| 02:43 Uhr

Sie gehen für andere durchs Feuer

Echte Goldjungs: die Kameraden der Klettwitzer Ortswehr fahren jezt in ihrer neuen, hellen Einsatzkleidung zu den Einsätzen.
Echte Goldjungs: die Kameraden der Klettwitzer Ortswehr fahren jezt in ihrer neuen, hellen Einsatzkleidung zu den Einsätzen. FOTO: Konzag/Gemeinde
Klettwitz. 120 Goldjungs gehen für die Großgemeinde Schipkau durchs Feuer. Mit der Auslieferung neuer Einsatzkleidung setzt Schipkau die komplette Neuausrüstung der sechs Ortswehren fort. Andrea Budich

Derzeit beginnt die Auslieferung neuer Jacken, Hosen und Zubehörs an 30 Mitglieder der Ortswehr Drochow und Schipkau. Erneuert werden zugleich auch Helme und Handschuhe. An dieses Bild können sich die Schipkauer daher schon mal gewöhnen: Die Kameraden tragen im Einsatzfall nicht mehr die bekannte dunkle Kleidung, sondern goldfarbene Schutzanzüge.

Dabei werden die 120 Kameraden des aktiven Bereichs der Gemeindefeuerwehr in vier Einzeletappen neu eingekleidet. Den Vorreiter machte dabei Meuro. Dort hängt seit vergangenem Jahr die helle, sandfarbene Einsatzkleidung griffbereit in den Spinten. Es folgten die Wehren von Hörlitz und Klettwitz sowie aktuell Drochow und ein erster Teil der Ortswehr Schipkau.

Vorbehaltlich gesicherter Finanzen sollen auch der zweite Teil der Kameraden in Schipkau sowie die Ortswehr Annahütte neue Einsatzkleidung erhalten. Dann ist Schipkau als eine der ersten Wehren im Landkreis Oberspreewald-Lausitz komplett hell eingekleidet.

Der Entscheidung zur Anschaffung neuer Einsatzkleidung war eine aufwändige Vorbereitung vorausgegangen. Die Gemeindewehrführung hatte dazu gemeinsam mit den Ortswehren eine Arbeitsgruppe einberufen, die Vor- und Nachteile aller Kleidungsangebote abwog. Diskutiert wurde über Stoffe und Zubehör sowie darüber, welche Kleidung im Einsatzfall am praktischsten ist. "Zum Schluss entschied sich eine klare Mehrheit für die moderne, helle Kleidung mit passendem Zubehör", so Gemeindewehrführer Enrico Piesk. Damit sind die Einsatzkräfte im Dunkeln oder bei Rauchentwicklung eindeutig besser erkennbar. Die bisherige dunkle Einsatzkleidung wird nicht weggeworfen, sondern als Reserve aufbewahrt.

"Der Eigenschutz der Kameraden im Einsatzfall hat höchste Priorität", begründet Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU). Deshalb habe der Lieferauftrag große Zustimmung in der Gemeindevertretung gefunden. Insgesamt wendet Schipkau dafür rund 120 000 Euro auf.

Die Schipkauer Wehr ist für einen Abschnitt der Autobahn zuständig und leistet Einsätze auf dem Lausitzring und im Dekra-Testoval. Zudem zählen Sonderobjekte wie die Annahütter Pflegeheime und der Klettwitzer FamilienCampus zum Einsatzgebiet. Im Jahre 2016 gehören 105 Einsätze zur Statistik.

Zum Thema:
Die helle Farbe garantiert eine geringere Wärmeaufnahme durch Wärmestrahlung und durch Sonnenlicht. Außerdem sind die Einsatzkräfte so besser im Dunkeln und bei Rauchentwicklung erkennbar. Der neue Anzug ist besonders atmungsaktiv. In die Jacke sind eine Rettungsschlaufe und eine Endlosschlinge mit Karabiner zum Retten und Selbstretten integriert.