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| 14:08 Uhr

Zur Verkehrslage in und um Senftenberg
Sieben Verkehrstote im Landkreis

Auch im vergangenen Jahr ist es auf Bundesstraße 169 bei Senftenberg zu mehreren Verkehrsunfällen gekommen. Am ersten Weihnachtsfeiertag kollidierte ein 81-Jähriger nach gesundheitlichen Problemen mit dem Gegenverkehr. Fünf Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.
Auch im vergangenen Jahr ist es auf Bundesstraße 169 bei Senftenberg zu mehreren Verkehrsunfällen gekommen. Am ersten Weihnachtsfeiertag kollidierte ein 81-Jähriger nach gesundheitlichen Problemen mit dem Gegenverkehr. Fünf Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. FOTO: Steffen Rasche / Rasche FOTOGRAFIE
Senftenberg. Auf den Straßen in Oberspreewald-Lausitz haben im vergangenen Jahr sieben Menschen ihr Leben verloren. Dennoch: Im lausitzweiten Vergleich gibt es hier die wenigsten Unfälle. Von Jan Augustin

Weihnachten 2017: Ein 81-jähriger Autofahrer verliert auf der Bundesstraße 169 zwischen Senftenberg und Sedlitz nach gesundheitlichen Problemen das Bewusstsein und die Kontrolle über sein Fahrzeug. Das Auto rast in zwei Fahrzeuge im Gegenverkehr, überschlägt sich und landet im Graben. Rettungskräfte müssen insgesamt fünf verletzte Menschen ins Krankenhaus bringen. Auch ein Hubschrauber ist im Einsatz. Es ist ein schwerer Unfall, aber auch einer, der in seiner Art häufiger vorkommt im Oberspreewald-Lausitz-Kreis: Auf der gut ausgebauten Ortsumfahrung der B 169 kracht es immer wieder, auch wenn die tödlichen Unfälle im Vergleich zu 2016 zurückgegangen sind. In Oberspreewald-Lausitz haben im Vorjahr insgesamt sieben Menschen ihr Leben auf den Straßen verloren.

Charakteristisch für den Unfall am ersten Weihnachtsfeiertag ist aber auch das Alter des Verursachers: Mit 81 Jahren rangiert sich der Fahrer in die Gruppe der Senioren ab 65 Jahren ein. 432 Verkehrsunfälle hat die Polizeiinspektion in dieser im vergangenen Jahr feststellen müssen. Das sind zwölf Prozent mehr als 2016. Bei den jungen Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren ist dieser Wert indes von 157 auf 139 gesunken.

Diese Zahlen, inklusive einer umfangreichen Statistik zum Verkehrsunfallgeschehen 2017, hat Polizeidirektor Rüdiger Schiesko jetzt in Senftenberg vorgestellt. Den Anstieg in der Seniorengruppe begründet er mit der immer älter werdenden Bevölkerung. Trotz der Zunahme sei „eine hervorragende Präventionsarbeit“ geleistet worden. Der von Polizei, Feuerwehr und Dekra organisierte Aktionstag für Senioren im Straßenverkehr auf dem Testoval des Lausitzrings sei auch im vergangenen Jahr ein Erfolg gewesen. „Der Aktionstag soll auch dieses Jahr stattfinden“, kündigt Rüdiger Schiesko an.

Auch wenn, wie der Polizeidirektor betont, jeder Unfall einer zu viel ist, schneidet der Oberspreewald-Lausitz-Kreis im lausitzweiten Vergleich gut ab. 2973 Mal hat es hier im vergangenen Jahr gekracht. Das ist ähnlich viel wie im Jahr davor. Bezogen auf 100 000 Einwohner passieren hier 2655 Unfälle. Das ist der geringste Wert in der Lausitz. „In OSL fährt man mit dem Auto am sichersten. Da sind wir die besten“, stellt Rüdiger Schiesko klar. Nach dieser Auswertung der Polizei knallt es in Dahme-Spreewald am häufigsten, gefolgt von Spree-Neiße, Cottbus und Elbe-Elster.

Einen recht hohen Anstieg registrieren die Ordnungshüter allerdings bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Diese Zahl hat sich im Vorjahr um zwölf Prozent auf 280 Fälle erhöht. Im bundes-, landes- und lausitzweiten Vergleich schneidet OSL trotzdem besser ab und belegt auch hier einen erfreulichen Spitzenwert, sagt Schiesko.

Unfallursache Nummer eins bleibt traditionell das Wild, erläutert Polizei-Pressesprecherin Ines Filohn. Etwa 40 Prozent aller Unfälle gehen auf das Konto von Fuchs & Co. Versuche, die Tiere durch gezielte Maßnahmen abzuschrecken, scheiterten bisher. Ihre Wirkung verfehlt haben beispielsweise eingesetzte Duftstoffe, Reflektoren und akustische Signale im Ultraschall-Bereich. „Das hat alles nichts gebracht“, resümiert Ines Filohn. Ihr Appell: „Runter vom Gas!“

Polizei_Grafik_OSL_4c
Polizei_Grafik_OSL_4c FOTO: LR