eichhorn schlägt daher in Zusammenarbeit mit Ordnungsamt, Polizei und KMBD ein größer angelegte Suchaktion mit Metalldetektoren vor. Ihm gehe es dabei um den Schutz der Natur und die Entlastung des KMBD, „der sehr gute Arbeit leistet, jedoch meiner Meinung nach etwas mehr Zuarbeit und Unterstützung braucht“.

Reaktionen und Infos über mögliche munitionsbelastete Gebiete, Fotos und Kartenmaterial senden Sie gern per Email an: senftenberg@lr-online.de