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| 15:06 Uhr

Berufsorientierung
Nachwuchs beim Sommercamp fürs Handwerk begeistert

Die Handwerkskammer Cottbus führt im Großräschener Lehrbauhof erstmals ein Sommercamp durch. Vormittags können die Jugendlichen im Stationsbetrieb Eindrücke von der Berufsvielfalt sammeln, darunter bei  Lehrausbilder Michael Reinold (r.) in der Tischlerei, wo Frühstücksbrettchen gefertigt werden.
Die Handwerkskammer Cottbus führt im Großräschener Lehrbauhof erstmals ein Sommercamp durch. Vormittags können die Jugendlichen im Stationsbetrieb Eindrücke von der Berufsvielfalt sammeln, darunter bei Lehrausbilder Michael Reinold (r.) in der Tischlerei, wo Frühstücksbrettchen gefertigt werden. FOTO: Uwe Hegewald
Großräschen/Cottbus. Bau-Abenteuer-Camp der Handwerkskammer Cottbus im Lehrbauhof Großräschen mit jungen Leuten aus ganz Südbrandenburg. Handwerkliches Geschick getestet.

Würden Kathrin Schirmer und Hendrik Schulz in eine Schublade gesteckt, wäre es die mit der Aufschrift: taff, belastbar mit fürsorglichen und diplomatischen Fähigkeiten. Fünf Tage war es ihr Job, zehn junge Frauen und 13 junge Männer bei Laune zu halten, sie bei der Berufsfindung zu unterstützen und in der Freizeitgestaltung zur Seite zu stehen. Er kennt diese Anstrengungen von Jugend-Feuerwehrlagern, Kathrin Schirmer von Ausflügen oder Camps mit jungen Christen.

Die Woche im Lehrbauhof stand unter dem Motto: Bau-Abenteuer – traditionell bis zukunftsweisend. „An vier verschiedenen Stationen bekamen die Mädchen und Jungen einen kleinen Überblick zur beruflichen Vielfalt. Wir machen das aber auch in der Hoffnung, Nachwuchs rekrutieren zu können“, erklärt Lehrbauhofleiter Nino Knobloch die Strategie, die hinter dem erstmals ausgerichteten Sommercamp der Handwerkskammer steckt.

Mit der Meisterklasse zeige die Handwerkskammer den jugendlichen Campteilnehmern zugleich, welche Aufstiegschancen sich nach beruflicher Grundausbildung bieten, so Knobloch. „Bei einer Elternversammlung im Frühjahr haben wir über Inhalte des Sommercamps informiert. Die zur Verfügung stehenden Plätze waren schnell ausgebucht“, erzählt er.

„Wir sind ein Sommercamp, kein Arbeitslager“, betont Hendrik Schulz. Stand Up Paddling, Felsenklettern, Grillfeuer, Tischtennis oder Torwandschießen gehörten zum Programm. Wobei die Torwände eigenen Produktionen entstammten; zwei baugleiche Varianten aus Holz und mehrere selbst gemauerte, massive Wände aus Kalksandstein und Mörtel. Gleich mehreren Jugendlichen attestiert der Lehrausbilder handwerkliches Geschick. „Zweifellos sind junge Leute dabei, die das nötige Talent für einen späteren Bauberuf mitbringen“, sagt er.

Neben der Maurer-Station konnten die 23 Jugendlichen ebenso Abläufe der Tischlerwerkstatt, den CNC-Fräsautomaten oder die 3D-Drucker und das Computerkabinett ausprobieren. „Interessante Angebote. Man bekommt mal einen Überblick, was sich später beruflich alles machen lässt“, fassten Annika Budack (15) und Julia Roick (14) ihre Camp-Eindrücke zusammen. Dass die beiden Banknachbarinnen am Spremberger Strittmatter-Gymnasium in die selbe Ausbildungsgruppe gewählt wurden, resultierte eher aus einem Zufall. Per Losverfahren wurde ermittelt, welche Teilnehmer die einzelnen Gruppen mit Jugendlichen aus ganz Südbrandenburg bilden.

Tobey Steward aus Senftenberg sah im Camp ein ernsthaftes „Ausprobieren“ und ein mit Augenzwinkern angeführtes „Loskommen von den Eltern“. Denen ist der 14-Jährige am Freitag wiederbegegnet, als im Beisein der Erziehungsberechtigten eine Vernissage veranstaltet wurde. Arbeiten wurden präsentiert und Vorgänge geschildert.

Doch was nehmen die Lehrbauhof-Camper von ihrem Ausflug in eine temporäre Berufswelt mit, die im kommenden Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit eine Fortsetzung finden soll? Hendrik Schulz kennt die Antwort: „Dinge, die sie am CNC-Fräser, in der Tischlerei oder am 3D-Drucker selbst produziert haben und ganz viel Erfahrung“, so der Betreuer des Sommercamps und Ausbildungsberater der Handwerkskammer Cottbus.