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Sonntägliche Auferstehung

FOTO: privat
Himmelfahrt ist ein seltsamer Feiertag. Christus wurde nach der Überlieferung des Lukas auf einer Wolke emporgehoben, und die Jünger sahen ihn nicht mehr.

" Morgen ist Ostern. Die Natur entwickelt sich jetzt rasant. Bald können wir in den Obstgärten ein Blütenmeer erwarten. Die Natur macht nach der Winterpause einen neuen Anfang.

Für Christen ist Ostern jedoch mehr als nur ein Frühlingsfest. Für Christen ist Ostern der Anbruch einer völlig neuen Wirklichkeit. Am Ostermorgen begrüßen sich Christen mit dem Ruf: "Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden." Um Jesus Christus geht es da; den Menschen, der nach dem Willen der damals Tonangebenden eigentlich im Meer der Geschichte verschwinden sollte. Und nun ist er doch nicht verschwunden, sondern er lebt. Zwar nicht so, wie wir jetzt leben, sondern in einer völlig neuen Dimension. Herr und Retter wird er von den Christen genannt. Denn er regiert im Namen Gottes die ganze Welt. Alles ist ihm untertan. Und im Glauben an ihn können Menschen ebenfalls die Schranke des Todes überwinden und ewiges Leben erlangen.

Eigentlich unfassbar. Fast schon eine Story aus einem Fantasyfilm hollywoodscher Art. Wie geht man damit um? Als Spinnertum ignorieren? Oder sich einfach drauf einlassen? Der Glaube hat beträchtlich viele Anhänger. Können die alle irren?

Im Russischen heißt Sonntag: Wosskressenie. Übersetzt heißt das: Auferstehung. Jeder Sonntag ist ein Tag der Auferstehung. Man kann darüber seiner Freude freien Lauf lassen. Man kann mit jedem Sonntag einen neuen Anfang machen, den Beginn der Woche feiern. Lassen wir uns von Siegfried Lenz inspirieren: Ostern, das kann doch ein neuer Anfang sein, nicht nur für die Natur, sondern auch für unser persönliches Leben. Einen Ostergottesdienst besuchen, das wäre doch was, so als neuer Anfang. Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest.

*Pfarrer in Ortrand