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| 17:40 Uhr

Kommunalpolitik
Sicher und trocken in die Schule kommen

Eltern und Schüler der ersten und zweiten Klassenstufen übergeben Landrat Siegurd Heinze (r.) die Petition für eine überdachte Bushaltestelle. Tim Pfisztorer (8) liest die Petition vor. Amtsdirektor Roland Adler (l.) und Bürgermeisterin Gabriele Theiss (Mitte) unterstützen die Petition.
Eltern und Schüler der ersten und zweiten Klassenstufen übergeben Landrat Siegurd Heinze (r.) die Petition für eine überdachte Bushaltestelle. Tim Pfisztorer (8) liest die Petition vor. Amtsdirektor Roland Adler (l.) und Bürgermeisterin Gabriele Theiss (Mitte) unterstützen die Petition. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Schwarzbach. Eine überdachte Bushaltestelle wünschen sich die Schwarzbacher Schüler. Doch es gibt bürokratische Hürden. Von Peter Aswendt

„Ich bin in diesem Jahr schon öfter nass geworden und so zu Schule gefahren“, klagt die achtjährige Jessica ihr Leid. Das Dilemma der 16 Grundschüler, die in diesem Teil von Schwarzbach in den Schulbus nach Guteborn steigen, liegt in einer nicht überdachten Bushaltestelle, an der die Kinder jeden Morgen auf den Schulbus warten. Knapp 100 Meter davor liegt eine Haltestelle mit einem Wartehäuschen, aber von dort geht es in die andere Richtung. „Bei schlechtem Wetter stellen sich die Kinder trotzdem dort unter, und wenn der Bus kommt, rennen alle unkoordiniert los, denn keiner will den Bus verpassen“, berichtet die Bürgermeisterin von Schwarzbach, Gabriele Theiss (SPD). Dies sei natürlich ein unzumutbares Sicherheitsrisiko, zumal die Guteborner Straße, in der sich die Bushaltestelle befindet, an diesem Abschnitt durch zwei Kurven schlecht einzusehen ist. Resultat dieses Zustandes ist, dass früh morgens Eltern mit ihren Kindern an der Bushaltestelle stehen und gerade im Herbst und Winter den Wetterunbilden ausgesetzt sind. Diese wenig schönen Erlebnisse haben die Kinder dazu bewogen, eine Petition an die Bürgermeisterin zu schreiben: „Als ich den Zettel mit den Unterschriften bekam, der auch noch mit Regentropfen durchnässt war, war mir klar, dass wir handeln müssen“, erklärt Gabriele Theiss.

Natürlich musste der Amtsweg eingehalten werden und der Ruhlander Amtsdirektor Roland Adler eine Investition in seinem Haushalt diesbezüglich planen. „Eigentlich haben wir dieses Dilemma schon lange im Blick“, sagt Adler. „Aber wir müssen bestimmte Bedingungen beim Errichten einer überdachten Haltestelle einhalten“, stellt der Amtsdirektor klar. Da sich die Haltestelle auf einem normalen Bürgersteig befindet, muss eine bestimmte Breite eingehalten werden und dem dahinter liegenden Grundstückseigentümer darf auch nicht die Sicht verbaut werden. „Das waren alles Prämissen die wir erfüllen mussten, um erst mal einen Anbieter zu finden“, schnauft Adler durch. Schlussendlich wurde ein Anbieter mit einem transparenten Wartemodul gefunden, das sage und schreibe eine Investition von 15 000 Euro bedeutet. „Das ist für einen kleinen Ort wie Schwarzbach eine Menge Geld“, weiß Bürgermeisterin Gabriele Theiss.

Hier kommt der Landkreis ins Spiel. Als Betreiber des Busverkehrs in Oberspreewald-Lausitz ist den Verantwortlichen natürlich auch an sicheren Bushaltestellen gelegen. Dies unterstreicht auch das persönliche Erscheinen des Landrates Siegurd Heinze zur Übergabe der Petition an der besagten Haltestelle. „Die Haltestellen sind zwar kommunales Eigentum, wir wissen aber, wie wichtig gut ausgebaute Wartebereiche sind“, bekräftigt der Landrat die Bedeutung. Für die anwesenden Kinder hatte er beeindruckende Zahlen mitgebracht. Im Landkreis werden im Jahr 2,8 Millionen Buskilometer zurückgelegt. Das entspricht einer siebenmaligen Erdumrundung. Gehalten wird an 770 Bushaltestellen. Dass natürlich die Fahrgäste ordentliche Haltestellen benötigen, verstehe sich von selbst. Deshalb fördert der Landkreis auch Kommunen, die ihre Haltestellen erneuern. „Die neuen Förderrichtlinien werden erst im zweiten Halbjahr beschlossen“, erklärt Heinze. „Ich denke aber, wenn alles so läuft wie bisher, werden wir bis zu 75 Prozent fördern können“, fügt er überzeugt hinzu. Gute Nachrichten für den Amtsdirektor und die Bürgermeisterin, die auf alle Fälle das Projekt im neuen Haushalt durchboxen wollen. Gebaut werden kann dann im neuen Jahr, also 2019. Ein herbstliches Zittern wird den Schwarzbacher Schülern nicht erspart bleiben. Dass Siegurd Heinze das Projekt am Herzen liegt, zeigen seine abschließenden Worte an die Kinder: „Ich stecke die Petition mit euren Unterschriften in meine rechte Jackentasche, da kommen nur die wichtigen Sachen hin, links die Unwichtigen“, verabschiedet er sich mit einem Versprechen.