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| 17:15 Uhr

Stadtwerke zufrieden
Sonne über Senftenberg heizt stärker ein als erwartet

Die thermische Solaranlage auf einer rekultivierten Deponie am Senftenberger Stadtrand hat im ersten Betriebsjahr die Erwartungen der  Stadtwerke übertroffen.
Die thermische Solaranlage auf einer rekultivierten Deponie am Senftenberger Stadtrand hat im ersten Betriebsjahr die Erwartungen der Stadtwerke übertroffen. FOTO: Steffen Rasche
Senftenberg. Deutschlands größte Solarthermieanlage hat im ersten Betriebsjahr ordentlich Wärme erzeugt. Die Stadtwerke sind zufrieden. Von Jan Augustin

Die Sonne über Senftenberg scheint stärker als gedacht: Die thermische Solaranlage auf einer rekultivierten Deponie am Stadtrand hat im ersten Betriebsjahr die Erwartungen der  Stadtwerke übertroffen.  In den ersten zwölf Monaten speiste die Anlage insgesamt 4,1  Gigawattstunden (GWh) Wärme ins Netz ein.  Stadtwerke-Geschäftsführer Detlef Moschke ist zufrieden: „Das sind über sieben Prozent mehr, als wir erwartet haben.“ Im Durchschnitt planen die Stadtwerke künftig mit einer Wärmemenge von etwa 3,8 GWh pro Jahr. Der Wärmebedarf für die etwa 10 000 zu versorgenden Haushalte liege je nach Witterung bei etwa 95 GWh im Jahr.

Die etwa 4,5 Millionen Euro teure Solaranlage hat eine Kollektorfläche von 8300 Quadratmetern. Dem Hersteller zufolge ist sie damit nicht nur Deutschlands größter Solarwärmeerzeuger, sondern zugleich auch die weltweit größte Solaranlage mit Vakuumröhrenkollektoren. Die aus der Sonneneinstrahlung gewonnene Wärme wird hierbei ins Fernwärmenetz eingespeist, das zuvor nur Erdgas- und Braunkohlewärme transportierte. Seit der Inbetriebnahme vor anderthalb Jahren gibt es eine Kombination.

In den Sommermonaten erbrachte die Anlage tagsüber sogar einen Überschuss von knapp 20 Prozent und versorgte damit das Netz ganz allein, erläutert Stadtwerke-Chef Detlef Moschke. Der ertragreichste Tag sei der 1. Juni 2017 gewesen. Im Herbst, als die Tage wieder trüber und regnerischer wurden, änderte sich das Bild allerdings. Die Sonne schaffte es kaum noch mit der nötigen Energie bis auf die Senftenberger Kollektoren. „Wenn die Sonne so flach steht, dass die für Sommerbetrieb optimal geneigten Kollektoren sie kaum noch ‚sehen‘ können, kommen diese an ihre Grenzen“, erklärt Detlef Moschke. Je nach Verbrauchsprofil könne die Sonnenenergie deshalb ohne Energiespeicher prozentual nur kleine Beiträge zur Gesamtversorgung leisten. Die Anlage sei extra so ausgerichtet und ausgelegt, dass sie ohne Speichertank im Sommer ihren Beitrag leiste, wobei das Netz als Speicher genutzt werde.