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| 03:02 Uhr

Senftenbergs Stadtverordnete lassen Tierpark-Bären ziehen

Die Bären müssen ihr Senftenberger Gehege verlassen.
Die Bären müssen ihr Senftenberger Gehege verlassen. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Der still und leise vom Tierpark-Betreiber organisierte Bären-Abtransport ist nicht mehr zu stoppen. Püppi, Moritz und Mascha werden am Montagmorgen von Spezialisten narkotisiert und für ihre Umsiedlung vorbereitet. Andrea Budich

In Transportkisten verlassen die drei Bären gegen 10 Uhr den Tierpark Richtung Schwarzwald.

"Aufgrund der Informationslücke konnten wir den Abtransport nicht mehr in letzter Minute verschieben", erklärt Stadtverordnetenvorsteher Reiner Rademann (SPD) nach der Krisensitzung im Rathaus. "Für die Bären wäre das Hinauszögern auch nicht förderlich", schiebt Rademann nach.

Für die mangelhafte Information zum neuen Tierparkkonzept, das schon vor einem Dreivierteljahr beschlossen wurde, hatte sich Bürgermeister Andreas Fred rich (SPD) vor den Stadtverordneten entschuldigt. Die Umsiedlung der Bären in einen naturnahen Park mit artgerechter Haltung hält das Stadtoberhaupt indes für richtig. Fredrich verweist zudem darauf, dass die Stadt an der Betreibergesellschaft des Tierparks einen Eigentümeranteil von knapp 20 Prozent innehabe. Auch bei rechtzeitiger öffentlicher Diskussion hätte Senftenberg also von den anderen fünf Gesellschaftern überstimmt werden können.

"Uns ist die Chance auf Mitbestimmung genommen worden", hält die fraktionslose Abgeordnete Kerstin Weidner mit ihrer Kritik nicht hinterm Berg. Auch Fred Frahnow, gleichfalls fraktionslos, hätte sich gewünscht, dass die einzige breite Diskussion zur Bären-Umsiedlung am Freitag im Rathaus nicht hinter verschlossenen Türen geführt wird. "Wir sollten nicht länger im Verborgenen krämern und mehr Transparenz zeigen."

Damit die Senftenberger von ihren Lieblingen Abschied nehmen können, ist der Tierparkbesuch am Sonntag ganztägig eintrittsfrei.