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| 17:11 Uhr

Neujahrsempfang in Oberspreewald-Lausitz
Die Pointe kommt zum Schluss

Volles Sprakassen-Foyer: Etwa 600 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur sind der Einladung zum Neujahrsempfang gefolgt.
Volles Sprakassen-Foyer: Etwa 600 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur sind der Einladung zum Neujahrsempfang gefolgt. FOTO: Steffen Rasche / Rasche FOTOGRAFIE
Senftenberg. Siegurd Heinze will Landrat bleiben. Dieses nicht ganz unwichtige Detail hob sich der Verwaltungschef beim Neujahrsempfang in Senftenberg bis zum Schluss seiner Rede auf. Von Jan Augustin

Richtig überraschend ist es nicht, bisher war dieser Fakt aber noch nicht offiziell. Jetzt hat der parteilose Verwaltungschef des Oberspreewald-Lausitz-Kreises das Geheimnis gelüftet. Siegurd Heinze will Landrat bleiben. „Ich stelle mich nach reiflicher Überlegung zur Wiederwahl als Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz für die am 22. April 2018 durchzuführende Direktwahl“, sagte Heinze beim gemeinsamen Neujahrsempfang des Landkreises und der Sparkasse Niederlausitz am Mittwochabend in Senftenberg vor rund 600 geladenen Gästen. Die Amtszeit geht nach acht Jahren am 12. Februar zu Ende. Ob Siegurd Heinze der einzige Kandidat für die Direktwahl bleibt, ist noch ungewiss. Mögliche Gegenkandidaten haben sich bisher jedenfalls noch nicht aus der Deckung getraut.

Die Nachricht seiner Ambition, Landrat bleiben zu wollen, ist zugleich auch der Schlusspunkt seiner Rede, die Pointe. Siegurd Heinze stellt klar, dass Wahlwerbung im Rahmen eines Neujahrsempfangs freilich nicht erlaubt ist. Dennoch, sagt er zum Publikum, würde er sich freuen, „Sie im nächsten Jahr wieder hier zu einem Neujahrsempfang begrüßen zu dürfen“. Applaus brandet auf. Und der Landrat hofft, dass der Beifall nicht seinem genannten Amtsende im Februar gilt, sondern seiner Kandidatur.

Die Landratswahl bleibt allerdings nicht der einzige Höhepunkt in diesem Jahr. Wahlen stehen an diesem Sonntag auch in Lauchhammer an, wo das Amt des Bürgermeisters vergeben wird. Am 22. April können zudem die Schipkauer über ihren Verwaltungschef neu abstimmen. Außerdem sucht das Amt Altdöbern einen neuen Hauptverwaltungsbeamten, nachdem die rekordverdächtige 16-jährige Amtszeit von Detlef Höhl (SPD) im Dezember 2017 zu Ende gegangen ist. Nun sei es die Aufgabe des Amtsausschusses, zu Anbeginn dieses Jahres einen neuen Chef zu wählen. „Und das ist nicht nur meine Erwartungshaltung“, betont Siegurd Heinze.

Für seinen Rückblick aufs vergangene Jahr hat der Verwaltungschef die Höhepunkte aus allen Ämtern und Städten herausgepickt. In Lübbenau zum Beispiel, „eine der schönsten Vorstädte Berlins“, fand dieser am 23. Juni statt, als der Bundespräsident und seine Gattin zu Besuch waren. Aber auch der 60. Geburtstag des Lehder Freilandmuseums ist Heinze eine Erwähnung wert – denn die kreisliche Einrichtung hat mit etwa 98 500 Gästen im vergangenen Jahr wieder ein erstaunliches Ergebnis eingefahren. Insgesamt besuchten rund 145 000 Menschen die vier Museen des Landkreises. Als „Erfolgsstory“ bezeichnet Heinze auch die Entwicklung an der Neuen Bühne in Senftenberg. Rund 68 000 Gäste besuchten 442 Veranstaltungen, davon 20 000 junge Zuschauer, die 218 Schul- und Kinder- sowie Jugendvorstellungen annahmen. „Ein tolles Ergebnis“, sagt Siegurd Heinze. Die positiven Nachrichten überwiegen. Das Ende der Kreisgebietsreform-Pläne fällt darunter - auch wenn tonnenweise Papier bewegt wurden, um dann schließlich im Papierkorb zu landen. Erfreulich sei auch die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis, verbunden mit der weiter sinkenden Arbeitslosenquote. „Produkte aus OSL sind weltweit gefragt“, sagt Siegurd Heinze stolz. Selbstbewusst äußert sich der Landrat auch zum viel diskutierten Betreiberwechsel im öffentlichen Personennahverkehr. Er spricht zwar erstmals von Problemen, die in diesem Zusammenhang aufgetaucht sind. „Richtig ist, dass es gerichtliche Auseinandersetzungen gibt, übrigens nicht mit dem Landkreis“, sagt er. Dass nach öffentlicher Ausschreibung jetzt die Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck mit mehr Fahrkilometern und fast durchweg neuen und behindertengerechten Bussen den Nahverkehr übernommen hat, sei aber ein qualitativer Zugewinn.

Siegurd Heinze will Landrat des Oberspreewald-Lausitz-Kreises bleiben. Das Geheimnis hat er jetzt öffentlich gelüftet.
Siegurd Heinze will Landrat des Oberspreewald-Lausitz-Kreises bleiben. Das Geheimnis hat er jetzt öffentlich gelüftet. FOTO: Steffen Rasche / Rasche FOTOGRAFIE