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Sie kennt das passende Kraut gegen jede Krankheit

Kräuterfee Liesbeth Franzke kennt fast jedes heimische Kraut. Zitronenmelisse, Estragon, Thymian, Pfefferminze und Boretsch zieht sie selbst im Garten.
Kräuterfee Liesbeth Franzke kennt fast jedes heimische Kraut. Zitronenmelisse, Estragon, Thymian, Pfefferminze und Boretsch zieht sie selbst im Garten. FOTO: sam1
Grünewalde. Arnika, Boretsch, Thymian oder Johanneskraut – für Liesbeth Franzke sind Kräuter mehr als nur Gewürze. Die Grünewalderin kennt sich mit den Wirkungen der Pflanzen genau aus. sam1

Sie weiß: Für jedes Wehwehchen ist das richtige Kraut gewachsen.

Seit ihrer Kindheit sucht Liesbeth Franzke rund um ihren Heimatort nach heilsamen Pflanzen. "Schon als Schulkind musste ich immer mit meinen Eltern auf die Wiesen und in den Wäldern nach Kräutern suchen. Die Kräuter waren nicht nur für uns Menschen gut", sagt Liesbeth Franzke.

Die heute 80-Jährige kennt für fast jede Krankheit ein passendes Kräuterrezept. "Was viele Menschen als Unkraut abtun, verarbeiten wir", erzählt sie. So setzt sie beispielsweise aus Johanneskraut und Arnika einen Tee und Salben auf. Schon mit ihren Eltern ist sie immer um den Johannestag herum losgezogen, um das Johanneskraut zu sammeln. Die Blätter der Vogelmiere verwendet sie für einen köstlichen Salat.

Wenn ihre Kühe, Schweine, Ziegen oder Hühner einmal Blähungen hatten, bekamen sie zum Beispiel Kamille und Wildgewürze, verrät die Grünewalderin. Sie selbst nutzt die stärkenden Kräfte der Pflanzen und brüht sich jeden Morgen aus ihren gesammelten Kräutern einen Mischtee auf.

Die Fähigkeiten der Kräuterkunde von Liesbeth Franzke und ihren Eltern sprachen sich schnell im Dorf herum. "Die Nachbarn kamen immer zu meinem Vater und fragten, was sie ihren Ziegen geben könnten. Mein Vater meinte da nur, dass der Miezientee genau richtig wäre", erinnert sich Liesbeth Franzke. Ist sie früher in Wald und Wiese unterwegs gewesen, um Kräuter zu sammeln, baut die rüstige Rentnerin heute im Garten selbst Kräuter an. Vor allem jene Kräuter, die zum Einlegen von Gemüse verwandt werden, nutzt sie heutzutage häufig. "Boretsch und Estragon nehmen wir als Gurkengewürz, Thymian zum Braten und genauso wie Zitronenmelisse und Pfefferminze zum Tee", sagt sie.

Ihren umfangreichen Kräuterschatz hat sie an ihre Kinder weiter gegeben, die sogar noch in der Pilzkunde bewandert sind.