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| 12:45 Uhr

Arbeitsschutz
Gefahr für 4700 Draußen-Jobber

Bausünde einmal anders: Wer mit freiem Oberkörper arbeitet, riskiert nicht nur einen Sonnenbrand, sondern auch Hautkrebs, warnt die IG Bau.
Bausünde einmal anders: Wer mit freiem Oberkörper arbeitet, riskiert nicht nur einen Sonnenbrand, sondern auch Hautkrebs, warnt die IG Bau. FOTO: IG Bau
Senftenberg. Die IG Bau rät zu hohem UV-Schutz und ausreichendem Trinken von Wasser.

Vor einem weiterhin hohen UV-Risiko warnt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Beschäftigte im Landkreis Oberspreewald-Lausitz: „Von der Landschaftsgärtnerin über den Straßenbauer bis zum Dachdecker – 4700 Menschen arbeiten hier auf dem Bau und in der Landwirtschaft. In diesen ,Outdoor-Berufen‘ sind die Beschäftigten der Sonne besonders ausgesetzt“, sagt Regina Grüneberg von der IG BAU Südbrandenburg. Auch wer schon eine Sommerbräune habe, solle das UV-Risiko nicht auf die leichte Schulter nehmen. „Gefährlich ist längst nicht nur der akute Sonnenbrand. Die ständige Einstrahlung lässt die Haut früher altern und kann zu Hautkrebs führen“, so Grüneberg.

Die IG BAU rät allen Draußen-Jobbern zu Sonnencreme mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor. Auch regelmäßiges Wassertrinken sei ein Muss – „mindestens zweieinhalb Liter am Tag“, betont Bezirksvorsitzende Grüneberg: „Sonnenmilch und Wasserflasche gehören genauso zum Job wie Mörtel und Maurerkelle.“

Besondere Vorsicht sei zur Mittagszeit geboten: Zwischen 12 und 14 Uhr sollte der Großteil der Arbeiten in den Schatten verlegt werden. Wichtig sei außerdem, möglichst viele Teile des Körpers mit Kleidung zu bedecken. Praxis-Tipp der IG BAU: „Ein am Helm fixierter Nackenschutz ist eine Kleinigkeit, die aber viel bringt“, so Grüneberg. „Hilfreich ist die Faustregel: Wenn der eigene Schatten kleiner ist als die Körpergröße, dann ist die Gesundheitsgefahr besonders hoch.“

Für Bauarbeiter, Fassadenreiniger oder Garten- und Landschaftsbauer sei dann maximaler Schutz angesagt. Gerade wer einen hellen Hauttyp habe, solle zu einem Lichtschutzfaktor von „mindestens 30, besser aber  50“ greifen.

Trotz bekannter Gefahren hat die IG BAU auf Baustellen im Kreis Oberspreewald-Lausitz in den Zurückliegenden Wochen viele Nachlässigkeiten beim Sonnenschutz festgestellt:

„Ganz oft cremen sich Beschäftigte nicht konsequent ein. Immer wieder wird auch mit freiem Oberkörper gearbeitet. Das ist aber nicht sexy, sondern auf Dauer brandgefährlich“, sagt Grüneberg.

Die Gewerkschafterin fordert zugleich die Arbeitgeber auf, sich um den Schutz ihrer Beschäftigten in der heißen Jahreszeit zu kümmern. „Selbst wenn das Haus schnell fertig

werden soll – bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius kann die Mittagspause auch einmal länger dauern. Denn Sonnenschutz ist Arbeitsschutz – genauso wie der Bauhelm und der Sicherheitsschuh.“

Für alle, die unter freiem Himmel arbeiten, hat die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) eine „Bauwetter-App“ entwickelt. Sie zeigt neben dem Wetter auch die UV-Einstrahlung an und gibt Tipps zum nötigen Schutz. Die App gibt es zum kostenlosen Download im App Store oder Play Store. Weitere Infos unter: www.bgbau.de/praev.

(red/br)