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| 02:54 Uhr

Singakademie auf Tschechienreise

Jan Stanék gemeinsam mit dem Ensemble von seinem Workshop auf der Bühne.
Jan Stanék gemeinsam mit dem Ensemble von seinem Workshop auf der Bühne. FOTO: Gabriele Philipp/gph1
Senftenberg. Was für ein Wochenende. Tage voller Freude, Stimmung und Gesang haben 20 Mitglieder der Niederlausitzer Singakademie nun hinter sich gelassen. Sie waren für das internationale Festival für Chorgesang in das Nachbarland Tschechien gereist. Gabriele Philipp / gph1

Jedes Jahr treffen sich auf dem internationalen Festival für Chorgesang 500 bis 600 Sängerinnen und Sänger aller Altersstufen, um in Ateliers mit unterschiedlichen Musikrichtungen kurze Programme unter der Leitung hervorragender Chorleiter einzustudieren. In diesem Jahr waren auch Sänger der Niederlausitzer Singakademie mit von der Partie. Von den sechs angebotenen Möglichkeiten entschied sich die Singakademie geschlossen für den Workshop "Musik aus Osteuropa". "Seit fünf Jahren gibt es die Idee zu diesem Programm, seit einem Jahr freue ich mich auf euch", mit diesen Worten begrüßte Jan Stanék, einer der bekanntesten Chorleiter Tschechiens die Teilnehmer aus Deutschland, Südtirol, der Schweiz, Schweden und Litauen zu seinem Workshop. Viele der Sänger kannten sich, alle hatten schon Seminare mit dem Chorleiter erlebt. So ergab sich eine Atmosphäre mit einer Mischung zwischen ernstem Einstudieren schwieriger Stücke, großer Fröhlichkeit der Teilnehmer und herzhaftem Humor.

Schon das morgendliche Einsingen mit allen 500 teilnehmenden Sängern der "Bohemia Cantat" und Stücken aus der Carmina Burana war ein großartiges Erlebnis.

Jan Stanék und die meisten der 120 Sänger seines Workshops sprachen Deutsch, sodass es kaum Verständigungsprobleme gab. "Den Sängern aus Westeuropa will ich in Mitteleuropa die Musik aus Osteuropa vorstellen", so Stanék. Die ausgewählten Lieder waren auf sehr hohem Niveau. Auf dem Programm standen geistliche Gesänge aus Rumänien, Russland, Litauen und auch einige in lateinischer Sprache. Mit großem Respekt, Eifer, Geduld feilten die Sänger und Sängerinnen an Tönen, Ausdruck und Stimmung der Lieder. Viel Zeit war nicht, die Proben mussten minutiös eingehalten werden. Wer unpünktlich erschien, hatte das Nachsehen und musste vor den Türen warten, weil die sechs Sänger von "Harmonisch komisch" aus Südtirol jeden neuen Probenzyklus mit einem ihrer humorvollen Lieder und schauspielerischem Talent einläuteten.

Selbst die anstrengendsten Stunden vergingen beim Singen wie im Fluge. Herzliches Lachen war immer dabei. Der Chorleiter erklärte, warum ein Sänger zwei Augen habe, nämlich eines für die Noten, das andere für den Dirigenten. Seine Ansagen wie, "Nicht so wütend, etwas festlicher" oder "Es ist noch nicht so harmonisch, wie ich es mir vorgestellt habe, aber kleine Verluste gehören zum Leben" oder "Wer hat bei diesem Lied noch ein Problem? Aha, also niemand hat kein Problem", zauberten immer wieder ein Lächeln in die Gesichter. Die schönste Belohnung für die Sänger war, wenn Jan Stanék in seinem unüberhörbaren Dialekt "Superrr, bravo, das war ganz schön, ich spring gleich von meiner Haut" sagte.

Die zwei Auftritte nach den intensiven Proben wurden von den Teilnehmern mit Lampenfieber herbeigesehnt. Alle Sängerinnen und Sänger der anderen Seminare sowie Gäste sowohl in der Liberecer Kreuzkirche als auch beim großen Abschlusskonzert im Kulturhaus honorierten das Gehörte mit tosendem Beifall.

Ein Wiedersehen ist schon geplant. Sven Irrgang, künstlerischer Leiter der Niederlausitzer Singakademie, lud Jan Stanéks Chöre aus der Schweiz, Italien, Österreich und Tschechien zum gemeinsamen Singen der "Carmina Burana" für das Jahr 2016 ein .

Mehr als 500 Sänger haben sich vor den verschiedenen Workshops gemeinsam eingesungen.
Mehr als 500 Sänger haben sich vor den verschiedenen Workshops gemeinsam eingesungen. FOTO: Philipp/gph1