| 02:32 Uhr

Sparkasse Niederlausitz eilt zu nächstem Rekord

FOTO: Augustin
Senftenberg. Die Sparkasse Niederlausitz hat auch im zurückliegenden Jahr ihren Wachstumskurs fortgesetzt und weiter an Größe gewonnen. Die Bilanzsumme ist zum 31. Dezember 2016 auf bisher unerreichte 1,6 Milliarden Euro angewachsen. Das Bankenhaus will weiter angreifen, kündigt der Chef an. Jan Augustin

Die Sparkasse Niederlausitz ist so stark wie nie: Die Bilanzsumme, sie gilt als Maßstab für die Größe eines Hauses, wuchs im vorigen Jahr auf ein Rekordniveau von 1,6 Milliarden Euro. Darüber informiert Vorstandschef Lothar Piotrowski. Im Jahr 2015 lag dieser Wert noch bei 1,5 Milliarden. Hauptgrund für den immer größer werdenden Geldberg sind die weiter wachsenden Kundeneinlagen. Im vergangenen Jahr sind die laut Piotrowski auf rund 1,3 Milliarden Euro angestiegen. Das sind 61 Millionen Euro mehr als noch ein Jahr zuvor. "Ein riesiger Vertrauensbeweis", betont der 61-Jährige, der vor Kurzem seinen Vertrag als Sparkassen-Chef bis Juni 2022 verlängert hat.

Angewachsen sind auch das private und das gewerbliche Kreditgeschäft - um insgesamt 40 Millionen Euro. Der größte Teil kommt mit 30 Millionen aus dem privaten Bereich. Aber auch Firmen aus dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis investieren wieder mehr und pumpen sich Geld bei der Sparkasse.

Kontinuierlich steigt auch ihr Eigenkapital: auf nun knapp 200 Millionen Euro. Als Lothar Piotrowski die Sparkasse im Jahr 2004 übernommen hatte, waren es noch 94 Millionen Euro. Das mit 320 Mitarbeitern größte Kreditinstitut des Landkreises habe im Vorjahr seinen Überschuss auf 8,3 Millionen Euro steigern können. In den vorhergehenden zehn Jahren erzielte das Unternehmen im Durchschnitt ein Ergebnis nach Steuern von rund neun Millionen Euro. Lothar Piotrowski: "Das alles in einem schrumpfenden Markt bei unveränderter Konkurrenzsituation, weiterer Überregulierung und der katastrophalen Geldpolitik von Herrn Draghi." Der Präsident der Europäischen Zentralbank wird von deutschen Ökonomen, Versicherern und Politikern vor allem wegen seines Niedrigzins-Kurses kritisiert.

"Der Bankenmarkt ist in Unruhe", weiß Piotrowski nur zu gut. Filialsterben bei allen Bankengruppen, Personalabbau, weniger Dienstleistungen, sticheln gegen die Konkurrenz - das alles werde es bei der Sparkasse Niederlausitz aber nicht geben. Für dieses Jahr verspricht er: "Wir erhöhen keine Kontoführungsgebühren für Privatgirokonten. Wir geben keine Minuszinsen an unsere Kunden weiter. Wir schließen keine Geschäftsstellen." 16 Stück gibt es davon im Landkreis. Es werden weder das Dienstleistungsangebot eingeschränkt, noch die Öffnungszeiten in den Filialen geändert. Auch an die Mitarbeiter sendet er ein erfreuliches Signal: "Wir bauen kein Personal ab", sagt Piotrowski.

Lothar Piotrowski schlägt beim Blick in die Zukunft sogar einen kampfeslustigen Ton an: "Wir wachsen weiter, stellen uns neu auf und greifen an." Unter anderem sollen das Immobilienvermittlungsgeschäft und die Baufinanzierung angekurbelt werden. Auch das Onlinebanking soll erweitert werden. Mit dem freien WLAN in allen Geschäftsstellen können sich Kunden eine App auf ihr Smartphone herunterladen, um Kontoabfragen oder Überweisungen übers Internet zu erledigen.

In die Zukunft ausgerichtet sei auch die Vertriebsstrategie. Die Sparkasse Niederlausitz ist die einzige Pilotsparkasse in Ostdeutschland. Ziel sei es, die Beratungsqualität zu erhöhen.

Profiteur der erfolgreichen Entwicklung ist auch der Landkreis. 600 000 Euro schüttet die Sparkasse für das vergangene Jahr aus. Dazu kommt etwa eine halbe Million Euro an Spenden und Sponsoring.